Progressive Muskelrelaxation (PMR)

Die Progressive Muskelentspannung (PMR), entwickelt von Edmund Jacobson, ist eine wissenschaftlich fundierte Entspannungsmethode, die darauf abzielt, durch gezielte Anspannung und Entspannung bestimmter Muskelgruppen eine tiefe körperliche und geistige Entspannung zu erreichen. Der Grundgedanke ist, dass körperliche Entspannung zu mentaler Ruhe führt. Je häufiger du PMR praktizierst, desto besser wirst du in der Lage sein, die Muskeln bewusst zu entspannen und Stress abzubauen.

Hier ist eine sehr ausführliche Anleitung zur Progressiven Muskelentspannung (PMR), die dir Schritt für Schritt durch die gesamte Methode führt:

Vorbereitung:

  1. Ruhiger Ort: Wähle einen ruhigen, ungestörten Ort, an dem du bequem sitzen oder liegen kannst. Ideal ist ein Raum, in dem du dich wohlfühlst.
  2. Bequeme Kleidung: Trage lockere Kleidung, die dich nicht einengt. Entferne Schuhe und enge Accessoires.
  3. Dauer: Plane 20 bis 30 Minuten für die gesamte Übung ein, ohne gestört zu werden.
  4. Atmung: Atme ruhig und gleichmäßig ein und aus. Die Atmung sollte während der gesamten Übung tief und entspannt sein. Du kannst vor Beginn einige tiefe Atemzüge nehmen, um dich auf die Übung vorzubereiten.

1. Start in die Entspannung

Lege dich bequem hin oder setze dich auf einen Stuhl. Schließe die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Atme tief ein, halte den Atem für einen Moment an und atme dann langsam aus. Lasse mit jedem Ausatmen mehr Spannung aus deinem Körper entweichen.

2. Grundprinzipien der PMR

Die PMR basiert auf dem Wechsel von Anspannung und Entspannung. Jede Muskelgruppe wird für ca. 5-7 Sekunden angespannt und danach für 20-30 Sekunden bewusst entspannt. Wichtig ist, dass du den Kontrast zwischen Anspannung und Entspannung spürst. Versuche, die Anspannung nicht zu stark und nicht zu schwach durchzuführen, gerade so, dass du die Spannung deutlich wahrnimmst, aber nicht verkrampfst.


3. Anleitung zur PMR Schritt für Schritt

Kopf- und Gesichtsmuskulatur

  1. Stirn
    • Anspannen: Ziehe deine Augenbrauen so weit wie möglich nach oben, als würdest du erstaunt schauen. Spüre die Spannung in der Stirn.
    • Entspannen: Lasse die Augenbrauen langsam sinken und spüre, wie die Spannung verschwindet. Achte auf das Gefühl der Entspannung in der Stirn.
  2. Augen und Nasenbereich
    • Anspannen: Drücke die Augen fest zusammen, als würdest du stark blinzeln, und runzle die Nase.
    • Entspannen: Löse die Anspannung und lasse Augen und Nase weich und entspannt werden.
  3. Mund, Kiefer und Zunge
    • Anspannen: Beiß die Zähne leicht zusammen und drücke die Zunge gegen den Gaumen. Spüre die Spannung im Kiefer.
    • Entspannen: Öffne den Mund leicht, lasse den Kiefer locker und spüre, wie die Spannung nachlässt.

Nacken und Schultern

  1. Nacken
    • Anspannen: Drücke den Kopf sanft in das Kissen oder die Rückenlehne des Stuhls, als wolltest du den Kopf nach hinten schieben.
    • Entspannen: Lasse den Kopf locker und spüre, wie die Nackenmuskulatur sich entspannt.
  2. Schultern
    • Anspannen: Ziehe beide Schultern so weit wie möglich in Richtung Ohren hoch. Spüre die Anspannung in den Schultern.
    • Entspannen: Lasse die Schultern fallen und spüre, wie sie sich immer tiefer entspannen.

Arme und Hände

  1. Rechter Oberarm
    • Anspannen: Spanne den rechten Oberarm an, indem du den Arm leicht beugst und die Faust ballst.
    • Entspannen: Öffne die Hand und lasse den Arm locker werden. Spüre, wie die Anspannung aus dem Arm entweicht.
  2. Rechter Unterarm und Hand
    • Anspannen: Balle die rechte Hand zu einer Faust und spanne den Unterarm fest an.
    • Entspannen: Löse die Faust und lasse die Finger und den Unterarm entspannen.
  3. Linker Oberarm
    • Anspannen: Spanne den linken Oberarm auf gleiche Weise an, beuge den Arm leicht und balle die Faust.
    • Entspannen: Öffne die Hand, lasse den Arm locker werden.
  4. Linker Unterarm und Hand
    • Anspannen: Balle die linke Hand zu einer Faust und spanne den Unterarm fest an.
    • Entspannen: Löse die Faust und lasse die Finger und den Unterarm entspannt liegen.

Brust- und Bauchbereich

  1. Brust
    • Anspannen: Atme tief ein und halte die Luft an. Spüre die Spannung in der Brust.
    • Entspannen: Atme langsam aus und lasse die Brustmuskulatur sich entspannen.
  2. Bauch
    • Anspannen: Spanne die Bauchmuskeln an, als würdest du den Bauch einziehen.
    • Entspannen: Lasse den Bauch locker und spüre die Entspannung.

Rücken

  1. Oberer Rücken
    • Anspannen: Ziehe die Schulterblätter zusammen, als wolltest du sie in der Mitte des Rückens berühren.
    • Entspannen: Lasse die Schulterblätter sinken und spüre, wie sich der obere Rücken entspannt.
  2. Unterer Rücken
    • Anspannen: Drücke den unteren Rücken leicht in die Unterlage, indem du das Becken leicht anhebst.
    • Entspannen: Lasse das Becken sinken und entspanne den unteren Rücken.

Beine und Füße

  1. Rechter Oberschenkel
    • Anspannen: Spanne den rechten Oberschenkel an, indem du das Bein leicht hebst.
    • Entspannen: Lasse das Bein wieder locker liegen und spüre die Entspannung.
  2. Rechter Unterschenkel und Fuß
    • Anspannen: Ziehe die Zehen des rechten Fußes zu dir hin und spanne die Wadenmuskulatur an.
    • Entspannen: Lasse die Zehen los und entspanne den Unterschenkel.
  3. Linker Oberschenkel
    • Anspannen: Spanne den linken Oberschenkel auf gleiche Weise an.
    • Entspannen: Lasse das Bein wieder locker.
  4. Linker Unterschenkel und Fuß
    • Anspannen: Ziehe die Zehen des linken Fußes zu dir hin und spanne die Wadenmuskulatur an.
    • Entspannen: Lasse die Zehen los und entspanne den Unterschenkel.

