Wie sollen wir im Alltag oder bei größeren Entscheidungen handeln? Was gibt uns Orientierung und Sicherheit?
Machen Sie sich mal Gedanken über Ihre Werte. Was ist ein Wert? Dazu folgender Dialog:
Sohn: Papa spielst du mit mir Lego?
Vater: Nein, ich muss arbeiten.
Sohn: Warum?
Vater: Weil ich Geld verdienen muss
Sohn: Warum?
Vater: Na, damit wir etwas zu essen haben!
Sohn: Warum?
Vater: Weil ich will dass es uns gut geht!
Sohn: Warum?
Vater: Ach frag doch nicht so blöd, das ist einfach so!
—
In dieser kleinen Geschichte geht es um den Wert „Familie“. Es ist das was den Lebensentscheidungen des Vaters zu Grunde liegt. Es steuert sein Handeln.
Es gibt viele verschiedene Werte nach denen man leben kann. Ich versuche ein werteorientiertes Leben zu leben. Meine Werte sind:
mental und physisch stark sein
Kreativität
gute Beziehungen zu Freunden, Gemeinde und Familie
Achtsamkeit
Es gibt noch viele weitere Werte im Leben
Ehrlichkeit
Respekt
Empathie
Verantwortung
Freundlichkeit
Dankbarkeit
Geduld
Entschlossenheit
Toleranz
Mitgefühl
Authentizität
Großzügigkeit
Demut
Selbstlosigkeit
Integrität
Gelassenheit
Durchsetzungsvermögen
Hilfsbereitschaft
Gerechtigkeit
Flexibilität
Zielstrebigkeit
Optimismus
Achtsamkeit
Selbstreflexion
Suchen Sie sich Ihre 4 Kernwerte heraus und schreiben Sie sie in Ihr Tagebuch oder auf ein Post-it dass sie an die Wand hängen.
Unsere Werte leiten uns durch unser Leben und wir werden uns bewusst was uns wirklich wichtig ist und antreibt. Wenn Sie sich einmal orientierungslos fühlen, denken Sie an Ihre ganz persönlichen Werte.
Literaturempfehlung
Wer mehr über den Wertekompass erfahren will, dem empfehle ich das Buch
Wie gehen Sie mit negativen Gedanken um? Erschrecken Sie manchmal über ihre Gedanken? Haben Sie manchmal Angst vor ihren Gedanken, so dass sie zum Beispiel Angst haben sich oder anderen was anzutun? Oder steigern Sie sich in übertriebene Sorgen rein? Haben Sie blasphemische, sexuelle oder aggressive Gedanken die Sie aus dem Konzept bringen?
Manchmal leiden wir an unseren Gedanken. Warum ist das so? Jedes fühlende Wesen möchte sich Schmerz entziehen. Das ist ein Naturgesetz. Das macht den Umgang mit negativen Gedanken so knifflig. Wenn diese Gedanken kommen versuchen wir sie zu unterdrücken oder zu neutralisieren. Ein Beispiel: Sie haben einen negativen, blasphemischen Gedanken wie „Ich hasse Gott!“ Dann erschrecken sie und denken „oh nein das wollte ich nicht denken, Gott ist gut“ und beten ein Vater unser. Das ist mit Neutralisierung gemeint. Wir glauben dass wir den Gedanken entkräften müssen, weil wir glauben er sei gefährlich und genau dass ist die Falle in die wir tappen.
Der richtige Umgang mit negativen Gedanken und Gefühlen ist, sie zuzulassen und nicht zu bekämpfen. Im Buddhismus kennen wir den Gedanken des „monkey mind“. Der Geist ist wie ein wilder Affe der im Urwald herumturnt. Manche Gedanken verbieten wir uns und wir haben Angst vor Ihnen. Stellen Sie sich diesen Gedanken als einen Baum vor und sie versehen ihn mit Schildern wo draufsteht: „Gefährlich auf keinen Fall betreten“ um dass Äffchen davon abzuhalten auf diesen Baum zu klettern. Nur kann dass Äffchen leider nicht lesen und ist im Gegenteil neugierig was es mit diesem Baum und seinen Schildern auf sich hat und klettert dort wo es nicht soll am allerliebsten.
Deswegen entstehen Zwangsgedanken. Gedanken die wir nicht wollen, die uns Angst machen, die wir loswerden wollen.
Machen Sie sich klar dass Gedanken nicht die Realität sind. Völlig egal wie furchteinflösend, sexuell oder blasphemisch diese Gedanken sind – es sind Illusionen, sie sagen nichts über Ihren Charakter aus. Sie SIND nicht Ihre Gedanken.
Im Rahmen der Acceptance Commitment Therapy (ACT) der aktuell modernsten Therapieform kennen wir das unter dem Begriff „Defusion“. Wir sollten nicht mit unseren Gedanken „fusioniert“ dass heißt „verschmolzen“ sein.
Machen Sie sich weiterhin klar, dass egal wie schlimm die Gedanken sind und egal wie schlecht Sie sich fühlen: Sie sind nicht in Gefahr und es kann Ihnen nichts passieren. Sie sind in Sicherheit und es geht vorbei. Es ist nicht real. Lassen Sie den Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen und wenden Sie sich sofort wieder der Realität zu, dem hier und jetzt zu, mit dem was Sie gerade tun, was sie sehen und anfassen können, was jetzt gerade wichtig ist.
Wie gehen wir also mit unseren Gedanken auf eine gesunde Art um? Wir sollten Sie zulassen und uns nicht weiter darum kümmern. Wir können Sie durch den Geist ziehen lassen ohne „zurück“-zudenken. Sie sind wie Wellen eines Ozeans. Wir beobachten sie einfach und lassen sie los. Genau das üben wir wenn wir meditieren. Meditation ist ein geistiges Training mit dem wir unserem „monkey mind“ etwas entgegensetzen.
Ich meditiere jeden morgen eine halbe Stunde als Teil meiner Morgenroutine. Ich setze mich auf mein Meditationskissen, setze einen Timer auf 30 Minuten und schlage meine Meditationsglocke. Ich achte nur auf meinen Atem und hole mich immer wieder freundlich ins Hier und Jetzt zurück. Es ist völlig normal dass der Geist abschweift. Meditation ist simpel aber nicht einfach, es erfordert einiges an Übung und es braucht eine Weile bis man Erfolge hat. Aber bleiben Sie dran, es lohnt sich. Meditation kommt ursprünglich aus dem Buddhismus, man kann Sie aber mittlerweile als losgelöst aus der Religion betrachten und praktizieren
Die Meditationspraxis ist nicht auf das Sitzen beschränkt sondern wir können Sie auch im Alltag praktizieren. Das nennt man Achtsamkeit. Wir können versuchen so achtsam wie möglich zu sein, wir verstricken uns nicht in Vergangenheit oder Zukunft sondern sind im hier und jetzt – ganz bei der Sache. Beim Arbeiten, beim Geschirr spülen, beim spazieren, beim Essen, beim Gespräch mit anderen Menschen. Wir sind völlig präsent. Wir sind im hier und jetzt
Folgen Sie dem Weg der Achtsamkeit und ihr Leben wird gelassener, leichter und erfolgreicher. Lassen Sie sich nicht von negativen Gedanken beeindrucken und genießen Sie was das Leben Ihnen bietet.
Viel Erfolg!
P.S.: Gedanken sind in der Regel nicht real und nicht gefährlich. Etwas anderes gilt wenn Sie konkrete Pläne machen sich oder jemandem etwas anzutun. Dann ist essenziell dass sie mit jemandem reden und sich professionelle Hilfe suchen. Notfalls wählen Sie die 112 und lassen Sie sich ins Krankenhaus bringen. Dort bekommen Sie Hilfe. Passen Sie gut auf sich auf.
