Wie gehen Sie mit negativen Gedanken um? Erschrecken Sie manchmal über ihre Gedanken? Haben Sie manchmal Angst vor ihren Gedanken, so dass sie zum Beispiel Angst haben sich oder anderen was anzutun? Oder steigern Sie sich in übertriebene Sorgen rein? Haben Sie blasphemische, sexuelle oder aggressive Gedanken die Sie aus dem Konzept bringen?
Manchmal leiden wir an unseren Gedanken. Warum ist das so? Jedes fühlende Wesen möchte sich Schmerz entziehen. Das ist ein Naturgesetz. Das macht den Umgang mit negativen Gedanken so knifflig. Wenn diese Gedanken kommen versuchen wir sie zu unterdrücken oder zu neutralisieren. Ein Beispiel: Sie haben einen negativen, blasphemischen Gedanken wie „Ich hasse Gott!“ Dann erschrecken sie und denken „oh nein das wollte ich nicht denken, Gott ist gut“ und beten ein Vater unser. Das ist mit Neutralisierung gemeint. Wir glauben dass wir den Gedanken entkräften müssen, weil wir glauben er sei gefährlich und genau dass ist die Falle in die wir tappen.
Der richtige Umgang mit negativen Gedanken und Gefühlen ist, sie zuzulassen und nicht zu bekämpfen. Im Buddhismus kennen wir den Gedanken des „monkey mind“. Der Geist ist wie ein wilder Affe der im Urwald herumturnt. Manche Gedanken verbieten wir uns und wir haben Angst vor Ihnen. Stellen Sie sich diesen Gedanken als einen Baum vor und sie versehen ihn mit Schildern wo draufsteht: „Gefährlich auf keinen Fall betreten“ um dass Äffchen davon abzuhalten auf diesen Baum zu klettern. Nur kann dass Äffchen leider nicht lesen und ist im Gegenteil neugierig was es mit diesem Baum und seinen Schildern auf sich hat und klettert dort wo es nicht soll am allerliebsten.
Deswegen entstehen Zwangsgedanken. Gedanken die wir nicht wollen, die uns Angst machen, die wir loswerden wollen.
Machen Sie sich klar dass Gedanken nicht die Realität sind. Völlig egal wie furchteinflösend, sexuell oder blasphemisch diese Gedanken sind – es sind Illusionen, sie sagen nichts über Ihren Charakter aus. Sie SIND nicht Ihre Gedanken.
Im Rahmen der Acceptance Commitment Therapy (ACT) der aktuell modernsten Therapieform kennen wir das unter dem Begriff „Defusion“. Wir sollten nicht mit unseren Gedanken „fusioniert“ dass heißt „verschmolzen“ sein.
Machen Sie sich weiterhin klar, dass egal wie schlimm die Gedanken sind und egal wie schlecht Sie sich fühlen: Sie sind nicht in Gefahr und es kann Ihnen nichts passieren. Sie sind in Sicherheit und es geht vorbei. Es ist nicht real. Lassen Sie den Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen und wenden Sie sich sofort wieder der Realität zu, dem hier und jetzt zu, mit dem was Sie gerade tun, was sie sehen und anfassen können, was jetzt gerade wichtig ist.
Wie gehen wir also mit unseren Gedanken auf eine gesunde Art um? Wir sollten Sie zulassen und uns nicht weiter darum kümmern. Wir können Sie durch den Geist ziehen lassen ohne „zurück“-zudenken. Sie sind wie Wellen eines Ozeans. Wir beobachten sie einfach und lassen sie los. Genau das üben wir wenn wir meditieren. Meditation ist ein geistiges Training mit dem wir unserem „monkey mind“ etwas entgegensetzen.