4. Nach der Entspannung

Nachdem du alle Muskelgruppen durchgegangen bist, nimm dir noch ein paar Minuten Zeit, um die vollständige Entspannung zu genießen. Atme ruhig und gleichmäßig und spüre, wie dein ganzer Körper angenehm entspannt ist. Stelle dir vor, wie jede Anspannung mit jedem Ausatmen deinen Körper verlässt.

  • Bleibe ruhig liegen oder sitzen, ohne dich direkt zu bewegen. Genieße das Gefühl von innerer Ruhe und Gelöstheit.
  • Öffne langsam die Augen, wenn du dich bereit fühlst, und komme sanft in die Realität zurück.

5. Regelmäßige Praxis

Um die besten Ergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, PMR regelmäßig zu praktizieren, idealerweise täglich oder mehrmals pro Woche. Mit der Zeit wirst du lernen, schneller und tiefer zu entspannen, und du wirst in der Lage sein, auch in stressigen Momenten gezielt einzelne Muskelgruppen zu entspannen.


Tipps für eine effektive PMR:

  • Achtsamkeit: Achte während der Übungen immer auf den Kontrast zwischen Anspannung und Entspannung.
  • Regelmäßigkeit: Übe regelmäßig, um schneller Fortschritte zu machen.
  • Geduld: Wenn du zu Beginn Schwierigkeiten hast, Muskelgruppen gezielt zu entspannen, sei geduldig. Mit Übung wird es leichter.

Atemtechniken

Atemtechniken sind ein simples aber effektives Hilfsmittel um Stress abzubauen und Emotionen zu regulieren. Sie können in jeder Situation angewendet werden, ob beim Spaziergang, zuhause, in Bus und Bahn, vor einem wichtigen Gespräch oder allgemein bei Stress und Unruhe.

Hintergrund

Der Parasympathikus und der Sympathikus sind zwei wichtige Teile des autonomen Nervensystems, das unbewusste Körperfunktionen steuert. Beide Systeme arbeiten gegensätzlich und regulieren viele körperliche Prozesse, darunter die Atmung, den Herzschlag und die Verdauung.

Sympathikus („Kampf-oder-Flucht-Modus“)

Der Sympathikus wird aktiviert, wenn der Körper auf Stress, Gefahr oder intensive körperliche Aktivität reagiert. Seine Aktivierung löst eine Reihe von Reaktionen aus:

  • Erhöhter Herzschlag: Das Herz pumpt schneller, um mehr Blut (und damit Sauerstoff) zu den Muskeln zu transportieren.
  • Schnelle, flache Atmung: Um die Sauerstoffzufuhr zu steigern und auf körperliche Anforderungen zu reagieren.
  • Erhöhter Blutdruck und Adrenalinausschüttung: Dies bereitet den Körper auf die Flucht oder den Kampf vor.
  • Verminderte Verdauung: Nicht überlebenswichtige Funktionen wie die Verdauung werden verlangsamt.

Parasympathikus („Ruhen-und-Verdauen-Modus“)

Der Parasympathikus wirkt beruhigend und hilft dem Körper, sich zu erholen und in den Normalzustand zurückzukehren:

  • Verlangsamter Herzschlag: Der Blutdruck sinkt, das Herz schlägt ruhiger.
  • Tiefe, langsame Atmung: Die Atmung wird ruhiger und tiefer, wodurch der Sauerstoffaustausch effizienter wird.
  • Aktivierung der Verdauung: Der Körper konzentriert sich auf Regeneration und Energieaufnahme.
  • Beruhigung und Entspannung: Der Geist wird klarer, und das Stressgefühl nimmt ab.

Die simple Atemtechnik zur Stress-Reduktion

Diese Technik ist sehr simpel aber effektiv

Anleitung:

  • 2 mal scharf durch die Nase einatmen
  • 4 Sekunden Luft anhalten
  • 8 Sekunden langsam und bewusst durch den Mund ausatmen
  • wiederhole so oft du willst.

4-7-8 Atemtechnik (Quelle: Chat GTP)

Eine der effektivsten Atemtechniken zur Beruhigung bei Ängsten ist die 4-7-8 Atemtechnik. Sie ist besonders wirkungsvoll, weil sie das Nervensystem beruhigt, den Herzschlag verlangsamt und ein Gefühl der Ruhe und Kontrolle vermittelt.

Beschreibung:
Diese Technik, die vom Arzt Dr. Andrew Weil entwickelt wurde, nutzt langsame, bewusste Atemzüge, um den Körper in einen entspannteren Zustand zu versetzen. Sie hilft dabei, die physiologischen Reaktionen, die mit Angstzuständen einhergehen, zu dämpfen, indem sie das autonome Nervensystem reguliert und Stresshormone senkt.

Wie man es macht:

  1. Setze dich bequem hin oder lege dich flach auf den Rücken, achte darauf, dass deine Wirbelsäule gerade ist.
  2. Atme vollständig aus, durch den Mund, so dass du die gesamte Luft aus deinen Lungen entlässt.
  3. Schließe den Mund und atme leise durch die Nase ein, während du bis 4 zählst.
  4. Halte den Atem für eine Zählung von 7 Sekunden an.
  5. Atme langsam durch den Mund aus, zähle dabei bis 8. Lass den Atem dabei sanft ausströmen.
  6. Wiederhole diesen Zyklus 4-6 Mal oder so lange, bis du merkst, dass sich dein Körper entspannt.

Warum ist sie bei Ängsten so effektiv?

  • Verlangsamte Atmung: Ängste gehen oft mit schneller, flacher Atmung einher, was den Stress noch verstärkt. Diese Technik zwingt den Körper, langsamer und tiefer zu atmen, was den Sauerstoffaustausch verbessert und den Herzschlag beruhigt.
  • Atemanhalt-Phase: Das Halten des Atems für 7 Sekunden erhöht den Kohlendioxidgehalt im Blut, was den Atemreflex und die innere Ruhe stimuliert. Diese Pause gibt dem Körper Zeit, den Atemrhythmus zu regulieren.
  • Atemkontrolle: Angstgefühle lassen den Betroffenen oft das Gefühl verlieren, die Kontrolle zu haben. Diese Technik hilft, die Atmung bewusst zu steuern, was dem Gehirn signalisiert, dass keine akute Bedrohung besteht.