Lange Zeit in meinem Leben habe ich das Thema Gott und Bibel komplett abgelehnt. Ich hörte seit meiner Jugend düstere Metalmusik und liebäugelte sogar mit dem Thema Satanismus. Wie naiv ich doch war.
Später als ich mal wieder im Krankenhaus war wendete sich das Blatt. Es ging mir sehr schlecht und ich war einsam und verzweifelt. Mühsam schleppte ich mich durch den Klinikalltag: Schlafen, Therapien, essen, rauchen.
Doch es gab einen Lichtblick: Einmal die Woche kam ein katholischer Pfarrer mit seiner Gitarre auf die Station und wir haben mit jedem der wollte eine halbe Stunde christliche Lieder gesungen. Mein Lieblingslied war dieses hier:
Deine Hand ist über mir
Deine Hand ist über mir Und ich stehe unter deinem Schutz Deine Hand ist über mir
Deine Hand ist unter mir Und ich berge mich darin Deine Hand ist unter mir
Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand
Deine Hand ist hinter mir Und du gibst mir deine Kraft Deine Hand ist hinter mir
Deine Hand ist vor mir Und du ebnest mir den Weg Deine Hand ist vor mir
Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand
Diese eine halbe Stunde die Woche war für mich eine Insel im elenden Klinikalltag. Ich singe sehr gerne und der Pfarrer hat mich immer für meine Stimme gelobt, das gefiel mir.
Ich kam mit dem Pfarrer ins Gespräch und ich erzählte von meinen düsteren Gedanken. Er sagte, ja, dass seien die gottesfernen Kräfte. Er erzählte mir von Gott, er strahle die Liebe aus so wie die Sonne scheint – er kann nicht anders. Das fand ich interessant. Wir haben zusammen gebetet und er hat mir ein Andachtsbuch geschenkt, welches ich allerdings nicht gelesen habe. Ich ging zum Klinikgottesdienst wo der Pfarrer predigte und ich fand es interessant, fühlte mich allerdings noch etwas fehl am Platz. Ich hatte danach noch weitere spirituelle Bücher gelesen aber ich konnte nicht viel damit anfangen. Da wurde immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wie herrlich Jesus ist und wie toll das Wort Gottes ist und wie super Gebet hilft. Ich konnte das damals nicht verstehen, weil ich Jesus noch nicht kannte.
Nach dem Krankenhaus habe ich eine Weile gearbeitet und kam danach wieder ins Krankenhaus. Danach wollte ich eine Reha machen und bin auf die de’ignis Fachklinik gestoßen welche christliche Grundelemente haben soll, so las ich es auf der Homepage. Ich war neugierig und da ich so viel Spaß am Lobpreis hatte habe ich mich entschieden da hinzugehen. Die Reha dauerte 4 Wochen. Es wurde viel gebetet und gesungen. Ich habe weitere Lobpreis Lieder kennengelernt, die mir sehr gut gefallen haben. Zum Beispiel dieses hier:
Ich fing an mich an das Beten zu gewöhnen und es fing an mir gut zu tun. An einem Abend hat meine Gruppe ein Abendprogramm für die ganze Klinik gestaltet. Wir haben Lobpreis gesungen und es hat mir große Freude gemacht. Wir haben unter anderem das hier gesungen:
Im Anschluss an das Konzert waren wir in der Gruppe und haben gebetet. Es war eine geheiligte Atmosphäre die mich sehr berührt hat. Es fühlte sich richtig und voller Energie an und so habe ich das Gebet kennengelernt.
Die Klinikzeit ging zu Ende und ich wandte mich (wenig erfolgreich) wieder dem Beruf zu. Ich arbeitete als Programmierer und wurschtelte mich irgendwie durch. Dann begann die Pandemiezeit und ich war viel zuhause und trank Alkohol um mich zu entspannen. Aber mein Glaube hatte sich vertieft und ich besuchte einige Gottesdienste. Irgendwann hat mich meine Nachbarin gefragt ob ich nicht in die Liebenzeller Gemeinde in Oßweil mitkommen will. Das ist 3 Jahre her. Dort wurde ich herzlich aufgenommen und ich ging regelmäßig hin.
Ich ging auf die Veranstaltung „Life on Stage“, das war ein Musical mit christlicher Botschaft wo man am Ende vor zum Kreuz gehen und sich zum Christsein bekennen konnte. Das habe ich gemacht und für mich die Entscheidung getroffen dass ich an Gott und Jesus Christus glauben will. Ich betete dass ich mein Leben Jesus Christus übergeben will.
Seitdem ist Jesus ein Teil meines Lebens und ich kann nicht mehr ohne ihn. Ich glaube daran, dass er sich in meiner Seele tummelt, das er der Sohn Gottes ist und das er für meine Sünden gestorben ist. Ich bete jeden morgen und schreibe viel über Jesus und Gott in mein Tagebuch.
Für mich steht fest: Gott meint es gut mit uns Menschen und will nur das Beste für uns. Jesus war auf der Erde und hat Wunder gewirkt. Er hat Kranke geheilt. Ich will ihm nachfolgen. Ich stelle mir manchmal die Frage: „Was würde Jesus in dieser Situation tun?“.
Jesus ist für mich eine Quelle der Freude geworden und ich bete regelmäßig zu ihm. Ich bedanke mich für alles was ich habe und was mir gelingt und ich bete für neue Kraft jeden Tag. Was schwierig ist und mir Angst macht werfe ich aufs Kreuz und vertraue darauf das ER sich um alles kümmert was nicht innerhalb meiner Kontrolle liegt. Ich vertraue darauf dass Gott mich Schritt für Schritt und durch alles Elend hindurchführt. Irgendwann werde ich an mein Ziel gelangen. Ich will bei Gott sein wenn ich einmal sterbe.
Psalm 23 (Lutherbibel 2017):
1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Ich habe mir viele Gedanken über meine Sterblichkeit gemacht und dass meine Zeit auf der Erde begrenzt ist. Was kommt danach? Das weiß niemand so ganz genau und Philosophen durch alle Zeitalter hindurch haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen. Mein Glaube gibt mir Trost und Hoffnung. Ich weiß dass ich einmal im Himmel sein werde und Gemeinschaft mit meinem Gott haben werde. Ich bin jetzt schon erlöst und gerettet und das macht mir Mut.
Wir können Gottes Liebe und sein Königreich jetzt schon in Anspruch nehmen wenn wir glauben. Warum sollten wir dieses kostbare Geschenk ablehnen? Ich bin sicher Gott meint es gut mit uns. Er will in Beziehung zu uns sein. Er will dass unser Leben gelingt. Warum sollte ich diese unendliche Liebe die mir geschenkt wird ignorieren? Auf Jesus können wir uns immer verlassen. Er hilft uns, er sieht uns, auch in unserem Leiden und er leidet mit uns.
Mittlerweile gehe ich sehr gerne in die Kirche. Das Singen macht mir Spaß. Ich genieße die Gemeinschaft. Es ist ein Hunger in meiner Seele, der gestillt werden will. Ich bin auf dem Weg in die Kirche und denke „Ok, jetzt will ich etwas über Jesus erfahren“. Ich bin gut in die Gemeinschaft eingebunden und als ich letztes Jahr wieder im Krankenhaus war haben die Gemeindemitglieder für mich gebetet und haben mich oft besucht und Obst und Zigaretten vorbeigebracht. Zudem bin ich seit einer Weile im Junge Erwachsene Treff meiner Gemeinde. Wir machen Spieleabende, beten zusammen und gehen was Essen. Die Leute sind nett und die Abende gelingen mir.