Ich meditiere jeden morgen eine halbe Stunde als Teil meiner Morgenroutine. Ich setze mich auf mein Meditationskissen, setze einen Timer auf 30 Minuten und schlage meine Meditationsglocke. Ich achte nur auf meinen Atem und hole mich immer wieder freundlich ins Hier und Jetzt zurück. Es ist völlig normal dass der Geist abschweift. Meditation ist simpel aber nicht einfach, es erfordert einiges an Übung und es braucht eine Weile bis man Erfolge hat. Aber bleiben Sie dran, es lohnt sich. Meditation kommt ursprünglich aus dem Buddhismus, man kann Sie aber mittlerweile als losgelöst aus der Religion betrachten und praktizieren
Die Meditationspraxis ist nicht auf das Sitzen beschränkt sondern wir können Sie auch im Alltag praktizieren. Das nennt man Achtsamkeit. Wir können versuchen so achtsam wie möglich zu sein, wir verstricken uns nicht in Vergangenheit oder Zukunft sondern sind im hier und jetzt – ganz bei der Sache. Beim Arbeiten, beim Geschirr spülen, beim spazieren, beim Essen, beim Gespräch mit anderen Menschen. Wir sind völlig präsent. Wir sind im hier und jetzt
Folgen Sie dem Weg der Achtsamkeit und ihr Leben wird gelassener, leichter und erfolgreicher. Lassen Sie sich nicht von negativen Gedanken beeindrucken und genießen Sie was das Leben Ihnen bietet.
Viel Erfolg!
P.S.: Gedanken sind in der Regel nicht real und nicht gefährlich. Etwas anderes gilt wenn Sie konkrete Pläne machen sich oder jemandem etwas anzutun. Dann ist essenziell dass sie mit jemandem reden und sich professionelle Hilfe suchen. Notfalls wählen Sie die 112 und lassen Sie sich ins Krankenhaus bringen. Dort bekommen Sie Hilfe. Passen Sie gut auf sich auf.
Lange Zeit in meinem Leben habe ich das Thema Gott und Bibel komplett abgelehnt. Ich hörte seit meiner Jugend düstere Metalmusik und liebäugelte sogar mit dem Thema Satanismus. Wie naiv ich doch war.
Später als ich mal wieder im Krankenhaus war wendete sich das Blatt. Es ging mir sehr schlecht und ich war einsam und verzweifelt. Mühsam schleppte ich mich durch den Klinikalltag: Schlafen, Therapien, essen, rauchen.
Doch es gab einen Lichtblick: Einmal die Woche kam ein katholischer Pfarrer mit seiner Gitarre auf die Station und wir haben mit jedem der wollte eine halbe Stunde christliche Lieder gesungen. Mein Lieblingslied war dieses hier:
Deine Hand ist über mir
Deine Hand ist über mir Und ich stehe unter deinem Schutz Deine Hand ist über mir
Deine Hand ist unter mir Und ich berge mich darin Deine Hand ist unter mir
Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand
Deine Hand ist hinter mir Und du gibst mir deine Kraft Deine Hand ist hinter mir
Deine Hand ist vor mir Und du ebnest mir den Weg Deine Hand ist vor mir
Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand Falle niemals tiefer als in deine Hand
Diese eine halbe Stunde die Woche war für mich eine Insel im elenden Klinikalltag. Ich singe sehr gerne und der Pfarrer hat mich immer für meine Stimme gelobt, das gefiel mir.
Ich kam mit dem Pfarrer ins Gespräch und ich erzählte von meinen düsteren Gedanken. Er sagte, ja, dass seien die gottesfernen Kräfte. Er erzählte mir von Gott, er strahle die Liebe aus so wie die Sonne scheint – er kann nicht anders. Das fand ich interessant. Wir haben zusammen gebetet und er hat mir ein Andachtsbuch geschenkt, welches ich allerdings nicht gelesen habe. Ich ging zum Klinikgottesdienst wo der Pfarrer predigte und ich fand es interessant, fühlte mich allerdings noch etwas fehl am Platz. Ich hatte danach noch weitere spirituelle Bücher gelesen aber ich konnte nicht viel damit anfangen. Da wurde immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wie herrlich Jesus ist und wie toll das Wort Gottes ist und wie super Gebet hilft. Ich konnte das damals nicht verstehen, weil ich Jesus noch nicht kannte.