Vorteile dieser Atemtechnik bei Ängsten:

  • Schnelle Beruhigung des Körpers und des Geistes.
  • Kann in stressigen Momenten diskret und überall praktiziert werden.
  • Fördert einen ruhigeren Herzschlag und senkt Blutdruck und Cortisolspiegel.
  • Hilft, den Geist von angstauslösenden Gedanken abzulenken und schafft einen mentalen Fokus.

Die 4-7-8 Atemtechnik ist einfach zu erlernen, benötigt keine Hilfsmittel und kann sowohl kurzfristig als auch bei regelmäßiger Anwendung langfristig helfen, Angstzustände zu lindern.

Body Scan

Der Body Scan ist eine intensive und zugleich beruhigende Achtsamkeitsübung, die den Körper systematisch von Kopf bis Fuß durchwandert. Sie hilft, Spannungen zu erkennen und loszulassen, und fördert die Verbindung zwischen Körper und Geist. Hier ist eine detailliertere Anleitung, die dir Schritt für Schritt durch diese Praxis führt.

Vorbereitung:

  1. Ort und Zeit wählen: Wähle einen ruhigen Ort, an dem du nicht gestört wirst. Es sollte eine Umgebung sein, in der du dich wohlfühlst, z. B. ein abgedunkelter Raum oder ein Platz mit sanftem Licht. Du kannst beruhigende Musik oder Naturgeräusche abspielen, wenn dir das hilft, dich zu entspannen.
  2. Bequeme Position einnehmen: Du kannst den Body Scan im Sitzen oder im Liegen ausführen. Im Liegen bietet sich eine Yogamatte oder eine Decke an, auf der du dich flach auf den Rücken legst. Falls du sitzt, stelle sicher, dass du bequem und aufrecht sitzt, ohne zu verkrampfen. Lasse die Arme entspannt neben dem Körper liegen, die Beine ausgestreckt oder leicht angewinkelt.
  3. Augen schließen oder halb offen lassen: Viele Menschen schließen die Augen, um Ablenkungen zu minimieren, aber du kannst sie auch sanft geöffnet lassen und deinen Blick entspannt auf einen Punkt richten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Body Scan:

1. Ankommen und Atmung beruhigen

  • Finde zur Ruhe: Beginne damit, deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem zu richten. Atme tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus. Achte darauf, wie sich dein Brustkorb oder Bauch hebt und senkt. Lass den Atem natürlich fließen, ohne ihn zu kontrollieren.
  • Lass den Alltag los: Wenn Gedanken aufkommen, nimm sie wahr, ohne auf sie zu reagieren. Lenke deinen Fokus immer wieder sanft zurück auf die Atmung.

2. Körperbewusstsein aktivieren

  • Körper als Ganzes spüren: Bevor du den Körper abschnittsweise durchgehst, nimm einen Moment, um deinen gesamten Körper wahrzunehmen. Spüre die Auflagepunkte, z. B. wie dein Rücken auf der Unterlage ruht, oder wie deine Füße den Boden berühren. Achte auf das Gewicht und die Schwerkraft, die auf deinen Körper wirkt.
  • Erlaube dir, loszulassen: Versuche, mit jeder Ausatmung jegliche Anspannung oder Unruhe abzugeben. Dies wird dich darauf vorbereiten, tiefer in den Scan einzutauchen.

3. Schrittweiser Body Scan

a. Kopf und Gesicht
  • Kopfhaut und Stirn: Beginne am Scheitel deines Kopfes und spüre die Empfindungen. Achte darauf, ob sich Spannung in deiner Kopfhaut, Stirn oder um die Augenpartie aufgebaut hat.
  • Augen, Nase und Mund: Wandere zu deinen Augen. Lasse jegliche Anspannung im Augenbereich los, die sich eventuell durch Überanstrengung gebildet hat. Achte auf den Bereich um deine Nase, deinen Mund und deinen Kiefer. Viele Menschen halten unbewusst Spannung in ihrem Kiefer; lasse diesen mit der Ausatmung bewusst locker.
b. Nacken, Hals und Schultern
  • Nacken und Hals: Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Nacken und Hals. Spüre, ob sich hier Verspannungen, Steifheit oder Wärme zeigen. Atme in diesen Bereich hinein und stelle dir vor, wie du mit jedem Ausatmen Spannung abgibst.
  • Schultern: Gehe dann weiter zu deinen Schultern. Dieser Bereich speichert oft viel Anspannung durch Stress oder schlechte Haltung. Mit jedem Ausatmen, lasse die Schultern schwerer und entspannter werden.
c. Arme und Hände
  • Oberarme und Ellenbogen: Lenke nun deine Aufmerksamkeit zu deinen Oberarmen, hinunter zu den Ellenbogen und den Unterarmen. Nimm jede Empfindung wahr, sei es ein Kribbeln, Wärme oder Kälte.
  • Handgelenke und Hände: Gehe weiter zu den Handgelenken, Handflächen und Fingern. Spüre den Kontakt deiner Hände mit dem Boden oder deinem Körper, und entspanne jeden Finger einzeln. Lass auch hier jegliche Anspannung los.
d. Brust und Herzbereich
  • Brustkorb: Lenke deine Achtsamkeit auf deinen Brustkorb. Nimm das Heben und Senken mit jedem Atemzug wahr. Spüre das Schlagen deines Herzens, den Rhythmus deiner Atmung. Achte darauf, ob hier Spannung oder Engegefühle vorhanden sind, und lasse diese los.
  • Herzraum: Stelle dir vor, dass dein Atem Leichtigkeit und Ruhe in deinen Herzbereich bringt. Fühle, wie sich dein Brustraum mit jeder Ausatmung weiter öffnet.
e. Bauch und Solarplexus
  • Bauchraum: Wandere mit deiner Achtsamkeit zum Bauch. Nimm wahr, wie sich der Bauch bei der Atmung ausdehnt und zusammenzieht. Der Bauch ist oft ein Speicher für Emotionen und Stress. Lasse mit jeder Ausatmung Anspannung los.
  • Solarplexus: Spüre den Bereich oberhalb des Bauchnabels, den Solarplexus. Hier ist das Zentrum deiner Energie. Entspanne bewusst diesen Bereich und spüre, wie sich Wärme und Gelassenheit ausbreiten.
f. Rücken und Wirbelsäule
  • Oberer und mittlerer Rücken: Lenke deine Aufmerksamkeit zum oberen Rücken. Spüre, wie dieser Kontakt mit der Unterlage hat, falls du liegst. Wandere dann langsam den Rücken hinunter zur Mitte und nimm hier die Empfindungen wahr.
  • Lendenwirbelsäule und Kreuzbein: Gehe mit deiner Achtsamkeit tiefer in den unteren Rückenbereich. Spüre den Kontakt deines Rückens mit der Unterlage. Falls hier Verspannungen sitzen, versuche, diese loszulassen, indem du bewusst in diesen Bereich hinein atmest.
g. Becken und Hüften
  • Beckenboden: Lenke deine Aufmerksamkeit auf dein Becken und den Beckenboden. Nimm die Empfindungen in dieser Region wahr, ohne sie zu bewerten.
  • Hüften: Wandere zu den Hüften. Achte darauf, ob hier Anspannungen oder Steifheit spürbar sind. Viele Menschen halten in den Hüften emotionale Spannungen; lasse sie mit dem Ausatmen los.
h. Beine und Füße
  • Oberschenkel und Knie: Gehe langsam über deine Oberschenkel und Knie. Spüre die Schwere oder Leichtigkeit deiner Beine. Erlaube ihnen, sich zu entspannen und schwerer in den Boden zu sinken.
  • Waden, Knöchel und Füße: Wandere weiter zu den Waden, Knöcheln, bis hin zu den Füßen. Spüre den Kontakt deiner Füße mit der Unterlage oder den Boden. Lass auch hier jegliche Anspannung los und spüre jede Empfindung, die in deinen Füßen präsent ist.