Wie stehen Sie zum Thema Gott? Ich kenne die Zweifel und den Unglauben sehr gut, ich war selbst lange Zeit in der Gottesferne gefangen und habe mich durchs Leben geschlagen, alleine und hilflos. Doch ich bin nicht alleine. Ich habe Familie, Freunde und Gemeinde und ich habe eine ewige Kraft in meinem Leben, die es gut mit mir meint und auf die ich nicht verzichten will. Vielleicht denken Sie „Das ist doch alles Quatsch. Das brauch ich nicht“. Und dennoch, ich ermutige jeden dazu sich einmal Gedanken um die Ewigkeit zu machen und darüber was uns in diesen turbulenten Zeiten durch unser Leben tragen kann. Worauf wir hoffen können.
Vielleicht kommen Sie irgendwann auf den Geschmack, spätestens wenn es nicht mehr weitergeht und sie am Ende der Fahnenstange sind und ganz am Boden zerstört sind und es einfach nicht mehr weitergeht, wenn alles Aus scheint und die Dunkelheit Sie zu ersticken droht – dann tritt Gott auf den Plan und Sie können ihn darum bitten dass er Sie rettet. Und das wird er. Ganz sicher.
Wo die Not am größten ist, da ist Gott am Nächsten.
Für mich steht fest: Ohne Jesus geht es nicht.
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Was erzählen wir uns da Tag für Tag und Stunde für Stunde? Welche Wirkung hat das auf uns? Welche Gedanken (gesprochene Worte in unserem Kopf) produzieren wir und was fangen wir damit an?
Wir drehen uns oft gedanklich in einem Kreis um uns selbst, analysieren, malen uns die Zukunft schwarz aus, denken an vergangene Misserfolge, peinliche Erlebnisse und Niederlagen. Wir sind auf uns selbst und unser Seelenleben fixiert. Der Geist produziert immer mehr unnötige Gedanken. Wir sind süchtig nach Gedanken. Wir wünschen uns manchmal einen Aus-Knopf der den ewigen Müllstrom in unserem Geist zumindest eine Weile unterbricht, dass wir durchatmen können.
Ein berühmter Spruch lautet „Glauben Sie nicht alles was sie denken“. Wenn wir ohnehin schon ununterbrochen denken müssen, wäre es nicht viel besser etwas gesundheitsförderliches und schönes zu denken?
Lassen Sie mal folgenden Absatz auf sich wirken:
„Ich glaube es geht mir deutlich besser, deutlich besser, deutlich gelassener. Ich ruhe in mir. Mir geht es jeden Tag, in jeder Hinsicht besser und besser. Ich genieße mein Leben. Ich darf in Frieden, Wohlstand und Gesundheit leben. Mir kann nichts passieren, ich bin in Sicherheit. Ich werde beschützt und behütet. Alles was ich mir vorgenommen habe gelingt mir. Ich bin mutig und zuversichtlich. Ich freue mich auf das Abendessen, den Theater, den Kinobesuch, den Spaziergang. Ich werde ganz, zu 100% komplett gesund, ich bin jetzt schon gesund. Es wird deutlich leichter. Das Leben ist wunderbar. Die Welt ist wunderschön und perfekt und ich darf ein Teil davon sein. Ist das nicht schön? Die Welt ist wie sie ist. Die Realität ist wie sie ist. Ich mag mein Leben. Ich bin OK. Heute wird ein guter Tag, ich fühle es ganz genau. Eine tiefe Stille und Zufriedenheit breitet sich in mir aus. Ich bin gesund. Ich genieße mein Leben so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen. Ich gehe meinen Weg gerne. Ich bin geborgen und beschützt“.
Wie hat das auf sie gewirkt? Fühlen sie sich vielleicht nach dem Lesen ein bisschen besser, oder zumindest neutraler als sonst?
So wie ich es hier beschrieben habe können wir tagtäglich und stündlich ein positives Selbstgespräch führen. Sie könnten einwenden „Aber es geht mir doch schlecht, ich kann nichts positives an meinem Leben finden. Mein Leben ist die Hölle“
Sie können sich entscheiden anzufangen positiv zu denken. Dieses positive Selbstgespräch trägt sie durch die schwierigsten Zeiten. Am Anfang ist es noch schwierig und es fällt einem vielleicht nichts positives ein. Aber so wie wir im Fitnessclub unsere Muskeln trainieren, so können wir auch positives Denken üben. Das Gehirn fängt an sich neu zu vernetzen und wird mit der Zeit immer leichter (automatisiert) positive Gedanken produzieren mit denen sie sich mit Sicherheit langfristig besser fühlen werden. Hören Sie auf sich auf das negative zu fokussieren und üben Sie positives Selbstgespräch. Das geht auch besonders gut schriftlich in Ihrem Tagebuch.
Eine Morgenroutine hilft dabei gut in den Tag zu starten und gibt Stabilität und Alltagsroutine. Sie müssen nicht darüber nachdenken was sie in welcher Reihenfolge tun sondern spulen ihr Programm ab, danach sind sie bereit für den neuen Tag an dem sie den Kopf erst mal frei haben. Meine Routine an die ich mich fast immer halte sieht so aus
6 Uhr: Der Wecker klingelt (Ich bin eine Lärche – wenn sie eine Eule sind wird ihr Wecker zu einem anderen Zeitpunkt klingeln)
Ich trinke ein großes Glas Wasser
ich mache mir Kaffe und rauche eine Zigarette auf dem Balkon (das mit der Zigarette sollten sie mir nicht nachmachen, aber das ist ein anderes Thema)
Ich setze mich mit einem weiteren Kaffee an den Computer und schaue mir auf youtube meine Lieblingslieder an die mir gut tun. Vieles davon ist christlich, aber bei Ihnen kann es etwas anderes sein. Die Hauptsache ist Sie füllen Ihren Kopf mit positiven Botschaften. Hier ist meine Liste:
Ich dusche und wenn mir danach ist singe ich dabei
ich nehme meine Medikamente
Ich stelle den Timer auf 10 Minuten und mache eine Morgengymnastik
Ich gehe auf mein Mediationskissen, schlage an die Klangschale und mache eine 30-minütige Meditation
Ich sinke mit dem Kopf auf das Kissen und bete 2 bis 3 Minuten. Ich bedanke mich dafür was alles gut läuft, was ich aufs Kreuz legen will und bete für meine Mitmenschen
Ich hole die Brotbeläge aus dem Kühlschrank und frühstücke
wenn ich nicht gerade arbeite und Zeit habe mache ich einen 45-minütigen achtsamen Spaziergang
Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor der Psychose? Sie sind vielleicht zur Schule gegangen, sind verreist haben einen Partner kennengelernt und waren im Kino oder auf einem Konzert. Sie haben keinen Gedanken an Paranoia verschwendet. Kommt dieses alte Leben wieder? So einfach ist es nicht. Die Psychose wird Sie verändern, allerdings langfristig gesehen nicht zum Negativen sondern es ist eine Möglichkeit zu wachsen. Sie werden nicht mehr der Alte sein sondern besser. In jeder Krise steckt eine Chance und Krisen gehören zum Menschsein nun mal dazu. Sie werden sich selbst besser kennen lernen, die Welt besser verstehen, wenn sie mögen zum Glauben finden, sie gewinnen einen tieferen Einblick in die Seele und die Natur. Sie machen schmerzhafte Erfahrungen aus denen sie lernen. Schmerz adelt die Seele.