Nach dem Krankenhaus habe ich eine Weile gearbeitet und kam danach wieder ins Krankenhaus. Danach wollte ich eine Reha machen und bin auf die de’ignis Fachklinik gestoßen welche christliche Grundelemente haben soll, so las ich es auf der Homepage. Ich war neugierig und da ich so viel Spaß am Lobpreis hatte habe ich mich entschieden da hinzugehen. Die Reha dauerte 4 Wochen. Es wurde viel gebetet und gesungen. Ich habe weitere Lobpreis Lieder kennengelernt, die mir sehr gut gefallen haben. Zum Beispiel dieses hier:
Ich fing an mich an das Beten zu gewöhnen und es fing an mir gut zu tun. An einem Abend hat meine Gruppe ein Abendprogramm für die ganze Klinik gestaltet. Wir haben Lobpreis gesungen und es hat mir große Freude gemacht. Wir haben unter anderem das hier gesungen:
Im Anschluss an das Konzert waren wir in der Gruppe und haben gebetet. Es war eine geheiligte Atmosphäre die mich sehr berührt hat. Es fühlte sich richtig und voller Energie an und so habe ich das Gebet kennengelernt.
Die Klinikzeit ging zu Ende und ich wandte mich (wenig erfolgreich) wieder dem Beruf zu. Ich arbeitete als Programmierer und wurschtelte mich irgendwie durch. Dann begann die Pandemiezeit und ich war viel zuhause und trank Alkohol um mich zu entspannen. Aber mein Glaube hatte sich vertieft und ich besuchte einige Gottesdienste. Irgendwann hat mich meine Nachbarin gefragt ob ich nicht in die Liebenzeller Gemeinde in Oßweil mitkommen will. Das ist 3 Jahre her. Dort wurde ich herzlich aufgenommen und ich ging regelmäßig hin.
Ich ging auf die Veranstaltung „Life on Stage“, das war ein Musical mit christlicher Botschaft wo man am Ende vor zum Kreuz gehen und sich zum Christsein bekennen konnte. Das habe ich gemacht und für mich die Entscheidung getroffen dass ich an Gott und Jesus Christus glauben will. Ich betete dass ich mein Leben Jesus Christus übergeben will.
Seitdem ist Jesus ein Teil meines Lebens und ich kann nicht mehr ohne ihn. Ich glaube daran, dass er sich in meiner Seele tummelt, das er der Sohn Gottes ist und das er für meine Sünden gestorben ist. Ich bete jeden morgen und schreibe viel über Jesus und Gott in mein Tagebuch.
Für mich steht fest: Gott meint es gut mit uns Menschen und will nur das Beste für uns. Jesus war auf der Erde und hat Wunder gewirkt. Er hat Kranke geheilt. Ich will ihm nachfolgen. Ich stelle mir manchmal die Frage: „Was würde Jesus in dieser Situation tun?“.
Jesus ist für mich eine Quelle der Freude geworden und ich bete regelmäßig zu ihm. Ich bedanke mich für alles was ich habe und was mir gelingt und ich bete für neue Kraft jeden Tag. Was schwierig ist und mir Angst macht werfe ich aufs Kreuz und vertraue darauf das ER sich um alles kümmert was nicht innerhalb meiner Kontrolle liegt. Ich vertraue darauf dass Gott mich Schritt für Schritt und durch alles Elend hindurchführt. Irgendwann werde ich an mein Ziel gelangen. Ich will bei Gott sein wenn ich einmal sterbe.
Psalm 23 (Lutherbibel 2017):
1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Ich habe mir viele Gedanken über meine Sterblichkeit gemacht und dass meine Zeit auf der Erde begrenzt ist. Was kommt danach? Das weiß niemand so ganz genau und Philosophen durch alle Zeitalter hindurch haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen. Mein Glaube gibt mir Trost und Hoffnung. Ich weiß dass ich einmal im Himmel sein werde und Gemeinschaft mit meinem Gott haben werde. Ich bin jetzt schon erlöst und gerettet und das macht mir Mut.
Wir können Gottes Liebe und sein Königreich jetzt schon in Anspruch nehmen wenn wir glauben. Warum sollten wir dieses kostbare Geschenk ablehnen? Ich bin sicher Gott meint es gut mit uns. Er will in Beziehung zu uns sein. Er will dass unser Leben gelingt. Warum sollte ich diese unendliche Liebe die mir geschenkt wird ignorieren? Auf Jesus können wir uns immer verlassen. Er hilft uns, er sieht uns, auch in unserem Leiden und er leidet mit uns.