4. Ganzkörperbewusstsein und Abschluss

  • Körper als Ganzes spüren: Sobald du den gesamten Körper durchgegangen bist, nimm einen Moment, um das Bewusstsein für deinen ganzen Körper zu integrieren. Spüre, wie sich dein Körper als Ganzes anfühlt – entspannt, warm und schwer. Nimm den Fluss des Atems durch den Körper wahr und fühle die Leichtigkeit.
  • Ruhe genießen: Bleibe noch für einige Momente in dieser Ruhe und genieße das Gefühl der Entspannung. Wenn du bereit bist, beginne langsam, deine Finger und Zehen zu bewegen, und öffne sanft deine Augen.
  • Langsam aufstehen: Wenn du dich bereit fühlst, richte dich langsam auf, und kehre ohne Hektik in deinen Alltag zurück.

Tipps für den Body Scan:

  • Geduld haben: Es ist normal, dass Gedanken aufkommen oder du dich manchmal abgelenkt fühlst. Das Ziel ist nicht, den Geist komplett zu leeren, sondern sanft immer wieder zur Körperwahrnehmung zurückzukehren.
  • Übung macht den Meister: Der Body Scan wird effektiver, je häufiger du ihn praktizierst. Auch kurze Sessions von 10-15 Minuten können hilfreich sein.
  • Sei freundlich zu dir selbst: Es ist wichtig, die Übung mit einer Haltung der Freundlichkeit und Akzeptanz zu machen, ohne sich selbst zu verurteilen, falls der Geist wandert.

Quelle: CHAT GPT

Engelsgeduld

„So seid nun geduldig, Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist geduldig, bis sie empfängt den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen, denn das Kommen des Herrn ist nahe.“

(Jakobus 5,7-8)

Im Leben mit Schizophrenie läuft es nicht immer so wie man es gerne hätte. Es gibt Umwege, Enttäuschungen und Rückschläge. Das ist frustrierend und manchmal denken wir „Das hat doch alles keinen Sinn mehr, ich pack das nicht“, oder „warum geht es mir wieder so schlecht“, oder „Wann hat dieser Alptraum ein Ende?“

Wir sind tagtäglich mit unseren inneren Bildern und Worten beschäftigt, die uns runterziehen, uns belasten und Angst machen. Der Weg zur Gesundheit scheint uns anstrengend und manchmal sogar unmöglich.

Wir erleben eine Enttäuschung, eine Niederlage, einen Rückschlag und unser Leben läuft einfach nicht so wie es sein sollte, wie wir es gerne hätten, wir wir es uns erträumen und wonach wir streben. Manchmal verlieren wir den Mut. Hat all das kämpfen einen Sinn? Werde ich wieder gesund?

Ich würde sagen: JA! Die wichtigste Tugend die wir brauchen um gesund zu werden, ist Geduld. Geduld im Alltag an der Kasse, Geduld mit unseren Mitmenschen und vor allem Geduld mit uns selbst. Wir müssen akzeptieren dass es nicht immer so rund läuft wie wir es gerne hätten, wir müssen die schlechten Gedanken und Gefühle geduldig über uns ergehen lassen und uns immer wieder langmütig der Realität zuwenden.

Aha, da ist ein Zwangsgedanke. Hallo Gedanke. Was ist JETZT? Da ist eine Wahnidee, hallo Wahnidee, was ist JETZT? Was kann ich sehen und was kann ich anfassen? Was kann ich heute tun um gesund zu werden?

Wenn ich mich morgens hinsetze und meine Klangschale läute stelle ich mich ein auf 30 Minuten Meditation. Da ist Ungeduld. Ich sage mir „Hallo Ungeduld“ und fokussiere mich dann immer wieder auf den Atem. So trainiere ich meine Geduld und meine Achtsamkeit die ich im täglichen Leben brauche.

Wer geduldig ist, lässt sich von den Unwägbarkeiten des Lebens nicht stressen und nicht von seinen Zielen ablenken. Er kann Herausforderungen und Rückschläge viel besser hinnehmen und so in sein Leben integrieren, dass es erfolgreich wird. Es ist die Fähigkeit, in einer Situation ruhig und gelassen zu bleiben, auch wenn die äußeren Umstände chaotisch und unvorhersehbar sind.

Ich habe gleich nach dem aufwachen die ersten Zwangsgedanken und verstörenden Bewusstseinsinhalte. Aber davon lasse ich mich nicht entmutigen und starte täglich in meine Morgenroutine. Ich bin geduldig mit mir und akzeptiere dass solche Gedanken (noch) zu meinem Leben dazugehören.

Geistige Gesundheit ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf und erfordert Ausdauer, Disziplin und eben Geduld.

Wenn wir uns jeden Tag und immer wieder um unseren Plan, unsere Werte, Träume und Ziele kümmern werden wir bald die Früchte in Form von geistiger Gesundheit ernten. Ja, es lohnt sich zu kämpfen! Da gibt es eine Lebensrealität in der alles leicht und schön ist und die wir genießen dürfen. Wir können sie jetzt schon genießen, wenn wir uns dazu entscheiden.