Sie werden Weisheit gewinnen und positiv auf ihr Umfeld einwirken. Vielleicht ergreifen Sie einen anderen Beruf der besser zu Ihnen passt, oder finden eine neue Stelle die Ihnen viel mehr Spaß macht. Vielleicht entdecken sie ein Hobby wieder oder finden ein neues. Vielleicht entwickeln Sie gesunde Gewohnheiten, ernähren sich besser, vermeiden Süchte und treiben mehr Sport. Niemand hindert sie daran erfolgreich zu sein außer Sie selbst. Sie haben Gelegenheit Ihr Leben zu reflektieren, vielleicht finden Sie auch eine Berufung, vielleicht etwas das anderen Menschen hilft oder die Welt besser macht.
Bevor die Psychose kam hat etwas in Ihrem Leben nicht funktioniert. Ihre Einstellung, zu viel Stress, der falsche Beruf, ein Trauerfall, eine toxische Beziehungen, Mediensucht oder vielleicht Substanzmissbrauch. Ihr Körper zeigt ihnen das es so nicht weitergeht und zwingt Sie durch die Psychose zur Umkehr.
In seinem Buch “Angst und Panikattacken loswerden” beschreibt Klaus Bernhard die Angststörung als Liebesdienst der Psyche. Der Gedanke ist etwas radikal aber sehr interessant. Er schreibt, man solle sich eine Mutter vorstellen dessen Kind auf dem Gehweg mit einem Ball spielt. Die Mutter ruft und ermahnt das Kind zuerst freundlich das es sich von der Straße fernhalten soll. Das Kind geht aber trotzdem auf die Straße. Die Mutter erschreckt sich und ruft lauter, keine Reaktion. Die Mutter rennt zur Straße und packt das Kind um es auf den Gehweg weg von der Gefahr zu ziehen. Das Kind wird überrascht sein und erschrecken. Es versteht nicht warum die Mutter es gepackt hat und beginnt zu weinen. Das Kind versteht nicht dass es nur zu seinem Besten ist. So ist es mit der Angststörung oder auch Psychose. Bevor sie auftrat gab es eine innere Stimme die gemahnt hat das etwas in unserem Leben nicht stimmt und wir uns verändern müssen damit wir nicht in Gefahr geraten. Aber wir wollten nicht hören und machten genau so weiter.
So kenne ich es zum Beispiel aus meinem Studium. Ich war überfordert aber glaubte ich muss mich irgendwie durchbeißen und ignorierte alle Signale die mir mitteilten das es mir schlecht ging aber ich wollte nicht hören. Dann kam die Krise und ich war gezwungen meine Situation zu verändern und erst mal eine Auszeit zu nehmen. Später ging ich dann zurück nach Stuttgart um dort weiterzustudieren – was sich als hervorragende Entscheidung erwies, da mir das Studium dort viel besser gefiel und ich viele neue Leute kennen lernte und im Hochschultheater aufblühte. Das wäre vielleicht ohne die Krise nie passiert. Ähnlich geht es Menschen die jahrelang unzufrieden oder überlastet in ihrem Beruf sind und einen Burnout erleben, der auch sehr viel mit Ängsten zusammenhängen kann. Diese Menschen sind gezwungen etwas in Ihrem Leben zu verändern, was widerum sehr positiv sein kann.
Bestimmt kennen Sie den Spruch “In jeder Krise steckt eine Chance”. Ich habe die Erfahrung gemacht das da viel Wahrheit dran ist.
Literaturempfehlung
Einige Inhalte dieses Artikels entspannen dem folgenden, hervorragenden Buch:
Tagebuch zu führen wird immer wieder von Therapeuten empfohlen. Es dient dazu den Tag zu reflektieren und Gedanken zu sortieren und zu ordnen. Insbesondere abends vor dem Schlafengehen ist es ein simple und angenehme Tätigkeit um den Tag noch mal Revue passieren zu lassen. Gedanken werden externalisiert, das heißt wir bekommen sie raus aus dem Kopf und können sie besser loslassen. Das fördert auch den Schlaf. Es gibt verschiedene Arten von Tagebüchern. Das allgemeine Tagebuch, das Traumtagebuch und das Erfolgstagebuch. Ich habe immer wieder Phasen in denen ich sehr intensiv Tagebuch schreibe und es in anderen Phasen wochenlang bleiben lasse. Ich habe schon sehr viel mit Tagebüchern gearbeitet und dabei einige Tricks aufgeschnappt und weiterentwickelt.
Das Allgemeine Tagebuch
Schnappen Sie sich ein Papiertagebuch und einen Stift. Oder legen Sie ein Dokument auf Ihrem Computer an. Beschreiben Sie was sie an diesem Tag oder gestern erlebt haben. Was war gut, was war schlecht, was haben sie gemacht, wen haben sie getroffen, was hat Spaß gemacht und was war unangenehm, was haben sie aus dieser oder jener Situation gelernt?
Hier ist ein Beispiel aus meinem Tagebuch
6.8.2023
Heute habe ich mit meinen neuen Kopfhörern in der Tagesklinik Musik gehört und gut entspannt. Wir haben gegrillt. Ich habe auch ein bisschen das neue Tower Defense gespielt. Zuhause habe ich lange ein gutes Gespräch mit Mama geführt und danach war ich Joggen. Hab danach wieder meinen KYA Schrei gemacht. Zuhause habe ich geduscht. Heute will ich noch singen und lesen. Die Tür zum Käfig steht weit offen, ich muss nur den ersten Schritt nach draußen tun und endlich frei sein. Es ist meine Entscheidung. Ich bin verantwortlich.
Heute war ich wieder joggen und habe damit mein Wochenziel erreicht. Ich habe 2 Kapitel im Roman gelesen aber war sehr leicht abzulenken, was ich lese assoziiere ich ganz viel mit negativen Gedanken, Träumen und Erlebnissen. Am Abend habe ich mir den Fisch gemacht obwohl ich keine Lust hatte. Gut gemacht Niko. Ich frage mich warum ich manchmal ernsthaft Angst davor habe zu kochen, aufzuräumen oder zu frühstücken. Ich muss lernen dass das nur in meinem Kopf ist.
Tagebucheinträge in Krisenzeiten
Manchmal geht es in unserem Kopf so richtig rund und die Gedanken überwältigen uns. Statt auf der Couch zu liegen und in unserem eigenen Saft zu schmoren können wir versuchen die Gedanken mittels des Tagebuches zu externalisieren und so die Belastung unseres Geistes zu reduzieren. Schreiben Sie sich alles von der Seele, auch wenn es schockierende Inhalte sind. Ihr Tagebuch erträgt das geduldig. Danach versetzen sie sich in die Lage eines Freundes, eines Unterstützers, oder sogar eines Engels und halten dagegen.
Ich nutze gerne christliche Gedanken um mich wieder zu beruhigen aber es können auch neutrale Inhalte sein
Ein Beispiel dafür ist der folgende Eintrag (Triggerwarnung. Der Eintrag könnte etwas schockierend sein, wenn Sie sich gerade nicht wohl fühlen überspringen sie diesen Teil):
5.4.2023
Ich bin im Assoziationsmodus. Alles vermischt sich. Alles geht wild durcheinander. Sobald ich mich hinlege kommen die Gedanken. Ich kann nicht mehr. Wer kümmert sich um mich? Wer kann mich retten? Alles durcheinander. Alles steuert auf einen Punkt zu. Ich kann nicht mehr leben, ich habe keine Kraft mehr. Deutschland hat keine Kraft mehr. Meine Familie hat keine Kraft mehr. Alles wird finster um mich herum. Die Last. Die Qualen. Es hat alles keinen Sinn. Es gibt keinen Ausweg, keine Lösung, keinen Sinn. Das Schwarze Loch zieht uns rein. Loch. Vagina.Vergewaltigung TOD TOD TOD. Ich will sterben. Ich bin schwer psychisch krank. Jede Episode wird immer schlimmer. Ich sehe keinen Sinn. Keinen Ausweg. Ich habe seelische Schmerzen. Die alten Wunden reißen immer wieder auf. Sie werden mich foltern, bis in alle Ewigkeit. Rauchen zählt als Selbstmord. Ich muss gehen. Ich muss in die Hölle.
