Der Wertekompass

Wie sollen wir im Alltag oder bei größeren Entscheidungen handeln? Was gibt uns Orientierung und Sicherheit?

Machen Sie sich mal Gedanken über Ihre Werte. Was ist ein Wert? Dazu folgender Dialog:

Sohn: Papa spielst du mit mir Lego?

Vater: Nein, ich muss arbeiten.

Sohn: Warum?

Vater: Weil ich Geld verdienen muss

Sohn: Warum?

Vater: Na, damit wir etwas zu essen haben!

Sohn: Warum?

Vater: Weil ich will dass es uns gut geht!

Sohn: Warum?

Vater: Ach frag doch nicht so blöd, das ist einfach so!

In dieser kleinen Geschichte geht es um den Wert „Familie“. Es ist das was den Lebensentscheidungen des Vaters zu Grunde liegt. Es steuert sein Handeln.

Es gibt viele verschiedene Werte nach denen man leben kann. Ich versuche ein werteorientiertes Leben zu leben. Meine Werte sind:

  • mental und physisch stark sein
  • Kreativität
  • gute Beziehungen zu Freunden, Gemeinde und Familie
  • Achtsamkeit

Es gibt noch viele weitere Werte im Leben

  • Ehrlichkeit
  • Respekt
  • Empathie
  • Verantwortung
  • Freundlichkeit
  • Dankbarkeit
  • Geduld
  • Entschlossenheit
  • Toleranz
  • Mitgefühl
  • Authentizität
  • Großzügigkeit
  • Demut
  • Selbstlosigkeit
  • Integrität
  • Gelassenheit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Hilfsbereitschaft
  • Gerechtigkeit
  • Flexibilität
  • Zielstrebigkeit
  • Optimismus
  • Achtsamkeit
  • Selbstreflexion

Suchen Sie sich Ihre 4 Kernwerte heraus und schreiben Sie sie in Ihr Tagebuch oder auf ein Post-it dass sie an die Wand hängen.

Unsere Werte leiten uns durch unser Leben und wir werden uns bewusst was uns wirklich wichtig ist und antreibt. Wenn Sie sich einmal orientierungslos fühlen, denken Sie an Ihre ganz persönlichen Werte.

Literaturempfehlung

Wer mehr über den Wertekompass erfahren will, dem empfehle ich das Buch

“Das Leben annehmen – so hilft die Acceptance Commitment Therapy” von Matthias Wengenroth.

Negative Gedanken zulassen

Wie gehen Sie mit negativen Gedanken um? Erschrecken Sie manchmal über ihre Gedanken? Haben Sie manchmal Angst vor ihren Gedanken, so dass sie zum Beispiel Angst haben sich oder anderen was anzutun? Oder steigern Sie sich in übertriebene Sorgen rein? Haben Sie blasphemische, sexuelle oder aggressive Gedanken die Sie aus dem Konzept bringen?

Manchmal leiden wir an unseren Gedanken. Warum ist das so? Jedes fühlende Wesen möchte sich Schmerz entziehen. Das ist ein Naturgesetz. Das macht den Umgang mit negativen Gedanken so knifflig. Wenn diese Gedanken kommen versuchen wir sie zu unterdrücken oder zu neutralisieren. Ein Beispiel: Sie haben einen negativen, blasphemischen Gedanken wie „Ich hasse Gott!“ Dann erschrecken sie und denken „oh nein das wollte ich nicht denken, Gott ist gut“ und beten ein Vater unser. Das ist mit Neutralisierung gemeint. Wir glauben dass wir den Gedanken entkräften müssen, weil wir glauben er sei gefährlich und genau dass ist die Falle in die wir tappen.

Der richtige Umgang mit negativen Gedanken und Gefühlen ist, sie zuzulassen und nicht zu bekämpfen. Im Buddhismus kennen wir den Gedanken des „monkey mind“. Der Geist ist wie ein wilder Affe der im Urwald herumturnt. Manche Gedanken verbieten wir uns und wir haben Angst vor Ihnen. Stellen Sie sich diesen Gedanken als einen Baum vor und sie versehen ihn mit Schildern wo draufsteht: „Gefährlich auf keinen Fall betreten“ um dass Äffchen davon abzuhalten auf diesen Baum zu klettern. Nur kann dass Äffchen leider nicht lesen und ist im Gegenteil neugierig was es mit diesem Baum und seinen Schildern auf sich hat und klettert dort wo es nicht soll am allerliebsten.

Deswegen entstehen Zwangsgedanken. Gedanken die wir nicht wollen, die uns Angst machen, die wir loswerden wollen.

Machen Sie sich klar dass Gedanken nicht die Realität sind. Völlig egal wie furchteinflösend, sexuell oder blasphemisch diese Gedanken sind – es sind Illusionen, sie sagen nichts über Ihren Charakter aus. Sie SIND nicht Ihre Gedanken.

Im Rahmen der Acceptance Commitment Therapy (ACT) der aktuell modernsten Therapieform kennen wir das unter dem Begriff „Defusion“. Wir sollten nicht mit unseren Gedanken „fusioniert“ dass heißt „verschmolzen“ sein.

Machen Sie sich weiterhin klar, dass egal wie schlimm die Gedanken sind und egal wie schlecht Sie sich fühlen: Sie sind nicht in Gefahr und es kann Ihnen nichts passieren. Sie sind in Sicherheit und es geht vorbei. Es ist nicht real. Lassen Sie den Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen und wenden Sie sich sofort wieder der Realität zu, dem hier und jetzt zu, mit dem was Sie gerade tun, was sie sehen und anfassen können, was jetzt gerade wichtig ist.

Wie gehen wir also mit unseren Gedanken auf eine gesunde Art um? Wir sollten Sie zulassen und uns nicht weiter darum kümmern. Wir können Sie durch den Geist ziehen lassen ohne „zurück“-zudenken. Sie sind wie Wellen eines Ozeans. Wir beobachten sie einfach und lassen sie los. Genau das üben wir wenn wir meditieren. Meditation ist ein geistiges Training mit dem wir unserem „monkey mind“ etwas entgegensetzen.

Ich meditiere jeden morgen eine halbe Stunde als Teil meiner Morgenroutine. Ich setze mich auf mein Meditationskissen, setze einen Timer auf 30 Minuten und schlage meine Meditationsglocke. Ich achte nur auf meinen Atem und hole mich immer wieder freundlich ins Hier und Jetzt zurück. Es ist völlig normal dass der Geist abschweift. Meditation ist simpel aber nicht einfach, es erfordert einiges an Übung und es braucht eine Weile bis man Erfolge hat. Aber bleiben Sie dran, es lohnt sich. Meditation kommt ursprünglich aus dem Buddhismus, man kann Sie aber mittlerweile als losgelöst aus der Religion betrachten und praktizieren

Die Meditationspraxis ist nicht auf das Sitzen beschränkt sondern wir können Sie auch im Alltag praktizieren. Das nennt man Achtsamkeit. Wir können versuchen so achtsam wie möglich zu sein, wir verstricken uns nicht in Vergangenheit oder Zukunft sondern sind im hier und jetzt – ganz bei der Sache. Beim Arbeiten, beim Geschirr spülen, beim spazieren, beim Essen, beim Gespräch mit anderen Menschen. Wir sind völlig präsent. Wir sind im hier und jetzt

Folgen Sie dem Weg der Achtsamkeit und ihr Leben wird gelassener, leichter und erfolgreicher. Lassen Sie sich nicht von negativen Gedanken beeindrucken und genießen Sie was das Leben Ihnen bietet.