Wir müssen die erforderlichen Schritte tun um in diese Lebensrealität zu gelangen und dafür brauchen wir vor allem eines: Engelsgeduld!

Geduld ist im Umgang mit Schizophrenie eine Schlüsselressource. Sie hilft Betroffenen, den oft langen und herausfordernden Weg der Behandlung zu meistern, mit Rückschlägen umzugehen und zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen. Geduld ermöglicht es, den Heilungsprozess zu akzeptieren, auch wenn er nicht linear verläuft, und gibt die nötige Kraft, um weiterzumachen.

Um Geduld zu kultivieren, müssen wir innerlich wachsen, dass ist die große Chance die uns eine Krise bietet (Krise als Chance). Wir brauchen dafür realistische Ziele, eine langfristige Perspektive, Achtsamkeit und Selbstmitgefühl.

Seien sie geduldig mit sich und Ihren Lebensumständen. Eine Zukunft in Gelassenheit, Erfolg und Frieden warten auf Sie als Belohnung für all die Kämpfe die sie durchstehen müssen.

Viel Erfolg!

Erfolg durch Disziplin

Menschen verändern sich aus genau zwei Gründen: Große Ziele und große Schmerzen

unbekannt

Was ist Disziplin?

Disziplin ist eine Charaktereigenschaft die es uns ermöglicht diejenigen Handlungen durchzuführen die unseren Werten entsprechen und die zu einem gelingenden Leben nach unseren Vorstellungen beitragen, unabhängig davon ob wir zu diesen Aktionen gerade „Lust“ haben oder nicht.

Der Duden definiert Disziplin als „das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen“. Wer diszipliniert ist, arbeitet also auf ein bestimmtes Ziel hin, ohne sich ablenken oder davon abbringen zu lassen. Somit bestimmt nicht der Zufall darüber, ob das Ziel erreicht wird.

Ein Beispiel: Einer meiner Werte lautet: „Ich bin mental und physisch stark“. Aus diesem Wert leite ich das Ziel ab: „Ich geh täglich 30 min joggen“. Das tue ich immer nach der Mittagsruhe. Der Timer klingelt und ich schnappe mir die Laufschuhe und laufe los. Auch wenn ich keine Lust habe und lieber noch weiter im Bett liegen würde.

In solchen Situationen müssen wir uns leider „zwingen“ und überwinden, damit wir unsere Ziele (z.Bsp. mehr geistige Gesundheit durch Sport) erreichen und ein werteorientiertes Leben leben. (siehe der Wertekompass).

Wozu brauchen wir Disziplin

Disziplin ist in vielen Bereichen des Lebens äußerst hilfreich und sogar lebensnotwendig, insbesondere für Menschen mit Schizophrenie.

  • Ich brauche Disziplin um ausreichend Bewegung zu bekommen
  • Ich brauche Disziplin um zu kochen und mich gesund zu ernähren
  • Ich brauche Disziplin um mich zu pflegen
  • Ich brauche Disziplin um meine Medikamente regelmäßig zu nehmen
  • Ich brauche Disziplin um meine Wohnung, die Wäsche, die Küche und den Papierkram in Ordnung zu halten
  • Ich brauche Disziplin um meine Morgenroutine zu absolvieren
  • Ich brauche Disziplin um meine Tagesstruktur einzuhalten
  • Ich brauche Disziplin um all die Dinge zu tun die mir gut tun, aber die mich etwas Überwindung kosten anzufangen

Wie bekomme ich Disziplin?

Viele Menschen würden gerne mehr Sport machen, aber sie sagen: „Ich habe einfach keine Disziplin!“. Bei mir war das so: Letztes Jahr verbrachte ich 2 Wochen in der geschlossenen Psychiatrie in Ludwigsburg auf Grund einer akuten Psychose. Auf so einer Station gibt es nicht viel zu tun. Es gibt dort Menschen die schwer krank und schon Jahre dort sind und man denkt: „Oh je, was ist wenn ich einmal so ende?“. Ich balancierte am psychischen Abgrund und da meldete sich der Überlebenswille und ermöglichte Veränderung (Krise als Chance). Ich schwang mich jeden Tag eine halbe Stunde auf den Fahrradergometer und machte jeden morgen eine Frühgymnastik auf dem Hof. Das ermöglichte es mir mich auszupowern und trug maßgeblich zu meiner Gesundung bei. Ich mache seit dem, auch heute noch, regelmäßig Sport. Das wäre nie passiert wenn ich mich nicht in der Geschlossenen hätte dazu zwingen müssen um zu überleben. Die Krankheit hat mich diszipliniert.

Disziplin ist eine Frage der Motivation (was will ich in meinem Leben, wie sieht mein ideales Leben aus und wie komme ich da hin?) und der Prioritäten die wir im Leben setzen.

Setzen Sie sich realistische Ziele, die Sie einem erfolgreichen, glücklichen Leben nach Ihren ganz eigenen Vorstellungen näherbringen und verfolgen Sie diese Ziele mit Mut, Geduld und Disziplin! Finden Sie den Schalter und legen ihn um!

Es wird immer leichter

Die gute Nachricht ist, das diszipliniertes Verhalten gut erlernbar ist und mit der Zeit immer leichter wird. Habe ich mich früher stundenlang gequält und innere Diskussionen geführt bevor ich mich überwunden habe Sport zu machen, verschwende ich mittlerweile keinen Gedanken mehr daran und tue es einfach. Es ist 14 Uhr, der Timer klingelt, Laufschuhe schnappen und los geht’s, auch wenn ich keine Lust habe. Die Hemmschwelle wird mit jedem Mal niedriger und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten.

Hallo Widerstand

Unser innerer Schweinehund hätte es am liebsten wenn wir einfach nur rumliegen und uns „ausruhen“ und geht gerne den Weg des geringsten Widerstands. Zum Beispiel haben Sie den Gedanken: „Eine Tasse Tee würde mir jetzt gut tun“. Dann denken Sie: „Ach nein, ich habe keine Lust“. Zwischen Ihnen und Ihrem Teegenuss liegt ein innerer Widerstand, eine Barriere.

Sagen Sie sich „Oh, hallo Widerstand! Wunderbar, wie schön dass du da bist! Das ist eine neue Gelegenheit zu üben und gesund zu werden wenn ich dich überwinde“. Oft liegt das Potenzial für Veränderungen in so kleinen Dingen wie in einer Tasse Tee. Denken Sie: „Ok, ich habe keine Lust UND mache mir jetzt eine Tasse Tee“. „Ich habe keine Lust UND greife zur Gitarre“, „Ich habe keine Lust UND schnappe mir jetzt die Laufschuhe und laufe los“.