Mittlerweile gehe ich sehr gerne in die Kirche. Das Singen macht mir Spaß. Ich genieße die Gemeinschaft. Es ist ein Hunger in meiner Seele, der gestillt werden will. Ich bin auf dem Weg in die Kirche und denke „Ok, jetzt will ich etwas über Jesus erfahren“. Ich bin gut in die Gemeinschaft eingebunden und als ich letztes Jahr wieder im Krankenhaus war haben die Gemeindemitglieder für mich gebetet und haben mich oft besucht und Obst und Zigaretten vorbeigebracht. Zudem bin ich seit einer Weile im Junge Erwachsene Treff meiner Gemeinde. Wir machen Spieleabende, beten zusammen und gehen was Essen. Die Leute sind nett und die Abende gelingen mir.
Wie stehen Sie zum Thema Gott? Ich kenne die Zweifel und den Unglauben sehr gut, ich war selbst lange Zeit in der Gottesferne gefangen und habe mich durchs Leben geschlagen, alleine und hilflos. Doch ich bin nicht alleine. Ich habe Familie, Freunde und Gemeinde und ich habe eine ewige Kraft in meinem Leben, die es gut mit mir meint und auf die ich nicht verzichten will. Vielleicht denken Sie „Das ist doch alles Quatsch. Das brauch ich nicht“. Und dennoch, ich ermutige jeden dazu sich einmal Gedanken um die Ewigkeit zu machen und darüber was uns in diesen turbulenten Zeiten durch unser Leben tragen kann. Worauf wir hoffen können.
Vielleicht kommen Sie irgendwann auf den Geschmack, spätestens wenn es nicht mehr weitergeht und sie am Ende der Fahnenstange sind und ganz am Boden zerstört sind und es einfach nicht mehr weitergeht, wenn alles Aus scheint und die Dunkelheit Sie zu ersticken droht – dann tritt Gott auf den Plan und Sie können ihn darum bitten dass er Sie rettet. Und das wird er. Ganz sicher.
Wo die Not am größten ist, da ist Gott am Nächsten.
Für mich steht fest: Ohne Jesus geht es nicht.
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Was erzählen wir uns da Tag für Tag und Stunde für Stunde? Welche Wirkung hat das auf uns? Welche Gedanken (gesprochene Worte in unserem Kopf) produzieren wir und was fangen wir damit an?
Wir drehen uns oft gedanklich in einem Kreis um uns selbst, analysieren, malen uns die Zukunft schwarz aus, denken an vergangene Misserfolge, peinliche Erlebnisse und Niederlagen. Wir sind auf uns selbst und unser Seelenleben fixiert. Der Geist produziert immer mehr unnötige Gedanken. Wir sind süchtig nach Gedanken. Wir wünschen uns manchmal einen Aus-Knopf der den ewigen Müllstrom in unserem Geist zumindest eine Weile unterbricht, dass wir durchatmen können.
Ein berühmter Spruch lautet „Glauben Sie nicht alles was sie denken“. Wenn wir ohnehin schon ununterbrochen denken müssen, wäre es nicht viel besser etwas gesundheitsförderliches und schönes zu denken?
Lassen Sie mal folgenden Absatz auf sich wirken:
„Ich glaube es geht mir deutlich besser, deutlich besser, deutlich gelassener. Ich ruhe in mir. Mir geht es jeden Tag, in jeder Hinsicht besser und besser. Ich genieße mein Leben. Ich darf in Frieden, Wohlstand und Gesundheit leben. Mir kann nichts passieren, ich bin in Sicherheit. Ich werde beschützt und behütet. Alles was ich mir vorgenommen habe gelingt mir. Ich bin mutig und zuversichtlich. Ich freue mich auf das Abendessen, den Theater, den Kinobesuch, den Spaziergang. Ich werde ganz, zu 100% komplett gesund, ich bin jetzt schon gesund. Es wird deutlich leichter. Das Leben ist wunderbar. Die Welt ist wunderschön und perfekt und ich darf ein Teil davon sein. Ist das nicht schön? Die Welt ist wie sie ist. Die Realität ist wie sie ist. Ich mag mein Leben. Ich bin OK. Heute wird ein guter Tag, ich fühle es ganz genau. Eine tiefe Stille und Zufriedenheit breitet sich in mir aus. Ich bin gesund. Ich genieße mein Leben so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen. Ich gehe meinen Weg gerne. Ich bin geborgen und beschützt“.