Viel Erfolg!

P.S.: Gedanken sind in der Regel nicht real und nicht gefährlich. Etwas anderes gilt wenn Sie konkrete Pläne machen sich oder jemandem etwas anzutun. Dann ist essenziell dass sie mit jemandem reden und sich professionelle Hilfe suchen. Notfalls wählen Sie die 112 und lassen Sie sich ins Krankenhaus bringen. Dort bekommen Sie Hilfe. Passen Sie gut auf sich auf.

Ohne Jesus geht es nicht

Lange Zeit in meinem Leben habe ich das Thema Gott und Bibel komplett abgelehnt. Ich hörte seit meiner Jugend düstere Metalmusik und liebäugelte sogar mit dem Thema Satanismus. Wie naiv ich doch war.

Später als ich mal wieder im Krankenhaus war wendete sich das Blatt. Es ging mir sehr schlecht und ich war einsam und verzweifelt. Mühsam schleppte ich mich durch den Klinikalltag: Schlafen, Therapien, essen, rauchen.

Doch es gab einen Lichtblick: Einmal die Woche kam ein katholischer Pfarrer mit seiner Gitarre auf die Station und wir haben mit jedem der wollte eine halbe Stunde christliche Lieder gesungen. Mein Lieblingslied war dieses hier:

Deine Hand ist über mir

Deine Hand ist über mir
Und ich stehe unter deinem Schutz
Deine Hand ist über mir

Deine Hand ist unter mir
Und ich berge mich darin
Deine Hand ist unter mir

Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand
Falle niemals tiefer als in deine Hand
Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand
Falle niemals tiefer als in deine Hand

Deine Hand ist hinter mir
Und du gibst mir deine Kraft
Deine Hand ist hinter mir

Deine Hand ist vor mir
Und du ebnest mir den Weg
Deine Hand ist vor mir

Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand
Falle niemals tiefer als in deine Hand
Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand
Falle niemals tiefer als in deine Hand

Diese eine halbe Stunde die Woche war für mich eine Insel im elenden Klinikalltag. Ich singe sehr gerne und der Pfarrer hat mich immer für meine Stimme gelobt, das gefiel mir.

Ich kam mit dem Pfarrer ins Gespräch und ich erzählte von meinen düsteren Gedanken. Er sagte, ja, dass seien die gottesfernen Kräfte. Er erzählte mir von Gott, er strahle die Liebe aus so wie die Sonne scheint – er kann nicht anders. Das fand ich interessant. Wir haben zusammen gebetet und er hat mir ein Andachtsbuch geschenkt, welches ich allerdings nicht gelesen habe. Ich ging zum Klinikgottesdienst wo der Pfarrer predigte und ich fand es interessant, fühlte mich allerdings noch etwas fehl am Platz. Ich hatte danach noch weitere spirituelle Bücher gelesen aber ich konnte nicht viel damit anfangen. Da wurde immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wie herrlich Jesus ist und wie toll das Wort Gottes ist und wie super Gebet hilft. Ich konnte das damals nicht verstehen, weil ich Jesus noch nicht kannte.

Nach dem Krankenhaus habe ich eine Weile gearbeitet und kam danach wieder ins Krankenhaus. Danach wollte ich eine Reha machen und bin auf die de’ignis Fachklinik gestoßen welche christliche Grundelemente haben soll, so las ich es auf der Homepage. Ich war neugierig und da ich so viel Spaß am Lobpreis hatte habe ich mich entschieden da hinzugehen. Die Reha dauerte 4 Wochen. Es wurde viel gebetet und gesungen. Ich habe weitere Lobpreis Lieder kennengelernt, die mir sehr gut gefallen haben. Zum Beispiel dieses hier:

Ich fing an mich an das Beten zu gewöhnen und es fing an mir gut zu tun. An einem Abend hat meine Gruppe ein Abendprogramm für die ganze Klinik gestaltet. Wir haben Lobpreis gesungen und es hat mir große Freude gemacht. Wir haben unter anderem das hier gesungen:

Im Anschluss an das Konzert waren wir in der Gruppe und haben gebetet. Es war eine geheiligte Atmosphäre die mich sehr berührt hat. Es fühlte sich richtig und voller Energie an und so habe ich das Gebet kennengelernt.

Die Klinikzeit ging zu Ende und ich wandte mich (wenig erfolgreich) wieder dem Beruf zu. Ich arbeitete als Programmierer und wurschtelte mich irgendwie durch. Dann begann die Pandemiezeit und ich war viel zuhause und trank Alkohol um mich zu entspannen. Aber mein Glaube hatte sich vertieft und ich besuchte einige Gottesdienste. Irgendwann hat mich meine Nachbarin gefragt ob ich nicht in die Liebenzeller Gemeinde in Oßweil mitkommen will. Das ist 3 Jahre her. Dort wurde ich herzlich aufgenommen und ich ging regelmäßig hin.

Ich ging auf die Veranstaltung „Life on Stage“, das war ein Musical mit christlicher Botschaft wo man am Ende vor zum Kreuz gehen und sich zum Christsein bekennen konnte. Das habe ich gemacht und für mich die Entscheidung getroffen dass ich an Gott und Jesus Christus glauben will. Ich betete dass ich mein Leben Jesus Christus übergeben will.

Seitdem ist Jesus ein Teil meines Lebens und ich kann nicht mehr ohne ihn. Ich glaube daran, dass er sich in meiner Seele tummelt, das er der Sohn Gottes ist und das er für meine Sünden gestorben ist. Ich bete jeden morgen und schreibe viel über Jesus und Gott in mein Tagebuch.

Für mich steht fest: Gott meint es gut mit uns Menschen und will nur das Beste für uns. Jesus war auf der Erde und hat Wunder gewirkt. Er hat Kranke geheilt. Ich will ihm nachfolgen. Ich stelle mir manchmal die Frage: „Was würde Jesus in dieser Situation tun?“.

Jesus ist für mich eine Quelle der Freude geworden und ich bete regelmäßig zu ihm. Ich bedanke mich für alles was ich habe und was mir gelingt und ich bete für neue Kraft jeden Tag. Was schwierig ist und mir Angst macht werfe ich aufs Kreuz und vertraue darauf das ER sich um alles kümmert was nicht innerhalb meiner Kontrolle liegt. Ich vertraue darauf dass Gott mich Schritt für Schritt und durch alles Elend hindurchführt. Irgendwann werde ich an mein Ziel gelangen. Ich will bei Gott sein wenn ich einmal sterbe.

