Das Leben auf hohem Schwierigkeitsgrad

Meine gaming-affine Ex-Freundin Susi sagte immer ganz treffend „Niko, du spielst das Leben auf hohem Schwierigkeitsgrad durch“. Das hat mich heute zum Nachdenken gebracht. Welchen Grund gibt es für Spieler einen hohen Schwierigkeitsgrad für ihr Spiel zu wählen?

Wer in diesem Spiel des Lebens ohne größere Widerstände durchkommt, der verpasst etwas. Die tiefgründige Erforschung des Lebens in all seinen Facetten. Wo kein Schatten da auch kein Licht. Die intensiven Psychoseerfahrungen haben mich viel über mich, die Krankheit und die Welt gelehrt.

Ich rege mich nicht über Kleinigkeiten oder andere Leute auf. Ich vertraue auf eine tiefe, innere Kraft und Kreativität in mir, die wie ein großer Schatz in mir verborgen liegt und darauf wartet entdeckt zu werden und ans Licht zu kommen. Ohne die Krisen hätte ich nicht zum Glauben gefunden, ich hätte mein Schreibtalent nicht entdeckt und wäre nie auf die Idee gekommen kranken Menschen helfen zu wollen.

Der hoher Schwierigkeitsgrad verlangt mir ab die Gesetze der Realität tief zu erfahren und zu durchdringen, immer wieder zu scheitern und etwas daraus zu lernen. Der Lohn dafür ist Lebenserfahrung und Weisheit über die Natur der Realität, die ich anderen Menschen weitergeben darf. Meine Mini-Bosse/Krisen bringen mich immer wieder an meine Grenzen und immer wieder darf ich erfahren dass ich gestärkt aus diesen Bosskämpfen herauskomme und wieder etwas gelernt habe.

Ein hoher Schwierigkeitsgrad ist stressig und anstrengend, aber die Belohnungen (die Beute) sind umso wertvoller je mehr ich sie mir erarbeiten muss.

Wer alles auf easy spielt wird nie die ganze Tiefe dieser Welt erleben und ein oberflächliches Leben führen (auch wenn das erstrebenswert sein könnte?)

Auf welchem Schwierigkeitsgrad spielst du dein Leben?