Visualisierung

Wenn Sie mal eine ruhige Minute haben setzen Sie sich hin und lassen Ihrer Fantasie freien Lauf.

Wie wäre es wenn ich heute Sport mache? Ich stelle mir vor wie ich zu den Laufschuhen greife und denke „Ja, großartig“, ich stelle mir vor wie ich das Haus verlasse und loslaufe. „Du machst das super, sehr gut“, ich laufe die ersten paar Meter und bin stolz auf mich. Ich stelle mir ein intensives Runners High vor, das Gefühl immer weiter laufen zu können, völlig mühelos. Ich stelle mir vor wie mein Kopf sich leert. Ich genieße die Luft, die Natur, das rhytmische Tappsen meiner Füße auf dem Boden. Ich male mir aus wie ich glücklich und erschöpft mein Ziel erreiche. Ich stelle mir vor wie großartig ich mich fühle. Ich trabe nach hause und genieße den Hormoncocktail, die Endorphine und berausche mich daran. Was für ein tolles Gefühl. Ich stelle mir vor wie ich unter die Dusche springe und mich eine Weile hinlege und das Gefühl auf mich wirken lasse. Freudig und mühelos wende ich mich danach wieder einer angenehmen Aktivität zu.

Je mehr Sie Ihre Aktivität vor dem inneren Auge visualisieren desto einfacher wird es Ihnen fallen sie Realität werden zu lassen.

Viel Erfolg!

Heilung durch Hypnose

Hypnose ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode um Verbesserung im psychischen Wohlbefinden zu erreichen. Machen Sie es sich bequem auf der Couch oder ihrem Bett und nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit um den positiven Suggestionen zu lauschen, die ich in diesem Audiobeitrag für Sie aufgezeichnet habe.

Entspannen Sie sich, lauschen Sie meiner Stimme und genießen Sie den Audiotrack.

Emotional Freedom Technique

Emotional Freedom Technique

Heute zeige ich euch die sog. Emotional Freedom Technique, auch Klopfakupressur oder Tapping genannt.

Es ist eine alternative Therapiemethode die 1990 entwickelt wurde und die sich bei Therapeuten und Klienten großer Beliebtheit erfreut. Sie wird wissenschaftlich noch untersucht aber ihr Effekt wird in zahlreichen Berichten bestätigt.

Sie kann helfen bei Angstzuständen, innerer Unruhe, schlechten Gedanken, Sorgen und allgemeinem Unwohlsein. 

Die Theorie dahinter ist dass unser Körper von Energiebahnen, den Meridianen durchzogen ist (ein konzept aus der chinesischen Medizin) welche blockiert sein können und so das psychische Leiden verursachen.

Durch das Tapping an 8 Akupressur bzw. Klopfpunkten können diese Blockaden in wenigen Minuten aufgelöst werden. Ich habe es ausprobiert und es funktioniert. Wenn die zu bearbeitenden Gedanken hartnäckig sind, kann man die Methode auch mehrmals hintereinander ausführen.

Es ist ein weiteres, hilfreiches Werkzeug in Ihrem Methodenkoffer der Bewältigungsstrategien.

Nun zeige ich euch die 8 Klopfpunkte:

  • am scheitel
  • über den augen
  • neben den augen
  • auf den wangen
  • über der lippe
  • unter der lippe
  • an den schlüsselbeinen
  • an den flanken

Und jetzt geht es los. Wir beginnen mit einem Satz der uns Angst macht. Zum Beispiel:

  • Ich habe solche Angst das ich heute abend eine Panikattacke bekomme, oder
  • ich habe solche Angst wahnsinnig zu werden, oder
  • ich habe solche Angst das ich meinen Job verlieren könnte
  • ich habe Angst dass ich nie wieder gesund werde
  • ich habe angst dass ich nie wieder schlafen kann
  • ich habe angst vor dem Job Interview
  • ich habe Angst vor dem Vortrag
  • ich habe solche Angst einkaufen zugehen
  • ich habe Angst ich bekomme einen Herzinfarkt

Wie fühlt sich dieser Satz an? Wie hoch ist die Angstintensität auf einer Skala von 1 bis 10?

Wir beginnen damit, den satz 3 mal zu wiederholen und dabei an unserer Handkante zu klopfen.

  1. Auch wenn ich Angst habe wahnsinnig zu werden, ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin.
  2. Auch wenn ich Angst habe wahnsinnig zu werden, ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin.
  3. Auch wenn ich Angst habe wahnsinnig zu werden, ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin.

Dann gehen wir die Klopfpunkte durch und tappen 7 – 8 mal.

  1. Wahnsinn
  2. Psychose
  3. Krankheit
  4. Krankenhaus
  5. psychisch krank
  6. Wahnsinn
  7. Verrücktheit
  8. Wahnsinn

Wir atmen einmal tief durch. Kraftig ein und kräftig aus. Pause. Wie ist die Intensität jetzt auf einer Skala von eins bis zehn? Hat es sich etwas verändert? Nehmen Sie die Veränderung wahr.

Wiederholen Sie die Übung

Wir beginnen damit, den satz 3 mal zu wiederholen und dabei an unserer Handkante zu klopfen.

  1. Auch wenn ich Angst habe wahnsinnig zu werden, ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin.
  2. Auch wenn ich Angst habe wahnsinnig zu werden, ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin.
  3. Auch wenn ich Angst habe wahnsinnig zu werden, ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin.

Dann gehen wir die Klopfpunkte durch und tappen 7 – 8 mal.

  1. Wahnsinn
  2. Psychose
  3. Krankheit
  4. Krankenhaus
  5. psychisch krank
  6. Wahnsinn
  7. Verrücktheit
  8. Wahnsinn

Wir atmen einmal tief durch. Kräftig ein und kräftig aus. Pause. Wie ist die Intensität jetzt auf einer Skala von eins bis zehn? Hat es sich etwas verändert? Nehmen Sie die Veränderung wahr.

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Nun haben Sie die Emotional Freedom Technique kennengelernt. Wenn das nächste mal belastende Gedanken und Gefühle bekommen, probieren Sie es aus – weiterhin viel Erfolg für Ihre mentale Gesundheit.

Einsame Entscheidung

Triggerwarnung: In diesem Blogartikel geht es um das Thema Suizid.