Psalm 23 (Lutherbibel 2017):

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Ich habe mir viele Gedanken über meine Sterblichkeit gemacht und dass meine Zeit auf der Erde begrenzt ist. Was kommt danach? Das weiß niemand so ganz genau und Philosophen durch alle Zeitalter hindurch haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen. Mein Glaube gibt mir Trost und Hoffnung. Ich weiß dass ich einmal im Himmel sein werde und Gemeinschaft mit meinem Gott haben werde. Ich bin jetzt schon erlöst und gerettet und das macht mir Mut.

Wir können Gottes Liebe und sein Königreich jetzt schon in Anspruch nehmen wenn wir glauben. Warum sollten wir dieses kostbare Geschenk ablehnen? Ich bin sicher Gott meint es gut mit uns. Er will in Beziehung zu uns sein. Er will dass unser Leben gelingt. Warum sollte ich diese unendliche Liebe die mir geschenkt wird ignorieren? Auf Jesus können wir uns immer verlassen. Er hilft uns, er sieht uns, auch in unserem Leiden und er leidet mit uns.

Mittlerweile gehe ich sehr gerne in die Kirche. Das Singen macht mir Spaß. Ich genieße die Gemeinschaft. Es ist ein Hunger in meiner Seele, der gestillt werden will. Ich bin auf dem Weg in die Kirche und denke „Ok, jetzt will ich etwas über Jesus erfahren“. Ich bin gut in die Gemeinschaft eingebunden und als ich letztes Jahr wieder im Krankenhaus war haben die Gemeindemitglieder für mich gebetet und haben mich oft besucht und Obst und Zigaretten vorbeigebracht. Zudem bin ich seit einer Weile im Junge Erwachsene Treff meiner Gemeinde. Wir machen Spieleabende, beten zusammen und gehen was Essen. Die Leute sind nett und die Abende gelingen mir.

Wie stehen Sie zum Thema Gott? Ich kenne die Zweifel und den Unglauben sehr gut, ich war selbst lange Zeit in der Gottesferne gefangen und habe mich durchs Leben geschlagen, alleine und hilflos. Doch ich bin nicht alleine. Ich habe Familie, Freunde und Gemeinde und ich habe eine ewige Kraft in meinem Leben, die es gut mit mir meint und auf die ich nicht verzichten will. Vielleicht denken Sie „Das ist doch alles Quatsch. Das brauch ich nicht“. Und dennoch, ich ermutige jeden dazu sich einmal Gedanken um die Ewigkeit zu machen und darüber was uns in diesen turbulenten Zeiten durch unser Leben tragen kann. Worauf wir hoffen können.

Vielleicht kommen Sie irgendwann auf den Geschmack, spätestens wenn es nicht mehr weitergeht und sie am Ende der Fahnenstange sind und ganz am Boden zerstört sind und es einfach nicht mehr weitergeht, wenn alles Aus scheint und die Dunkelheit Sie zu ersticken droht – dann tritt Gott auf den Plan und Sie können ihn darum bitten dass er Sie rettet. Und das wird er. Ganz sicher.

Wo die Not am größten ist, da ist Gott am Nächsten.

Für mich steht fest: Ohne Jesus geht es nicht.

Literaturempfehlung

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BasisBibel. Die Kompakte. Blau: Der moderne Bibel-Standard

Positives Selbstgespräch

Was erzählen wir uns da Tag für Tag und Stunde für Stunde? Welche Wirkung hat das auf uns? Welche Gedanken (gesprochene Worte in unserem Kopf) produzieren wir und was fangen wir damit an?

Wir drehen uns oft gedanklich in einem Kreis um uns selbst, analysieren, malen uns die Zukunft schwarz aus, denken an vergangene Misserfolge, peinliche Erlebnisse und Niederlagen. Wir sind auf uns selbst und unser Seelenleben fixiert. Der Geist produziert immer mehr unnötige Gedanken. Wir sind süchtig nach Gedanken. Wir wünschen uns manchmal einen Aus-Knopf der den ewigen Müllstrom in unserem Geist zumindest eine Weile unterbricht, dass wir durchatmen können.

Ein berühmter Spruch lautet „Glauben Sie nicht alles was sie denken“. Wenn wir ohnehin schon ununterbrochen denken müssen, wäre es nicht viel besser etwas gesundheitsförderliches und schönes zu denken?

Lassen Sie mal folgenden Absatz auf sich wirken:

„Ich glaube es geht mir deutlich besser, deutlich besser, deutlich gelassener. Ich ruhe in mir. Mir geht es jeden Tag, in jeder Hinsicht besser und besser. Ich genieße mein Leben. Ich darf in Frieden, Wohlstand und Gesundheit leben. Mir kann nichts passieren, ich bin in Sicherheit. Ich werde beschützt und behütet. Alles was ich mir vorgenommen habe gelingt mir. Ich bin mutig und zuversichtlich. Ich freue mich auf das Abendessen, den Theater, den Kinobesuch, den Spaziergang. Ich werde ganz, zu 100% komplett gesund, ich bin jetzt schon gesund. Es wird deutlich leichter. Das Leben ist wunderbar. Die Welt ist wunderschön und perfekt und ich darf ein Teil davon sein. Ist das nicht schön? Die Welt ist wie sie ist. Die Realität ist wie sie ist. Ich mag mein Leben. Ich bin OK. Heute wird ein guter Tag, ich fühle es ganz genau. Eine tiefe Stille und Zufriedenheit breitet sich in mir aus. Ich bin gesund. Ich genieße mein Leben so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen. Ich gehe meinen Weg gerne. Ich bin geborgen und beschützt“.

Wie hat das auf sie gewirkt? Fühlen sie sich vielleicht nach dem Lesen ein bisschen besser, oder zumindest neutraler als sonst?

So wie ich es hier beschrieben habe können wir tagtäglich und stündlich ein positives Selbstgespräch führen. Sie könnten einwenden „Aber es geht mir doch schlecht, ich kann nichts positives an meinem Leben finden. Mein Leben ist die Hölle“

Sie können sich entscheiden anzufangen positiv zu denken. Dieses positive Selbstgespräch trägt sie durch die schwierigsten Zeiten. Am Anfang ist es noch schwierig und es fällt einem vielleicht nichts positives ein. Aber so wie wir im Fitnessclub unsere Muskeln trainieren, so können wir auch positives Denken üben. Das Gehirn fängt an sich neu zu vernetzen und wird mit der Zeit immer leichter (automatisiert) positive Gedanken produzieren mit denen sie sich mit Sicherheit langfristig besser fühlen werden. Hören Sie auf sich auf das negative zu fokussieren und üben Sie positives Selbstgespräch. Das geht auch besonders gut schriftlich in Ihrem Tagebuch.