Jesus Christus. Komm zu mir. Bleib bei mir. Ich flehe dich an, du Jesus Christus – rette mich. Du bist meine einzige Hoffnung. Rette mich vor dem Feuer. Herr Jesus Christus, ich flehe dich an gib mir noch eine Chance.
Jesus ist immer bei dir Niko. Er liebt dich, er lässt dich nicht los. Jesus hat die Kraft zu heilen. Er heilt auch dich. Lass jetzt los. Hab Vertrauen ins Leben. Auch wenn es aussichtslos scheint, es führt ein Weg nach draußen. Gott gibt dir Kraft. Gott baut dich auf. Hab Vertrauen und lass los. Die Welt dreht sich weiter und du bist ein Teil davon. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Die Welt kann nicht auf dich verzichten. Du schaffst das! Vertraue auf Jesus, er wird dich retten. Du hast schon viel Schlimmeres durchgestanden. Alle glauben an dich. Dein Leben ist wertvoll. Es geht vorbei. Denk dran wie gut du dich gestern gefühlt hast. Heute kannst du gut schlafen und morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Du packst das!
Lesen sie sich die positive Komponente ein paar mal durch und lassen sie sie auf sich wirken
Traumtagebücher
Träume sind ein Mysterium und es überrascht mich immer wieder wie wenig die Wissenschaft von diesem Thema weiß – fest steht: Es ist ein sehr komplexes und individuelles Phänomen. Alpträume kennt jeder von uns, aber Menschen mit Psychosen können teilweise sehr bizarre und beunruhigende Träume haben. Es existiert die Theorie dass Alpträume sogar gesund für unsere Psyche sind, da in ihnen ungelöste Traumata, Gefühle und Konflikte verarbeitet werden. Das ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen, aber für mich ergibt es sehr viel Sinn. C.G. Jung hat sehr viel zu diesem Thema zu sagen und ich empfehle das Buch Gedanken, Träume, Erinnerungen. Es kann eine lohnende Erfahrung sein sich seine Träume aufzuschreiben und so einen tieferen Blick für Ihre Seele zu entwickeln.
Trauminhalte verschwinden schon sehr schnell nach dem Aufwachen, es kann hilfreich sein einen Notizblock für Stichworte neben das Bett zu legen und den Traum später in ein zentrales Dokument zu übertragen.
Ihre Träume im Directors Cut
Wenn Sie einen beunruhigenden Traum haben und aufwachen, machen Sie das Licht an und schnappen Sie sich Ihr Notizbuch. Notieren Sie stichwortartig Ihren Traum und überlegen Sie wie man das Ende positiv umschreiben könnte so das es ein Happy End gibt. Machen Sie sich zum Regisseur Ihrer Träume und transformieren Sie sie. Wenn Ihnen eine Bedeutung des Traumes einfällt, so können Sie diese auch notieren.
Hier sind einige Beispiele für Einträge in meinem Traumtagebuch
1.02.2023
Ich bin an einem Bahnhofsschalter und sage “Einmal mit dem Regionalexpress nach Stuttgart, bitte”. Ich gehe zum Ausgang und ein kleines dunkles Männchen versperrt mir den Weg. Ich komme nicht zum Zug, bekomme Angst und wache auf
Transformation:
Ich sage dem Männchen ich bin nun bereit den Heimweg anzutreten. Das Männchen nickt und sagt: “Pass auf dich auf – gute Reise”. Ich erwische den Zug nach Stuttgart, steige in die S-Bahn nach Ludwigsburg und komme bald zuhause an. Dort mache ich mir erst einmal meinen Kaffee und rufe Mama an, um ihr zu sagen das ich gut angekommen bin
März 2023
Ich träume von einem Gebäudekomplex wo Figuren hin und her rennen. Ich habe den Gedanken das das Persönichkeitsfragmente sind die vom Teufel verfolgt und eingefangen werden so das in meinem bewussten Verstand Unsicherheit und Verzweiflung herrschen.
Irgendwas mit Atomkrieg. Ich denke an das Kinderspiel “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?” “Niemand” “Soll er kommen? “Ja” dann versuchen die Kinder sich gegenseitig einzufangen. Ich habe den Gedanken das der schwarze Mann Satan ist.
Transformation
Die Figuren kommen langsam zur Ruhe. In den Gebäudekomplex kommt ein Raum mit christlicher Gemeinschaft und gemeinsamen Gebet. Die Figuren gehen in diesen Raum und feiern Gottesdienst. Sie sind in Sicherheit. Jesus ist da und gibt ihnen Brot und Wein.
7.2.2023
Ich bin an einer großen Haltestelle und finde meinen Zug nicht. Ich sehe Mama in der Küche, sie ist abweisend und raucht. Ich sage ihr das ich mein Gepäck verloren habe.
Transformation
Der Zug fährt nach Vaihingen. Von dort komme ich mit der S-Bahn nach hause. Mama drückt die Zigarette aus und sagst “Tut mir leid, ich tu es nie wieder”. “Dein Gepäck kommt mit der Post!”
1.3.2023
Ein Bus mit dem ich ins Ferienlager fahren wollte fährt ohne mich ab. Ich renne hinterher und ich kann doch noch mitfahren. Etwas später habe ich Angst das mein Gepäck nicht dabei ist. Ich sehe einen kaputten kleinen Koffer im Bus der leer ist. Ich bitte den Fahrer kurz zu halten damit ich im Lagerraum checken kann ob mein Koffer dabei ist.
Transformation
Ich denke kurz nach und dann vertraue ich darauf das der Koffer drin ist. Ich sage dem Fahrer wir können weiterfahren. Ich nehme mir einen gemütlichen Platz und höre Hörbuch. Ich freue mich aufs Ferienlager.
Bedeutung:
Den Bus erwischt zu haben ist schon mal ein guter Schritt. Das Thema Reise und Ferienlager hatte ich schon sehr oft. Ich denke die Reise steht für mein Leben und das Ferienlager ist das Leben meiner Träume. Was das Gepäck betrifft (emotional baggage), es könnte heißen das ich alte Ängste und Schuldgefühle nicht loslassen kann.
1.4.2023
Ich träume, ich steige mühsam aus dem Meer in eine Jacht. Dort bin ich in einer Kajüte und denke an meinen Schlüssel, mein Geldbeutel und mein Handy.
Transformation
Die Jacht fährt der Sonne entgegen die sich am Horizont niedersenkt. Ich stehe am Steuer der Jacht und erfreue mich an der herrlichen Weite des Meeres. Ich bin tief zufrieden.
Bedeutung
Jesus hat mir die Jacht geschickt damit ich nicht auf dem Meer vor mich hin treibe und untergehe.
2.4.2023
Ich träume von Counterstrike. Ich springe in den Tunnel von der Dust Karte und begegne einem Terroristen. Ich habe eine MP5 aber ich kann ihn nicht erschießen (Impotenz? Aggressionshemmung?)
Transformation
Der Terrorist und ich legen die Waffen nieder. Wir sehen ein dass das ewige Kämpfen keinen Sinn hat. Wir gehen in eine Kneipe und trinken ein Bier. Er erzählt mir wie er Terrorist wurde. Traurige Geschichte.
Bedeutung
Ich muss an den Film Identity denken. Da geht es darum dass im Unterbewusstsein eines Gefangenen sich die Persönlichkeitsfragmente in einem Abenteuer gegenseitig bekämpfen bis am Schluss nur eine Identität übrig bleibt. Hier kommt wieder der Gedanke das mein inneres Team sich gegenseitig bekämpft. Aber dafür gibt es keine Beweise. Wenn ich heute durch den Tag gehe, dann bin ich normal. Der Traum kann auch etwas anderes bedeuten. Er hindert mich nicht daran ein normales, produktives, erfolgreiches Leben zu führen.