Ich sage es in aller Deutlichkeit: Finger weg von Ihrem Leben. Ihr Leben gehört nicht Ihnen.

Selbstmord ist für alle Beteiligten eine unfassbare Tragödie. Für die Geschwister, die Freunde, die Eltern, die Kollegen, für alle Menschen die man jemals gekannt hat und noch jemals in seinem Leben zu einem späteren Zeitpunkt gekannt hätte, für die Gesellschaft und für Gott.

Muss man die Entscheidung eines Menschen sich das Leben zu nehmen als letzten Ausweg akzeptieren? Nein. Man kann es nicht.

Vor 2 Jahren war ich bei meiner Familie in Kroatien. Ich war hochpsychotisch und war ganz tief in meinen Gedanken gefangen. Ich hatte Schreikrämpfe und eine starke Angst in die Hölle zu kommen. Ich war in meiner eigenen Welt versunken. Ich wusste nicht mehr weiter und es schien mir als gäbe es keinen Ausweg. Ich dachte ich komme da nie wieder raus.

Ich setzte mich an den PC und schrieb einen Abschiedsbrief. Ich war am Ende. Aber dann fühlte ich einen Funken Hoffnung. Was wenn ich doch weitermache, was wenn ich es doch nochmal versuche. Ich ließ mich ins Krankenhaus bringen. Kroatische Krankenhäuser sind eine Katastrofe. Es war keine schöne Zeit, aber nach 3 Wochen wurde ich nach hause entlassen und es ging mir etwas besser, mit der Zeit erholte ich mich.

Heute bin ich gottfroh darüber dass ich diesem Überlebensinstinkt, diesem Senfkorn Hoffnung gefolgt bin. Vielleicht hatte ich einen Schutzengel?

Es ist so, das Menschen notorisch schlecht darin sind, zukünftige Zustände Ihres Gefühlslebens zu antizipieren. Das heißt sie wissen nicht wie sie sich später einmal fühlen werden. Wenn wir in unserer schwarzen Kiste der negativen Gedanken gefangen sind dann „scheint“ es so, als würde es nie wieder besser – aber das ist ein fataler Irrtum.

Wer sich das Leben nimmt, tut nicht nur seinen Mitmenschen etwas unfassbares an, er betrügt sich auch um die einmalige Chance dass sich doch noch alles zum guten gewendet hätte.

Denken Sie dran, selbst wenn Sie einsam sind und niemanden in Ihrem Leben haben, was ist mit all den Mitmenschen und Freunden die sie „in Zukunft“ noch kennenlernen könnten? Diese Menschen können nicht auf Sie verzichten! Die Welt kann nicht auf Sie verzichten!

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen sich was anzutun oder nicht, dann wählen die einzig richtige Entscheidung: weiter zu machen. Wählen Sie im Zweifelsfalle die 112 und lassen sich in ein Krankenhaus bringen. Das könnte vielleicht eine schwierige Zeit werden, aber die geht vorbei! So haben sie zumindest noch eine Chance dass sich in Ihrem Leben doch alles zum Guten wendet so wie es mir passiert ist, nutzen Sie diese Chance und passen Sie gut auf sich auf!

Ich persönlich bin Christ und als Christ KÖNNTE ich mir gar nichts antun, ich weiß dass ich dieses einmalige Geschenk Leben nicht wegwerfen darf, dass ich geliebt bin, dass ich geborgen bin und dass ich noch wichtige Aufgaben auf dieser Welt habe. Diese Zusicherung, diese Verheißung trägt mich durch die finstersten Zeiten. Hierzu noch ein Bibelzitat, welches schon unzähligen Menschen durch die Jahrhunderte getröstet hat

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte:

Ein Professor kommt in den Hörsal und begrüßt die Studenten im vollen Auditorium. Anschließend holt er aus seiner Tasche einen 50€-Schein. Er fragt wer von den Studenten den Schein gerne hätte. Alle heben die Hand. Daraufhin zerknüllt der Professor den Schein kräftig. Er fragt wieder wer den Schein noch haben möchte. Alle heben die Hand. Der Professor wirft den Schein auf den Boden und trampelt eine Minute darauf herum. Wieder die Frage, wer will den Schein? Alle heben die Hand.

Was kann man aus dieser Geschichte mitnehmen? Egal wie sehr Sie das Schicksal gebeutelt hat, egal was Sie auch immer schlimmes erlebt haben und durch wie viele schwierigen Zeiten sie gegangen sind: Ihr Wert als Mensch ist und bleibt bestehen!

Passen Sie gut auf sich auf.

Es wird besser

Wie läuft es zur Zeit mit Ihrer mentalen Gesundheit?

Eine Sache kann ich Ihnen versprechen: wenn sie sich konsequent an die Ratschläge in diesem Blog halten, wird sich mit der Zeit Erfolg in Form eines besseren Lebens mit Schizophrenie einstellen. Ich habe es selbst ausprobiert und nach einer monatelangen Krankheitsphase mit häufigen Krankenhausaufenthalten führe ich jetzt wieder ein Leben, das mit meinen Werten in Einklang ist und mir Freude macht. Die Psychose klingt ab und ich kann das Leben wieder genießen. Die Monster sind gezähmt

Aber: Sie brauchen neben dem Wissen aus diesem Blog auch Disziplin und Geduld. Es kostet etwas Anstrengung und geht nicht über Nacht. 

“Kung Fu” bedeutet: Harte Arbeit an dir selbst. 

Investieren Sie diese Energie und haben Mut zur Veränderung. Entwickeln Sie sich weiter. Gehen Sie die ersten wichtigen Schritte in ein wertorientiertes, erfolgreiches Leben. Sie können jetzt schon glücklich sein, wenn Sie sich dazu entscheiden. Verlassen Sie das unsichtbare Gefängnis aus Gewohnheiten und Gedanken und kommen Sie in die Aktivität, das ist das Entscheidende. Wollen Sie den Rest ihres Lebens auf der Couch liegen und schlechte Gedanken haben? Oder lieber ein sinnerfülltes Leben führen, das Ihnen Freude macht? Machen Sie sich klar: Es ist Ihre Entscheidung!

Tun Sie die Dinge, die Ihnen gut tun und die Ihnen Freude machen, auch wenn es sich erst mal nicht gut anfühlt. Bleiben Sie am Ball. Disziplin hilft Ihnen dabei. Denken Sie daran, dass Sie sich manchmal zu positiven Aktivitäten zwingen müssen und meistens wird es dann doch besser, als man gedacht hat. Legen Sie den Schalter um. Finden Sie den Knopf und drücken Sie ihn.