Nahrung für die Seele

In letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Thema gesunde Ernährung beschäftigt. Die Zeit davor habe ich sehr ungesund gegessen, wie es viele Menschen mit Psychosen tun. Burger und Pizza standen auf dem Speiseplan, dazu Schokolade, Kuchen, Kartoffelchips und zuckerhaltige Erfrischungsgetränke.

Doch damit soll jetzt Schluss sein. Wissenschaftliche Studien legen nahe dass Ernährung die psychische Gesundheit positiv beeinflussen kann. Ich möchte alles dafür tun um gesund zu werden, daher habe ich meine Ernährung umgestellt. Hier ist eine Liste mit gesunden Lebensmittelgruppen, basierend auf dem hervorragenden Video von Dr. Sten Ekberg: 

https://www.youtube.com/watch?v=F7gDIshc-S0

Am wichtigsten ist dabei die Abwechslung und die Ausgewogenheit. Hier die Liste:

  1. Blattgemüse
  2. Beeren
  3. Fleisch (Grasgefütterte Tiere), Fisch (wild gefangen), in Maßen (Omega 3)
  4. Eier (aus Freilandhaltung)
  5. Fette und Öle
  6. Nüsse
  7. Samen
  8. Avocado
  9. Wurzelgemüse: Kartoffel (in Maßen), Karotten, Selerie, Kohlrabi
  10. Kräuter und Gewürze

Bonus: dunkle Schokolade mit 85% Kakaoanteil.

Das Gehirn braucht ausreichend Nährstoffe damit es zuverlässig funktioniert. Eine gesunde Ernährung muss nachhaltig sein, es bringt nichts wenn man nach 4 Wochen Diät wieder zu seiner ursprünglichen Ernährungsweise zurückkehrt. Lassen Sie insbesondere die Finger von Zucker und stark verarbeiteten Fertiggerichten. Auch eine verminderte Menge Kohlenhydrate (Reis, Nudeln) ist gesund und fördert die Fettverbrennung.

Zum Frühstück empfehle ich Haferflocken mit Hafermilch, Nüssen und Beeren.

Was Getränke angeht: 3 Liter Wasser am Tag sind notwendig, zudem empfehlen sich ungesüßte Tees, am besten grüner Tee (Anti-Oxidantien).

Es spricht nichts dagegen sich ein bis zwei mal die Woche eine Ausnahme zu machen und sich etwas Fast Food, eine Cola oder eine Tafel Schokolade zu gönnen. Versuchen Sie 80% richtig zu machen.

Lassen Sie Ihr Blut testen und besprechen mit Ihrem Arzt ob Nahrungsergänzungsmittel zu Ihrer Genesung beitragen können. Ich nehme

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Tun Sie etwas für ihr psychisches Wohlbefinden und greifen Sie zu hochwertigen, gesunden Lebensmitteln. Ihre Psyche wird es Ihnen danken. Viel Erfolg und guten Appetit!

Angst planen versus Freude planen

In unserer heutigen Gesellschaft wird oft viel Wert auf Planung gelegt. Wir planen unsere Karrieren, unsere Finanzen, unsere Freizeitaktivitäten und sogar unsere Urlaube im Voraus. Doch wie sieht es mit unseren emotionalen Bedürfnissen aus? Häufig vernachlässigen wir die Planung unserer psychischen Gesundheit und konzentrieren uns stattdessen auf die Bewältigung von Angst und Stress, wenn sie auftreten. Aber was passiert, wenn wir unsere Emotionen proaktiv angehen und Freude genauso sorgfältig planen wie Angst?

Angst planen

Kennen Sie das? Ein wichtiger Termin steht an oder eine Abendaktivität die Ihnen eigentlich Freude bereiten sollte. Zum Beispiel ein Besuch in der Kneipe oder im Restaurant mit Freunden. Oder ein Kino, oder Theater Besuch? Und schon ein paar Stunden vorher nagen die Zweifel. Was wenn ich wieder eine Panikattacke bekomme? Was ist wenn ich mich schlecht fühle? Was ist wenn ich flüchten muss und nicht kann? Wie wird es sein wenn ich wieder absage und die enttäuschten Blicke ertragen muss? Komme ich ins Krankenhaus? Was ist wenn ich mich überfordere, ach ich sollte absagen, aber NEIN ich will nicht! Ich will doch was erleben und Spaß machen, ohje was soll ich nur tun. Ich schaffe das nicht! Ich bleib zuhause. Ich kann das nicht.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Man nennt dieses Phänomen „Angst planen“ und damit zusammen hängt auch die sog. „Phobophobie“, die Angst vor der Angst. Wir wissen rein intellektuell dass wir nicht in Gefahr sind, aber dem Unterbewusstsein ist das egal, es erzeugt trotzdem Ängste und lässt uns den Teufel an die Wand malen und katastrophisieren. Wir versuchen zu planen um die vermeintliche Gefahr in den Griff zu bekommen. Wir spielen angstbehaftete Szenarien durch weil wir so ein trügerisches Gefühl von Kontrolle erhalten. Dieses Gefühl ist aber nur kurzfristig.

Angst ist dazu da uns vor Gefahren zu schützen, das ist gesund und normal. Hormone werden ausgeschüttet die uns bereit machen für Kampf oder Flucht. Soweit so gut. Aber in der Angststörung wie hier beschrieben ist dieser Mechanismus überaktiv. Wir müssen unserem Gehirn beibringen dass es nicht in Gefahr ist. Wie machen wir das? Wie können wir es schaffen unsere Aktivitäten zu genießen so wie früher? Wir müssen unser Gehirn neu vernetzen und programmieren. Ich zeige Ihnen wie.

Freude planen

Im Vorfeld einer Aktivität können wir genauso gut auch unsere Freude planen. Dazu schildere ich was ich gestern erlebt habe.

Von 12 bis 16 Uhr hatte ich das erste Treffen des EX-In Kurses. EX-In bietet eine Fortbildung zum Genesungsbegleiter die mich sehr interessiert und eine berufliche Perspektive bietet. Das Programm geht ein Jahr und der gestrige Tag diente zur Information und zum ersten gegenseitigen Kennenlernen. Der Veranstaltungsort war weit weg, in Stuttgart Birkach (ich wohne in Ludwigsburg). Ich wusste dass ich ein einhalb Stunden mit den öffentlichen fahren und mehrmals umsteigen muss. Dort war ich noch nie und es ist eine typische Situation in der ich im Vorfeld Angst bekomme und mich quäle, geh ich, geh ich nicht. Schlimmstenfalls gehe ich noch eine Runde auf die Couch und grüble, ein todsicheres Rezept zum Scheitern, eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Was ist wenn ich mich schlecht fühle? Was ist wenn der Bus nicht kommt? Was ist wenn ich den Ort nicht finde und mich verlaufe? Was ist wenn ich nicht nach hause finde? Was ist wenn ich Panik bekomme und früher gehen muss?