6.8.2023
Ich bin in einer düsteren Kammer und ein Monster kommt die Treppe hinauf und will mich vernichten. Ich erschieße es in letzter Sekunde mit einer großen Waffe. Es gibt noch mehr Monster. Jemand schreit
Transformation
Die Monster verwandeln sich in Entenküken und das Licht geht in der Kammer an
Bedeutung
Verdrängte Ängste
7.8.2023
Ich bin in einem großen Hörsal oben auf einer großen Schiebetafel. Unten ist ein Kind. Die Tafel knallt herunter und ich habe Angst das das Kind sich verletzt. Das Kind kommt und will mich angreifen. Ich sage: „Hör auf, ich will dir nicht weh tun!“ Ich wache auf.
Bedeutung
Mein inneres Kind ist verletzt und braucht Heimat.
Transformation
Ich rede mit dem Kind: „Lieber kleiner Niko. Ich habe mich nicht um dich gekümmert. Ich habe zugelassen das die anderen dich mobben. Es tut mir leid. Ich habe nicht auf deine Bedürfnisse geachtet. Du brauchst nicht mehr böse zu sein, du brauchst keine Angst mehr haben. Ich bin für dich da. Wir sind ein unschlagbares Team“.
13.8.2023
Es ist dunkel. Ich gehe auf 3 gehüllte Personen zu. Sie umarmen mich und es wird dunkel
Transformation
Ich entzünde ein Feuer in meiner Hand und die Schatten flüchten in die Ferne. Ein Engel kommt zu mir und sagt: Du bist in Sicherheit Niko. Ich bin in einer hell erleuchteten Lagerhalle. Ich finde den Ausgang und gehe nach hause
In manchen Situationen helfen alle Werkzeuge und Tricks nicht. Weder Schreiben noch Mentaltechniken noch eine Entspannungsübung. Dann kommt es vor, dass die Gedanken uns überwältigen, wir auf ein Wahnsystem hereinfallen und wir in unserer schwarzen Kiste gefangen sind, von der wir dachten, dass wir sie hinter uns hätten. Wir sind frustriert und enttäuscht.
Folgende Situation habe ich letzte Woche erlebt. Ich lernte über eine Onlinedating Plattform ein Mädchen kennen, nennen wir sie Vera. Wir tauschten ein paar nette Nachrichten aus und machten einen Videochat, bei dem wir eine Stunde lebhaft quatschten. Die Zeit ging im Nu vorbei. Wir machten ein Date in meinem Lieblingsrestaurant aus und ich freute mich sehr darauf, denn ich lebe seit 6 Jahren als Single. Dann kam der Tag des Dates und am Morgen war ich sehr zuversichtlich, dass ich da hingehen kann. Vera ist zwar kein Supermodel, aber sie war nett und ich wollte einfach einen netten Abend erleben.
Mit der Tagesklinik haben wir einen Ausflug in ein Museum gemacht, während dem ich wieder psychotisches Erleben hatte. Die Reize waren mir zu viel und ich fühlte mich schlecht. Ich begann meine Angst zu planen, dieses Phänomen kennen Menschen mit Angststörungen sehr gut. Ich stellte mir vor wie ich später wieder mal auf der Couch liegen, Angst haben und absagen werde. Die Dramatik des Tages nahm zu. Irgendwann war der langweilige Museumsbesuch vorbei und ich ging nach hause um mich zu erholen. Ein innerer Kampf begann, den ich schon sehr gut von früher kenne. Gehe ich gehe, gehe ich nicht. Pack ich das, oder ist es zuviel, soll ich absagen oder soll ich es aushalten. Ich versuchte mich mit Regengeräuschen abzulenken, ich versuchte spazieren zu gehen. Als ich vom Spaziergang zurückkam, fühlte ich mal wieder dieses unheimliche Bedrohungsgefühl in der Magengegend. Ich geriet in leichte Panik. Der Termin rückte immer näher und die Anspannung nahm zu. Eine Stunde bevor ich eigentlich das Haus verlassen wollte, nahm ich allen Mut zusammen und kaufte mir mit dem Handy eine Fahrkarte. Ich hielt es zuhause nicht mehr aus und wollte die Fahrt hinter mich bringen. Ich malte mir aus wie ich vor Vera sitze und keinen sinnvollen Satz herausbringe, das hatte ich schon bei einem vergangenen Date erlebt. Vera schrieb mir das sie da sein werde und schon ordentlich Hunger hat. Jetzt gab es kein zurück. Ich stieg in den Bus und fuhr mit der S-Bahn in die Stadt. Ich redete mir gut zu: “das wird schon” “du packst das” “hab einen schönen Abend”.
Dann kam ein Schock. Ein Lautsprecheransage sagte dass die S Bahn am Hauptbahnhof (oben) bei den Fernzügen halten würde. Nun muss man wissen, dass seit der Stuttgart 21 Baustelle der Hauptbahnhof eine Katastrophe ist. Man muss 15 Minuten wie durch ein Labyrinth irren bis man zur Innenstadt gelangt. Zudem ist es voll mit Leuten. Ich bekam Angst, ich kenne den Bahnhof aus früheren Fahrten und erinnerte mich daran wie verwirrt ich dort war und das ich dauernd Leute fragen musste bis ich endlich zur S-Bahn kam. Mich an einem Bahnhof zu verirren, das habe ich seit Jahren in meinen wiederkehrenden Albträumen. Ich stieg also aus der S-Bahn und wie ich erwartet hatte war alles voll mit Menschen. Ich fühlte mich als würde ich in einen Traum versinken und ich war komplett reizoffen. Ich erinnerte mich an eine frühere Situation in der ich am Bahnhof war und meine Mutter anrief. Sie fragte mich wo ich bin und ich sagte “Ich weiß es nicht”. Zum Glück hörte sie die Lautsprecheransagen im Hintergrund und bat einen Freund mich vom Bahnhof abzuholen. In genau diese Situation fühlte ich mich zurückversetzt und musste entscheiden: was soll ich jetzt machen? Ich warf einen Blick auf die Infotafel und sah das in 5 Minuten die nächste S-Bahn nach Ludwigsburg zurückfuhr, Ich entschied: OK das ist zu viel, das pack ich nicht. Ich stieg in die S-Bahn und fuhr zurück nach hause. Ich versuchte Vera zu erreichen und schrieb ihr eine Nachricht, dass ich ihr kurzfristig absagen muss. Scheiß drauf.
Auf dem Rückweg war ich komplett reizoffen und die Gedanken quälten mich. Ich kam heim und legte mich auf die Couch, meine Hauptstrategie aus einer Zeit, in der es mir wesentlich schlechter ging. Die Gedanken und Dämonen überrollten mich. Ein Gedanke schlimmer als der nächste. In dieser Situation war ich schon seit Wochen nicht mehr. Ich hatte einen Rückschlag. Ich versuchte auf Distanz zu den Gedanken zu gehen, aber nichts half. Negative, gewalttätige, sexuelle, blasphemische Gedanken überrollten mich wie eine Lawine und ich lag da wie gelähmt ohne zu irgendeiner Handlung fähig zu sein. Das Gehirn schaltete in einem mir wohl bekannten Modus um in dem es sich eifrig die schlimmsten Gedanken suchte die mir Angst machten.