Achten Sie auf regelmäßige sportliche Aktivitäten, lassen Sie negative Gedanken konsequent zu, ignorieren Sie Ihre Wahnideen, die Ihnen Angst machen, formulieren Sie Ihren Wertekompass, nutzen Sie die Bewältigungsstrategien aus diesem Artikel. Seien Sie achtsam, so viel es geht, halten Sie Ihre Wohnung in Ordnung. Holen Sie sich immer wieder in die Realität zurück. Immer wieder freundlich ins Hier und Jetzt. Bis Sie gesund werden. Der Erfolg wird sich automatisch einstellen. 

Pflegen Sie Ihr soziales Netzwerk und wenn Sie wenige Freunde haben, versuchen Sie, neue zu finden. Verabreden Sie sich zum Kaffee, zum gemeinsamen Kochen, zum Sport oder zu einem Bierchen in einer Bar.

Das Gehirn ist plastisch und kann sich bis ans Lebensende neu vernetzen und zum Positiven verändern, ist das nicht eine gute Nachricht und ein Wunder? Es kann sich verändern, egal wie schlecht es Ihnen gerade zu gehen scheint. Es gibt keine kaputten Menschen und hoffnungslose Fälle, jeder Mensch kann gesund werden, mit Wissen, Mut, Geduld und Disziplin. Was bleibt Ihnen anderes übrig, als nach vorne zu gehen und Ihr Leben in die Hand zu nehmen? Zu verzweifeln ist keine Alternative, und auch wenn Sie doch mal verzweifeln, es geht vorbei!

Nehmen Sie Ihr Instrument in die Hand, greifen Sie zum Buch, schnappen Sie sich Ihre Laufschuhe, setzen Sie sich an Ihr Tagebuch, greifen Sie zum Stift und fangen ein Bild an, starten Sie Ihr Computerspiel, oder was auch immer Ihnen Freude macht, oder früher Freude gemacht hat.

Machen Sie sich klar: schlechte Gedanken und Gefühle sind absolut unnötig (das wissen Sie schon) und absolut ungefährlich. Sie sind nicht in Gefahr. Sie sind in Sicherheit. Das Leben geht weiter. Es wird besser – versprochen.

Wenn Sie mögen, nehmen Sie Gottes Zusage in Anspruch, dass Sie durch Jesus Christus gerettet und ein Kind Gottes sind. Sie sind beschützt und geborgen. Gott sieht Ihr Leiden und hilft Ihnen in den dunkelsten Stunden. Darauf können Sie hoffen und sich verlassen. Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen.

Ja, es wird Rückschläge geben, ja es wird Hürden und Schwierigkeiten geben, ja es ist nicht einfach, aber es lohnt sich diesen Weg zu gehen.Eine glückliche Zukunft erwartet Sie, Sie können jetzt schon glücklich sein. Denken Sie daran, dass Sie langfristig gesund werden und es Umwege geben wird. Verfolgen Sie ihre Werte, Träume und Ziele.

Die Seele will gesund werden.

Äußere Ordnung, innere Ordnung

Ich war als Kind schon sehr unordentlich. Wenn ich gerade im Spiel vertieft war und meine Mutter mich zum Aufräumen ermahnte, gab ich mir Mühe anzufangen war dann aber kurz darauf wieder in das Spielen vertieft.

In den WGs in denen ich gewohnt habe war ich sehr unordentlich und eckte damit regelmäßig bei meinen Mitbewohnern an. Als ich 2006 eine Psychose in Ulm hatte wo ich studierte war mein Zimmer eine Katastrophe. Ich war regelrecht verwahllost und entsprechend fühlte ich mich auch im Inneren.

Heute weiß ich wie wichtig Ordnung ist, denn äußere und innere Ordnung hängen zusammen. Als meine Mutter Anfang 2024 bei mir zuhause zu Besuch war, sind wir wieder in unser altes Mama/Sohn Schema verfallen. Ich gab die Verantwortung für die Wohnung komplett ab – wie früher zuhause. Meine Mutter kümmerte sich um den Abwasch, das Essen, die Wäsche, saugte Staub und räumte auf. Zudem ermahnte sie mich immer wieder wenn ich Flecken an der Kleidung hatte. Ich verhielt mich wie ein Kind und deswegen wurde ich auch so behandelt. Was mich sehr ärgerte.

Irgendwann reiste meine Mutter ab und es hat Klick in meinem Kopf und ich bin jetzt sehr ordentlich. Es ist ganz einfach ein Schritt in ein erwachsenes Ich. Ich habe mir Hilfe bei jemandem aus meiner Gemeide gesucht so dass einmal eine gewisse Grundsauberkeit herrscht. Ich kümmere mich um die Wäsche, die Böden, wasche nach dem Essen sofort alles ab und räume die Bude auf.

Ein herrliches Gefühl, ich fühle mich nun viel wohler in meiner Wohnung und brauche mich nicht mehr zu schämen wenn Gäste kommen.

Halten auch Sie Ordnung in der Wohnung und es wird Ihnen psychsich viel besser damit gehen. Werden Sie erwachsen.

Die äußere Ordnung spiegelt oft den inneren Zustand wider. Wenn man innerlich unruhig, gestresst oder überfordert ist, kann sich das oft in Unordnung und Chaos im Haushalt manifestieren. Umgekehrt kann das Schaffen von äußerer Ordnung dazu beitragen, den inneren Zustand zu beruhigen und zu ordnen.

Eine ordentliche Wohnung reduziert Stress, fördert das allgemeine Wohlbefinden, erzeugt ein Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit. Leben Sie in einer Partnerschaft oder Familie wo sich Ihr Angehöriger (Mutter, Vater) ihnen jede Arbeit abnimmt? Machen Sie sich und ihnen eine Freude und machen Sie möglichst viel im Haushalt mit. Putzen und aufräumen sind auch eine super Achtsamkeitsübung bei der Sie den Fokus weg von Ihrem Seelenleben hin zu einer sinnvollen Aufgabe lenken auf die Sie sich fokussieren können. Aufgaben zu erledigen ist ein tolles Gefühl.

Im Kloster wird nicht umsonst Sauberkeit oft als Ausdruck der inneren Reinheit und spirituellen Ordnung betrachtet. Die äußere Reinheit des Raums spiegelt die innere Reinheit des Geistes wider. Durch die Pflege einer sauberen Umgebung streben die Mönche danach, ihre spirituelle Disziplin zu fördern.