Das habe ich schon 100 mal erlebt. Aber diesmal mache ich es anders. Ich öffne mein Tagebuch auf dem Computer und fange an mir auszumalen wie erfolgreich ich sein werde. Ich schreibe und schreibe und vernetze mein Gehirn neu in Richtung Leichtigkeit und Freude. Ich imaginiere wie ich in den Bus steige und denke „Alles super, ich bin locker und entspannt“.

Mir helfen dabei christliche Inhalte mit Gott Jesus und Engeln. Dass ist aber kein Muss, wenn Sie nicht religiös sind (ich will Ihnen hier nichts aufzuwingen). Sie können auch an das Universum, die Liebe oder das Leben glauben um sich geborgen zu fühlen. Wichtig ist die Überlegung dass sie nicht alles alleine schaffen müssen, sondern Kontrolle an eine höhere Macht abgeben dürfen. Es geht darum ein tiefes Gefühl von Gelassenheit, Mut und Freude zu entwickeln. Wir lernen durch Wiederholung, deswegen kommen manche Passagen mehrmals vor. Lassen Sie sich von meinem folgenden Tagebucheintrag inspirieren.

9.3.2024

6 Uhr aufgestanden. Es geht mir besser. Vielleicht schaffe ich doch Ex-IN heute.

Der Bewerbertag beim Ex-In geht von 12 bis 16 Uhr. Pack ich das? Da geht es um meine Zukunft. Ich will Genesungsbegleiter werden. Das ist wichtig.

Ok, gestern war ein schlechter Tag – aber vielleicht wird dafür heute ein guter Tag? Ich habe gut geschlafen und geträumt. Ich war im Traum wieder auf der Reise.

Jetzt hole ich Brötchen und mache mein Morgenprogramm. Später gehe ich entspannt und gelassen zum Ex-IN. Das wird mir gut tun.

Jesus Christus ist auf deiner Seite Niko. Mach dir keine Sorgen wegen des Geldes. Es kommt wie es kommt. Hab Vertrauen. Lass los. Mach dich fit für den Tag. Du schaffst alles was du dir vorgenommen hast.

Ich fühle die Kraft. Ich habe geduscht und meditiert und gebetet. Die Sorgen werden weniger. Ich bin gelassen und entspannt. Ich steige entspannt in den Bus.

Ich mache mir einmal mehr klar dass ich in absoluter Sicherheit bin. Mir kann nichts passieren. Ich werde mutiger, ich werde stärker, ich werde gelassener. Ich werde beschützt. Jesus Christus ist auf meiner Seite, die Engel sind auf meiner Seite.

Ich verschiebe den Design Kurs auf Mitte Mai. Ich nehme mir soviel Zeit wie ich brauche um gesund zu werden. Das wird klappen, ich freue mich auf den Kurs.

Herr Jesus Christus, heute will ich zum Ex-IN. Ich bin locker und entspannt. Du gibst mir die Kraft die ich brauche. Mach dass es erfolgreich und interessant ist. Gott schütze meine Reise. 

Ich bin erwachsen, ich finde meinen Weg zum Ex-IN. Was soll mir passieren? Alles in Ordnung, Niko. Alles gut. Du kannst durchatmen, du kannst entspannen. Lass alles locker auf dich zukommen.

Herr Jesus Christus, hilf mir mit dem Geld. Mach, dass ich die Nachzahlung behalten darf. Gott, du machst alles so, wie es sein soll. Danke Herr, dass ich schmerzfrei bin. Bitte lass mich noch lange leben und glücklich sein. Danke, dass ich so gut geschlafen habe. Danke für den Mut. Danke, dass Mama da ist und mich unterstützt.

Bald fährt sie nach Hause und ich bin alleine verantwortlich. Gibt mir Kraft für den Alltag. Lass mich Lernen und ins Fitness gehen. Gestern habe ich trotz Stress 45 Minuten Fahrrad geschafft.

Ich bin gespannt aufs Ex-IN. Da geht es um meine Zukunft. Ich will anderen Menschen helfen. Ich bin locker und entspannt. Ich bin gelassen und mutig. Herr gib mir die Kraft die ich zum Leben brauche. Gott schütze meinen Weg.

Ich bin glücklich und froh. Ich schaffe alles was ich mir vorgenommen habe, mit Leichtigkeit. Ich spüre wie sich die Anspannung absenkt.

Heute erfahre ich etwas über Ex-IN, es wird bestimmt sehr interessant. Ich freue mich darauf neue Leute kennen zu lernen. Ich nehme meinen Rucksack mit falls es Material zum mitnehmen gibt. Gott schütze meine Reise. Gib mir weiterhin Frieden, Ruhe und Gelassenheit. Du gibst mir die Kraft die ich brauche. Du lässt mich nicht im Stich. Meine Geldsorgen, meine Nervosität, meine Ängste – ich lege sie alle aufs Kreuz. Jesus Christus, nimm mir meine schlechten Gefühle. Danke Jesus Christus. Ich will an dich glauben, wenn meine Zeit irgendwann kommt, so bitte ich dich – nimm mich auf in dein Himmelreich. Ich möchte zu dir. Was kann ich tun, damit das klappt?

Ich bin verantwortlich für mein Leben. Danke Gott, dass ich heute zum ExIn gehen kann.

Die 4 Stunden schaffe ich locker. Es wird bestimmt interessant. Gott schütze meinen Weg. Gib mir Kraft, Gelassenheit und Freiheit.

Ich plane meine Freude. Ich erwische den Bus und finde gleich die Kirche. Ich bin rechtzeitig da und freue mich auf die Informationen die ich heute bekomme. Ich sitze in der Gruppe und höre zu. Ich bin interessiert, fröhlich und entspannt. Danach mache ich mich locker und entspannt auf den Heimweg. Ich setze mich entspannt und voller Zuversicht in den Bus, dann in die Bahn und dann in die S-Bahn. Ich bin ruck zuck zu hause.

Herr, wenn der Kurs beginnt Mitte Mai schenk mir Kraft und Gelassenheit. Lass mich Zeit in Kroatien verbringen. Wenn du es erlaubst. Du schützt mich. Du führst mich Schritt für Schritt. Ich kann aufatmen. Ich genieße die Normalität. Die Realität ist so wie sie ist. Irgendwann muss ich sterben. Aber das ist ok. Ich komme zu dir. Es hat noch viel Zeit. Zeit für gute Träume, Zeit zu Leben, Zeit Ziele zu erreichen. Ich habe viel vor. Mit deiner Hilfe kann ich alles erreichen. Du, nur du, machst das mein Leben gelingt. Du machst dass ich mein Potenzial ausschöpfe. Du lässt mich Singen und Arbeiten und schickst eine Frau in mein Leben.