Dann dachte ich: OK, es geht mir schlecht. Das ist in Ordnung. Ich akzeptiere es, ich “darf” mich schlecht fühlen. Es geht vorbei. Irgendwann schlief ich ein und am nächsten Tag sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Vera war am Vortag schon halb in Stuttgart gewesen und war entsprechend verärgert. Sie schrieb mir dass ich wohl nicht bereit fürs Dating bin und wie sie das ganze an ihren Exfreund erinnert der auch psychische Probleme hatte. Damit war die Nummer gelaufen aber ich war nicht überrascht. Ich war aber frustriert und enttäuscht, da ich mich sehr darauf gefreut hatte einen neuen Menschen kennen zu lernen. Ich entschied dass das Thema Dating noch zu viel für mich ist und ich erst wieder stabil werden muss um mir weitere Enttäuschungen dieser Art zu ersparen.
So ist das mit Rückschlägen. Wenn wir einen haben fallen wir oft in das alte Muster zurück und sind blind dafür welche tollen Fortschritte wir inzwischen gemacht hatten. Hier hilft zum Beispiel ein Erfolgstagebuch, das sie in so einer Situation zu Rate ziehen können.
Was habe ich daraus gelernt? Geistig gesund zu werden ist wie Fahrradfahren. Wenn ein Kind lernt Fahrrad zu fahren, wird es zwangsläufig auf die Nase fallen. Das ist ganz normal. Das Kind bleibt in der Regel nicht liegen und denkt: „Ach ich kann das nicht, das ist zu schwer“. Das Kind staubt sich ab setzt sich wieder aufs Rad und fährt weiter. So ist es auch in unserem Leben. Rückschläge gehören dazu, es ist ein kontinuierlicher Lernprozess und wir werden immer wieder scheitern und Rückschläge erleben. Das ist ebenso normal. Das wichtigste ist, das wir erst einmal die Situation akzeptieren und denken: „OK, das ist jetzt einfach so, ich darf mich schlecht fühlen“. Wichtig: Gehen Sie liebevoll mit sich um. Schreiben Sie eine Nachricht an einen Freund oder stellen sie sich vor was sie einem Freund in dieser Situation raten würden. Zum Beispiel: “Kopf hoch, das geht vorbei. Bestimmt klappt’s beim nächsten Date”.
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weiter gehts.
Wir denken manchmal, ach ich muss mich erst besser fühlen dann kann ich anfangen zu leben. Andersherum wird ein Schuh draus: Ich muss anfangen zu leben, dann fühle ich mich besser.
Wir wissen insgeheim ganz genau was gut für uns ist. Wir wissen das wir nicht den ganzen Tag auf der Couch liegen sollten, wir wissen das wir die Wohnung in Ordnung halten und den Papierkram erledigen sollten, wir wissen genau das wir uns jetzt bewegen sollten, wir wissen das wir die Gitarre in die Hand nehmen, ein Buch lesen oder Vitamine zu uns nehmen sollten damit es uns besser geht. Wir haben das alles schon hundert mal gehört und trotzdem sabotieren wir uns selbst. Wer hält uns davon ab diese Dinge zu tun von denen wir genau wissen das wir uns danach oder währenddessen besser fühlen werden? Nur wir selbst stehen uns im Weg. Da gibt es keinen Schweinehund – wir selbst sind der Schweinehund. Warum ist das so? Weil wir es gewohnt sind. Wir sitzen in einem Käfig aus Angst und Gewohnheit dessen Tür sperrangelweit offen steht.
Vielleicht kennen sie die Geschichte vom Wellensittich im Käfig. Der Vogel ist seit Jahren in seinem Käfig eingesperrt. Nun macht jemand die Tür auf. Der Vogel geht nicht durch die Tür um die Welt zu erkunden und frei zu sein. Er bleibt wo er ist. Er kennt es nicht anders und der Ruf zur Freiheit lockt ihn zwar aber er kennt nur diesen Käfig. So ist es auch mit unseren Zuständen.
Wir gehen nicht durch die Tür in die Freiheit weil wir Angst haben zu scheiten und es uns mit unserer Krankheit bequem gemacht haben. Sie erwarten aber mehr vom Leben und das zu recht.
Was bleibt ihnen also anderes übrig als nach vorne zu gehen und ihr Leben in den Griff zu bekommen? Es gibt keine Alternative dazu. Auch wenn die Symptome schlimm sind und wir mit Schwierigkeiten und beschränkter Belastbarkeit kämpfen, ein erfolgreiches Leben mit Schizophrenie ist in den meisten Fällen möglich und sehr erstrebenswert. Wollen Sie den Rest Ihres Leben auf der Couch oder im Krankenhaus verbringen? Sie sagen “ich kann das nicht”. Sie können sehr wohl. Wenn ich ihnen sage dass wenn Sie 5 Minuten joggen ich Ihnen 100.000€ zahle, würden Sie sich aufraffen die Laufschuhe anziehen und losrennen? Wahrscheinlich. Warum geht es also plötzlich wenn eine solche Belohnung winkt? Es geht also doch, sie müssen nur wollen. Naja, man zwingt sich eben und das ist der Trick. Mit der Zeit wird es zum Glück immer leichter, es wird zu Gewohnheit und positive Gewohnheiten sind ein großer Schritt Richtung geistiger Gesundheit. Nun ist ihre Gesundheit unbezahlbar und wesentlich mehr wert als 100.000€. Lassen Sie dieses Argument auf sich wirken.
Also holen sie sich ihre Belohnung in Form von einem besseren Wohlbefinden. Verlassen sie ihren Käfig der Gewohnheit und Angst. Die Tür steht weit offen. Geben sie sich einen Ruck und gehen durch die Tür. Ich meine nicht damit das sie sich einfach nur “zusammenreißen müssen”, denn die Symptome sind ja real und es ist nicht so einfach. Ja, sich zu verändern kann verdammt schwer sein – aber es lohnt sich. Aber wenn wir in unserem Gedankenkarussell gefangen sind sehen wir nicht dass wir mehr Spielraum haben als wir denken.
Wenden Sie bei allem zu dem sie sich überwinden müssen eine der folgenden Techniken an
Die 5-Minuten Regel
Es ist ganz einfach. Wählen sie eine Aktivität aus die Ihnen früher Freude gemacht hat, wie zum Beispiel ein Buch lesen, Sport machen, ein Bild malen oder ein Instrument spielen. Setzen sie sich einen Timer von 5 Minuten und beginnen sie mit der Aktivität. Treffen Sie eine bewusste Entscheidung es völlig ergebnisoffen für 5 Minuten zu probieren. Wenn der Wecker klingelt haben sie nun die Möglichkeit aufzuhören wenn sie es wollen. In der Regel wird es so sein das sie noch ein bisschen weitermachen und ehe sie sich versehen ist eine halbe Stunde vorbei. Wenn es keinen Spaß machen sollte, können Sie immer noch zurück auf die Couch oder etwas anderes machen.
Die 10-Jahres Regel
Was werden sie in 10 Jahren über diese Entsheidung denken? Werden sie zurückdenken und sagen “Ja da habe ich angefangen mir in den Arsch zu treten und mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Ab da wurde es langsam besser. Ich bin stolz auf mich das ich das damals geleistet habe und jetzt die Früchte meiner harten Arbeit in Form eines erfolgreichen Lebens ernte. Das habe ich sehr, sehr gut gemacht“. Malen sie sich dieses Gefühl in der Zukunft aus und treffen sie die bewusste Entscheidung sich in diese ideale Zukunft zu bewegen. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.