Alles ist normal. Die Realität ist wie sie ist. Ich bin fest in der Realität verankert. Ich wundere mich nicht länger. Sie ist wie sie ist. Ich akzeptiere die Realität und werde gesund. Ich spüre die Kraft. Danke Gott für die Kraft.

Gott segne Mama, nimm ihr die Schmerzen und die Erscheinungen und die Sorgen. Mach dass Mama glücklich ist. Gib mir Kraft mein Leben zu meistern, so dass sich Mama keine Sorgen um mich machen braucht.

Gott, hilf Lucija eine Lösung für ihren Hund zu finden.

Gott, segne bitte Johann und beschütze seine Reise in die USA.

Lieber Gott, gib mir jeden Tag aufs Neue die Kraft trainieren zu gehen. Es tut mir gut. Ich bin motiviert und diszipliniert. Ich schaffe den Trainingszirkel und das Fahrrad. Danach entspanne ich mich in der Sauna und gehe glücklich nach Hause.

Ich plane meine Freude. Ich reise nach Birkach und finde alles sofort. Ich sitze in der Gruppe und lerne neue Leute kennen. Ich erfahre alles über Ex-IN. Ich schaffe die Zeit locker. Herr Jesus Christus, du gibst mir die Kraft die ich brauche. Du lässt mich alles gleich finden

Fazit

Der Tag war ein voller Erfolg. Während der langen Fahrt habe ich weiter imaginiert und positives Selbstgespräch betrieben. Mit Erfolg. ich war zwar die erste Hälfte sehr aufgeregt, aber alle waren furchtbar nett und es herrschte eine tolle Atmosphäre im Kurs. Ich dachte erst, ohje ich schaff dass nicht, ich muss abbrechen und nach hause. Allerdings wusste ich nicht wo die Bushaltestelle für die Rückfahrt ist, dafür brauchte ich jemanden aus dem Kurs, der den selben Weg hatte. Flucht war nicht möglich.

Also habe ich die Zähne zusammengebissen und mich immer wieder ins Hier und Jetzt zurück geholt und meisterte die Gespräche und Gruppenaktivitäten. Wir waren 5 Gruppen und haben zusammen ein Flipchart erarbeitet, wo wir unsere Erwartungen an den Kurs aufgeschrieben haben.

Ab der Hälfte ungefähr wurde der Druck deutlich geringer und ich entspannte mich. Ich dachte, „ok, jetzt schaffe ich es bis zum Ende“.

Die Heimfahrt lief problemlos und alle Bahnen kamen pünktlich. Ich kam zufrieden und glücklich zuhause an. Meine Mutter hat mir was zu Essen gemacht und ich bin früh ins Bett und hab gut geschlafen

Der Ex-IN Kurs ist sehr interessant, aber ich werde es dieses Jahr vermutlich nicht schaffen teilzunehmen, da ich meinen Fortbildungskurs und das berufliche Trainingszentrum plane. Und die sind alle in Vollzeit. Ex-In geht ein Jahr und man hat einmal im Monat Freitag bis Sonntag volles Programm. Das ist nebenher nicht zu schaffen. Ich werde den Kurs vermutlich nächstes Jahr machen. Kein Problem. So oder so, der Termin war ein voller Erfolg und ich habe einen neuen Meilenstein erreicht und ein neues Stabilitätslevel erreicht. Ich freue mich was der Tag heute bringen wird und bin zuversichtlich.

Auf der Reise

Ich bin auf der Reise. Eine Reise in eine glückliche Zukunft. Ich bin noch am Anfang. Es gibt Hürden und Schwierigkeiten. Es gibt Erfolge und Lichtblicke. Manche Menschen, die uns auf unserem Weg begleiten, verschwinden, andere kommen hinzu.

Es gibt Höhen und Tiefen. Ich habe das Ziel vor Augen. Ich gehe Schritt für Schritt. Ich reflektiere, was ich bereits erreicht habe und verstehe meine Gedanken und Gefühle. Was mich belastet, streife ich ab wie einen Rucksack mit Sachen, die ich nicht mehr brauche.

Ich mache Pausen und atme tief durch. Neu gestärkt mache ich mich auf den Weg. Meine Werte sind mein Kompass.

Ich bin flexibel und passe mich an, wenn neue Herausforderungen auftauchen. Wenn ich alleine nicht weiter kann, hole ich mir Hilfe. Mein Glaube schützt mich, Engel begleiten mich auf meinem Weg.

Auf meiner Reise mache ich neue Erfahrungen, gute und schlechte. Aber sie alle helfen mir zu wachsen. Dieser Weg ist nicht leicht. Aber ich gehe ihn gerne. Es ist mein eigener Weg. Mein Leben ist toll wie es ist, ich würde mit niemandem tauschen wollen, denn es ist meins, einzigartig und wunderbar.

Wenn ich ans Ziel komme und zurückblicke, staune ich und verstehe, dass alles seinen Sinn hatte. Jede Schwierigkeit, jeder Rückschlag und jeder Erfolg waren Meilensteine auf meinem Weg.

Nachts schaue ich in den Himmel. Die Sterne begleiten mich wie treue Freunde. Ich bin nicht allein auf meinem Weg.

Ich war an düsteren Orten wo mich der Mut verlassen hat. Ich ging durchs finstere Tal. Ich habe gelitten und bin daran gewachsen. Ich werde stärker. Ich werde mutiger. Ich atme auf. Ich bin geborgen. Ich bin in Sicherheit.

Es gibt Licht und Schatten. In jedem Moment entfaltet sich aufs neue das was ist. Jeder Moment ist kostbar und ich genieße ihn. 

Ich bin im hier und jetzt. Ich bin fest in der Realität verankert. Ich stehe mit beiden Beinen fest auf dem Boden und bin in ihm verwurzelt. Meine Gedanken sind die zahllosen Blätter, die sich im Wind wiegen

Ich atme, ich heile, ich lebe.

Ich bin vollkommen, ich bin präsent, ich bin mir bewusst. Ich stehe und spiele auf den Bühnen des Lebens. Ich bin wachsam, ich bin aufmerksam. Ich bin da.

Alles ist so wie es sein soll. Alles ist in perfekter Ordnung. 

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist eng mit positiven Emotionen verbunden. Indem wir Dankbarkeit kultivieren, können wir unser allgemeines Wohlbefinden steigern und positivere Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Gelassenheit erleben.

Zu diesem Beitrag habe ich mich von Christian Bischoff mit seinem tollen Video zu Dankbarkeitsmeditation inspirieren lassen. Das Video findet ihr hier.

Dankbar sein

  • Danke für meine Gesundheit
  • Danke für meinen Körper
  • Danke für das Essen
  • Danke für das Wasser
  • Danke dass ich genug Geld habe
  • Danke für meine Eltern
  • Danke für meine Freunde
  • Danke für meine Schwester
  • Danke für meine Gemeinde
  • Danke für meine Nachbarin
  • Danke für meine Kleidung
  • Danke für mein zuhause
  • Danke für meine Flirtchancen
  • Danke für meine berufliche Perspektive
  • Danke für das Krankengeld
  • Danke für die Rente
  • Danke für den heiligen Geist
  • Danke für meinen Glauben
  • Danke dafür dass ich in Frieden Leben darf
  • Danke für alle Mitmenschen
  • Danke für meine Kreativität
  • Danke für meine Talente und Begabungen
  • Danke für den Sport
  • Danke für meine Gelassenheit
  • Danke für meine mentale Stärke
  • Danke für die Ärzte, Therapeuten und Pfleger
  • Danke für unsere Demokratie
  • Danke für unseren Wohlstand
  • Danke für meine Musikinstrumente
  • Danke für meinen Computer
  • Danke für mein Smartphone
  • Danke für die Natur
  • Danke für schwierige Zeiten
  • Danke für die Musik
  • Danke für die harten Lebenslektionen
  • Danke für meine Feinde
  • Danke für diesen Planeten
  • Danke dass ich am Leben sein darf

Ich bin glücklich

  • Trotz der Schwierigkeiten, ich bin glücklich.
  • Auch wenn ich oft traurig bin, ich bin glücklich
  • Selbst wenn ich Psychosen habe, ich bin glücklich
  • selbst wenn ich in den Spiegel starre und mich frage wer ich eigentlich bin. Ich bin glücklich
  • Obwohl ich auf Grund der Ängste die Termine absage, ich bin glücklich
  • Auch wenn ich zu viel von mir fordere und mich quäle, ich bin glücklich
  • auch wenn manche Freunde mir den Rücken zugewandt haben, ich bin glücklich
  • auch wenn ich mich oft einsam fühle, ich bin glücklich
  • auch wenn ich stundenlang auf der Couch liege und an die Wand starre, ich bin glücklich
  • auch wenn ich von der Tagesklinik oft früher gehen muss, ich bin glücklich
  • auch wenn ich leide, ich bin glücklich
  • auch wenn meine Seele schmerzt und ich nur noch schreien oder schlafen möchte, ich bin glücklich
  • auch wenn ich nachts nicht schlafen kann, ich bin glücklich
  • auch wenn ich düstere Gedanken habe, ich bin glücklich
  • Ich entscheide mich glücklich zu sein

Wie ich zum Glauben kam

Meine Familie stammt aus Kroatien. Dort ist es mehr oder minder üblich das man zur katholischen Religion gehört und sonntags in die Kirche geht. Meine Schwester und ich sind in Deutschland geboren. Ich wurde getauft und ging von der ersten bis zur dritten Klasse in den Kommunionsunterricht. Ich mochte die Geschichten und Lieder. Dort wo der Unterricht stattfand gab es auch eine Bibliothek mit Hörspielkassetten, die mochte ich sehr gerne. Zur ersten Beichte bin ich aber nicht gegangen, da hatte ich irgendwie keine Lust drauf.

Wir sind in der Familie hin und wieder in die Kirche gegangen, aber meistens zu Weihnachten und Ostern. Glaube spielte damals nicht so die große Rolle, auch wenn meine Mutter im Prinzip schon an Gott glaubte. Mein Vater erklärte mir Gott nur so: „Was die Menschen nicht verstehen, das schieben sie in die Schublade Gott“. Das war als religiöse Aufklärung etwas dürftig.

Mein Relilehrer auf dem Gymnasium taugte nichts. Er spulte sein Programm ab und wir Schüler konnten machen was wir wollten, also haben wir meistens währen dem Unterricht Magic Karten gespielt. Von Zeit zu Zeit bin ich zur evangelischen Klasse gewechselt – die hatten eine gute, engagierte Lehrerin und eigentlich fand ich das Thema Gott doch recht spannend. Auch die Atmosphäre von Kirchen und Kathedralen fand ich schon immer toll.

Mit etwa 15 Jahren entdeckte ich harte Rockmusik, insbesondere Rammstein. Ein Mitschüler versorgte mich dann später mit Heavy Metal CDs, wie beispielsweise von Hammerfall oder Blind Guardian. Wir ließen uns lange Haare wachsen und gingen auf unsere ersten Konzerte. Wir waren begeistert von dieser Musik und wurden Teil der Metal Subkultur mit ihren typischen, schwarzen Band T-Shirts. Später hörten wir auch härtere Sachen: Death und Black Metal wie Dimmu Borgir oder Cradle of Filth und viele andere.

Was irgendwie zu dieser Gemeinschaft dazugehörte war eine Ablehnung, ja fast schon Hass auf organisierte Religionen. Lange Zeit bezeichnete ich mich als Agnostiker. D.h. ich habe nicht ausgeschlossen das es eine höhere Macht gibt aber ich vertrat den Standpunkt man könne es nicht mit Sicherheit wissen.

Einmal druckten mein Mitschüler und ich uns T-Shirts mit der Aufschrift „Atheists rule – I don’t believe“. Damit gingen wir auf den Stuttgarter Kirchentag um die Christen zu provozieren und uns über sie lustig zu machen. Ich lehnte die Bibel und den Glauben komplett ab. Ich ging sogar noch einen Schritt weiter und interessierte mich für den philosophischen Satanismus. Die Idee war „Werde dein eigener Gott“. Es gab da ein satanistisches Internetforum wo sich die Diskussionsteilnehmer lang und breit über alle möglichen philosophischen Themen unterhielten. Das fand ich sehr spannend. Ich hatte damals für mein erstes Auto ein Kennzeichen, das lautete S:IN 666.

Was es auch gab war Firechat, eine Audio Diskussionsplattform. Hier lauschte ich wie Gläubige sich mit Atheisten die Köpfe einschlugen und wild diskutierten, wer denn nun recht habe. Auch da beteiligte ich mich und stellte mich auf die Seite der Atheisten. Das Philosophieren machte mir Spaß.

Nach der Schulzeit blieb ich dem Metal treu, lernte selber das Gitarre spielen und singen. Ich hatte eigene Auftritte und war auf über 100 Konzerten und Festivals. Metal blieb weiterhin meine bevorzugte Musikrichtung, als Zuhörer und als Amateurmusiker. Auch die Leute die ich im Studium kennenlernte und meine damalige Freundin, wir alle hörten metal. Aber dann kam die Wendung.