Motivation durch Imagination
Setzen sie sich gemütlich hin und denken Sie an eine Aktivität die Ihnen gut tut. Nehmen wir das Beispiel Joggen. Schließen Sie die Augen und beginnen sie sich vorzustellen was sie später tun werden. Stellen Sie sich vor wie sie die Schuhe anziehen und das Haus verlassen. Stellen Sie sich vor wie sie anfangen zu laufen und wie stolz sie auf sich sind das sie den ersten Schritt gemacht haben. Stellen Sie sich ein intensives Runners High vor und wie der Kopf sich von Gedanken und Sorgen leert. Stellen Sie sich das rhythmische Tapsen der Füße auf dem Boden vor. Stellen Sie sich vor wie sie sich die ersten 5 Minuten durchbeißen und nicht aufgeben sondern weiterlaufen und wie stolz sie dann auf sich sind. Stellen Sie sich vor wie Sie erschöpft und glücklich Ihr Ziel erreichen. Stellen sie sich vor wie erholt und entspannt sie nach hause zurück traben und sich ausruhen. Malen Sie sich aus wie gut sie sich fühlen und lassen sie die inneren Bilder sich manifestieren. Gehen Sie vor Ihrem geistigen Auge immer wieder den Moment durch wie sie nach den Laufschuhen greifen (oder den Stift in die Hand nehmen und ein Bild beginnen). Dann wenden Sie die 5-Minuten Technik an und treffen die bewusste Entscheidung jetzt tatsächlich nach den Schuhen zu greifen und denken Sie dabei “JA, sehr gut. Du machst das großartig”
Hallo Widerstand
Erkenne innere Widerstände und komme in die Aktivität. Heute dachte ich zum Beispiel: „Ein Tee würde mir jetzt gut tun. Ah, aber ich habe keine Lust, das ist mir jetzt zu aufwändig“. Ich dachte: “Aha, ein Widerstand.” “Hallo Widerstand, juhu schön das du da bist, das ist eine Gelegenheit an mir zu arbeiten und gesund zu werden. Jetzt habe ich keine Lust Tee zu kochen UND ich mache es trotzdem. In 10 Jahren werde ich denken, “Aha, ja, gut das ich mich damals überwunden habe, dass waren die ersten Schritte zum gesund werden und jetzt geht es mir besser”. Stellen sie sich in Gedanken vor wie gut ihnen der Tee schmecken wird und wie sie zur Kanne greifen. Finden sie den Schalter und legen sie ihn um.
Gibt es eine Methode die Ängste und Stress erwiesenermaßen deutlich reduziert und mit der Sie sich einfach todsicher besser fühlen werden? Ja. Jedes Kind weiß es, Sport ist gut für die Psyche. Besonders Kampfsport. Aber aller Anfang ist schwer. Wir denken, „ach ich kann grad nicht, ich bin zu müde“, oder „ich habe keine Lust, ich habe Schizophrenie ich kann das nicht“. Oder ich habe keine Zeit.
Werden Sie süchtig nach Sport und Ihr Leben wird deutlich leichter und entspannter. Sie leben länger, sind vitaler und gesünder. Holen Sie sich die körpereigenen Endorphine und lernen Sie sich dich daran zu berauschen. Glauben Sie mir – der Stress den Sie erleben wird sich deutlich reduzieren. Was hindert Sie daran heute mit Sport anzufangen? Einem Lauftreff beizutreten oder im Fitnessstudio anzumelden. Nur Sie selbst stehen sich im Weg. Lassen Sie nicht Angst und Faulheit Ihr Verhalten diktieren und holen Sie sich eine ordentliche Dosis körpereigener Glückshormone ganz ohne Nebenwirkungen. Danach noch eine heiße Dusche oder ein Saunagang und der Tag ist gerettet.
Update 02.03.2024
Ich bin nun seit 2 Wochen im Fitness Studio und gehe fast jeden Tag. Dabei habe ich seit Monaten kein Sport gemacht obwohl ich genau weiß wie gut es tut. Früher hat mir Fitness überhaupt keinen Spaß gemacht, insbesondere Gerätetraining fand ich langweilig. Aber jetzt gehe ich regelmäßig hin. Was hat sich verändert?
Ich gehe jeden Tag hin, die Hemmschwelle wird immer geringer. In der Anfangszeit habe ich nicht ernsthaft trainiert und manchmal schon nach 5 Minuten aufgegeben, aber ich bin immerhin jeden Tag dort und ich konnte meine Leistung auf dem Fahrrad schrittweise steigern, erst auf 15 Minuten, dann eine halbe Stunde, dann 45 Minuten. Gestern habe ich es geschafft das komplette Programm mit Fahrrad und Gerätetraining zu absolvieren. Ich bin sehr stolz auf mich. Es wird immer leichter.
In der japanischen Ökonomie kennt man diese Methode unter dem Namen „KAIZEN“
Kaizen kann auf verschiedene Bereiche angewendet werden, einschließlich Produktion, Verwaltung, Serviceleistungen und sogar im persönlichen Leben. Es geht darum, eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zu schaffen, die darauf abzielt, langfristig nachhaltige Erfolge zu erzielen.
Mein Patenonkel, der in vielerlei Hinsicht kein gutes Vorbild ist, ist mit 87 Jahren so fit und vital wie manche 40-jährige. Was Gesundheit und Disziplin angeht macht ihm niemand was vor. Auf die Frage ob er täglich Lust auf sein Training hat sagt er „Wenig Lust, bis gar keine Lust“.
Ich denke mittlerweile Fitness ist wie Zähne putzen. Es macht keinen Spaß aber muss erledigt werden, wir putzen uns jeden Abend die Zähne weil wir sie gesund haben wollen, ganz automatisch und selbstverständlich.
In der Anfangszeit brauchen wir viel Disziplin. Wir dachten „Ich würde gerne Sport machen, ABER ich habe keine Lust, ich bleibe lieber auf der Couch“. Machen Sie aus dem ABER ein UND, sie sagen sich: „Ich habe keine Lust UND gehe trainieren.“ Am Anfang müssen wir uns noch zu unserem Glück zwingen, aber wenn wir jeden Tag hingehen wird es mit der Zeit immer leichter.
Was mir dabei geholfen hat ist, mein Training in manchen ruhigen Minuten immer wieder vor meinem eigenen, inneren Auge zu imaginieren, eine Taktik aus dem „Mentaltraining“ Ich stelle mir immer wieder vor wie ich zur Sporttasche greife, mich auf den Weg mache, durch die Tür des Fitness Studios gehe, mich einchecke, umziehe und and den Geräten arbeite. Ich stelle mir das Display auf dem Fahrrad vor wie die Minuten verstreichen. Dabei denke ich „JA NIKO, SEHR GUT, DU MACHST DAS SUPER“. Oder ich denke an einen schönen, athletischen Körper.
Ich stelle mir vor wie ich erschöpft und zufrieden nach dem Sport in der Sauna sitze, ich imaginiere dass herrlich entspannte Gefühl auf dem Heimweg. Ich freue mich auf eine Belohnung, zum Beispiel ein alkoholfreies Bier oder einen Bananen/Avocado Smoothie.
Update 23.3.20204
Ich gehe immer noch jeden Tag (außer sonntags) ins Fitness Studio und ich bin begeistert. Es ist wirklich eine Wunderwaffe gegen schlechte Gedanken und Gefühle. Ich könnte mittlerweile nicht mehr ohne und ich ärgere mich dass ich die letzten 2 Jahre nichts gemacht habe.
Auf dem Weg denke ich oft: „Ich habe wenig Lust, bis gar keine Lust“. Aber ich gehe trotzdem denn mein Gehirn hat abgespeichert: „Sport tut mir gut, ich will mehr davon, ich hole mir die Belohnung“. Ich genieße das herrlich enstpannte Gefühl in der Sauna und auf dem Heimweg. Daheim bin ich dann motiviert was zu machen.
Wer noch keinen Sport für sich entdeckt hat oder Motivationsprobleme hat, ich kann es wirklich jeden sehr wärmstens empfehlen.