In einer Krankheitsphase, ich glaube es war 2016 war ich stationär im Zentrum für seelische Gesundheit in Stuttgart Bad Cannstatt. Wer schon mal in einer Psychiatrie war, weiß es ist ein trostloser Ort an dem viel Krankheit und Elend herrscht. Inmitten dieser Trostlosigkeit gab es ein kleines Licht und das war das Singen. Wir hatten dort einen katholischen Pfarrer der einmal die Woche mit seiner Gitarre und ein paar ausgedruckten Texten vorbeikam und wer Lust hatte konnte mitsingen. Da ich zu dieser Zeit schon Amateursänger war und sowieso nichts besseres zu un hatte, konnte ich sehr gut und laut mitsingen – der Pfarrer lobte mich immer, das gefiel mir. Hier kam ich zum ersten mal in Berührung mit christlicher Musik. Wir sangen „Deine Hand ist über mir“, „Meine Zeit steht in deinen Händen“, „kleines Senfkorn Hoffnung“ und viele andere. Diese halbe Stunde in der Woche wurde zu meinem Anker und meinem Zufluchtsort – eine Oase inmitten des Elends. Ich mochte den Pfarrer sehr und wir trafen uns manchmal in der Kantine und unterhielten uns. Irgendwann ging ich dann zum Klinikgottesdienst und er betete mit mir. Er verfügte über sehr großes Charisma und was er über den Glauben sagte leuchtete mir irgendwie ein und wirkte authentisch auf mich. Nicht so aufgesetzt und von oben herab wie ich es von anderen Christen kannte.

Eine ganze Weile hatte ich mich dann nicht mehr mit dem Glauben beschäftigt. 2021 hatte ich eine weitere psychotische Episode hinter mir und war auf der Suche nach einer Rehaklinik. Da entschied ich mich für die de’ignis Klinik, welche christliche Ansätze in ihrem Behandlungskonzept vorsah. Ich war neugierig und bekam dort einen Platz. Ich war dort etwa 5 Wochen und es wurde sehr viel gebetet und Lobpreis gesungen. Einmal war meine Gruppe dran einen Abend mit Programm zu gestalten, wir hatten einen hervorragenden Gitarristen und Violinisten in der Gruppe und wir haben den Abend musikalisch gestaltet. Ich freute mich über die Auftrittsmöglichkeit und ich sang unter anderem „Ich weiß das mein Erlöser lebt“. Der Abend war ein Erfolg und wir hockten uns mit der Gruppe nach dem Event hin um gemeinsam zu beten. Wie ich da noch etwas unbeholfen mitbetete spürte ich diese Energie beim Beten. Es war ein Gefühl intensiver Gemeinschaft mit den Mitpatienten und fühlte sich irgendwie seltsam und neu an. Aber auch irgendwie „richtig“, als hätte ein Teil von mir Heimat im christlichen Glauben gefunden. Insgesamt hat sich mein Glaube in der de’ignis Klinik sehr vertieft und der Aufenthalt war ein Erfolg.

Spiritualität wurde mir zunehmend wichtiger. Nach der Klinik ging ich ein paar mal in die Urban Life Church, aber das war mir vom Konzept her etwas zu amerikanisch. Ich fing an Lobpreislieder auf youtube zu schauen und übte beim Singen regelmäßig meine liebsten christlichen Lieder und besorgte mir eine Bibel.

Irgendwann überzeugte mich meine Nachbarin doch mal mit zur Liebenzeller Gemeinde in Oßweil zu kommen. Ich ging irgendwann regelmäßig und es machte mir Freude obwohl mir alles immernoch etwas neu und fremd war. Ein paar mal ging ich zur Bibelstunde, tat mich mit diesem Buch aber doch noch etwas schwer. Irgendwann sprach ich die Musiker an ob ich mich musikalisch am Gottesdienst beteiligen kann. Wir trafen uns zur Probe und ich übte einige Songs ein. Am Tag des Auftritts war ich furchtbar aufgeregt wie vor jedem meiner zahlreichen Auftritte – aber es war ein Erfolg.

Und so passierte was ich als Jugendlicher mit dem Hang zum Satanismus mir nie hätte träumen lassen. Jetzt bin ich selbst einer von diesen Jesus Freaks 🙂

Die jahrzehnte lange Prägung durch finstere Rockmusik hat ihre Spuren hinterlassen und ich tue mich oft noch mit dem Christsein schwer und habe mit Zweifeln zu kämpfen. Es gibt Zeiten, insbesondere an schlechten Tagen da fühle ich mich von Gott getrennt und verlassen. Manchmal denke ich meine Sünden wiegen so schwer dass ich es nicht verdiene in Gottes Reich zu kommen. Aber heute weiß ich dass das ein Irrtum ist. Ich fühle mich wie in der Geschichte vom verlorenen Sohn (meine Lieblingsgeschichte aus dem Kommunionsunterricht). Ich bin heimgekommen und Gott freut sich um so mehr je verirrter das verlorene Schäfchen war wenn es dann doch den Weg zurück in die Herde geschafft hat. Er ist ein wunderbarer Hirt und ich möchte ohne Jesus Christus in meinem Leben nicht mehr sein. Ohne den Glauben hätte ich schon längst resigniert und aufgegeben.

Nicht jeder aus meinem Umfeld war begeistert von meinem Wandel. Ich geriet mit einem (früheren) Freund, denn ich sehr gut kenne in die Haare weil ich plötzlich christliche Ansichten an den Tag legte. Er war regelrecht schockiert und hat mir mehr oder minder die Freundschaft gekündigt indem er mir die nächste Psychose an den Hals wünschte damit ich wieder „zur Vernunft“ komme und er könne mich nicht „da rausholen“. Und sehr viel weitere verletzende Gedanken hat er geäußert.

Musikalisch höre ich immernoch manchmal Metal, aber vorzugsweise „White Metal“ Das ist eine Art von Metal die sich musikalisch nicht groß von normalen Metal unterscheidet, jedoch christliche Botschaften und Texte enthält. Hier kann man geteilter Meinung sein, aber ich für mich verstehe Gott so dass er möchte das ich singe – auch Rockmusik. Ich habe ein Homerecording Projekt zu einem White Metal Song den ich geschrieben habe gestartet. Ich glaube eine Aufgabe die Gott mir gegeben hat ist dass ich mit dieser Art christlicher Rockmusik Menschen erreichen und vom Glauben erzählen kann.

Hier ist der Text:

No Place in Heaven?

I walk the ways of faith

searching for deliverance

eternal life to gain

I suffered hunger, death and pain

What’s beyond this life

Only He knows

we deal with our daily strife

getting nowhere alone  

you claim to know what lies beyond

behind the curtain

but I need to know NOW!!!

Is there no place in heaven?

If there is why do I feel these doubts

If there is a place behind the shrouds

maybe you’ll find it up there

in the clouds

I look for truth

beyond the voices

some are gentle some are rough

We make our choices

I try my best

you do the rest

I seek humility

It’s more than fantasy

We’re not drifting through space all alone

we build our kingdom

craving the wisdom

in this strange world we are all  thrown

we are doomed to freedom

yes doomed to freedom

Is there no place in heaven?

If there’s not why do I see these signs

If there is grace and spirit proud

I will seek it up there in the clouds

Dei o gracias

Dei o gracias

spiritus sanctus

spiritus sanctus

I never give up

don’t tell me to stop

We re not forsaken

angels awaken

Is there no place in heaven?

Is it there also for the likes of us?

If there is a space beyond the gate

I will follow the Lords path 

It’s never too late

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