Wie hat das auf sie gewirkt? Fühlen sie sich vielleicht nach dem Lesen ein bisschen besser, oder zumindest neutraler als sonst?
So wie ich es hier beschrieben habe können wir tagtäglich und stündlich ein positives Selbstgespräch führen. Sie könnten einwenden „Aber es geht mir doch schlecht, ich kann nichts positives an meinem Leben finden. Mein Leben ist die Hölle“
Sie können sich entscheiden anzufangen positiv zu denken. Dieses positive Selbstgespräch trägt sie durch die schwierigsten Zeiten. Am Anfang ist es noch schwierig und es fällt einem vielleicht nichts positives ein. Aber so wie wir im Fitnessclub unsere Muskeln trainieren, so können wir auch positives Denken üben. Das Gehirn fängt an sich neu zu vernetzen und wird mit der Zeit immer leichter (automatisiert) positive Gedanken produzieren mit denen sie sich mit Sicherheit langfristig besser fühlen werden. Hören Sie auf sich auf das negative zu fokussieren und üben Sie positives Selbstgespräch. Das geht auch besonders gut schriftlich in Ihrem Tagebuch.
Ich bin auf der Reise. Eine Reise in eine glückliche Zukunft. Ich bin noch am Anfang. Es gibt Hürden und Schwierigkeiten. Es gibt Erfolge und Lichtblicke. Manche Menschen, die uns auf unserem Weg begleiten, verschwinden, andere kommen hinzu.
Es gibt Höhen und Tiefen. Ich habe das Ziel vor Augen. Ich gehe Schritt für Schritt. Ich reflektiere, was ich bereits erreicht habe und verstehe meine Gedanken und Gefühle. Was mich belastet, streife ich ab wie einen Rucksack mit Sachen, die ich nicht mehr brauche.
Ich mache Pausen und atme tief durch. Neu gestärkt mache ich mich auf den Weg. Meine Werte sind mein Kompass.
Ich bin flexibel und passe mich an, wenn neue Herausforderungen auftauchen. Wenn ich alleine nicht weiter kann, hole ich mir Hilfe. Mein Glaube schützt mich, Engel begleiten mich auf meinem Weg.
Auf meiner Reise mache ich neue Erfahrungen, gute und schlechte. Aber sie alle helfen mir zu wachsen. Dieser Weg ist nicht leicht. Aber ich gehe ihn gerne. Es ist mein eigener Weg. Mein Leben ist toll wie es ist, ich würde mit niemandem tauschen wollen, denn es ist meins, einzigartig und wunderbar.
Wenn ich ans Ziel komme und zurückblicke, staune ich und verstehe, dass alles seinen Sinn hatte. Jede Schwierigkeit, jeder Rückschlag und jeder Erfolg waren Meilensteine auf meinem Weg.
Nachts schaue ich in den Himmel. Die Sterne begleiten mich wie treue Freunde. Ich bin nicht allein auf meinem Weg.
Ich war an düsteren Orten wo mich der Mut verlassen hat. Ich ging durchs finstere Tal. Ich habe gelitten und bin daran gewachsen. Ich werde stärker. Ich werde mutiger. Ich atme auf. Ich bin geborgen. Ich bin in Sicherheit.
Es gibt Licht und Schatten. In jedem Moment entfaltet sich aufs neue das was ist. Jeder Moment ist kostbar und ich genieße ihn.
Ich bin im hier und jetzt. Ich bin fest in der Realität verankert. Ich stehe mit beiden Beinen fest auf dem Boden und bin in ihm verwurzelt. Meine Gedanken sind die zahllosen Blätter, die sich im Wind wiegen
Ich atme, ich heile, ich lebe.
Ich bin vollkommen, ich bin präsent, ich bin mir bewusst. Ich stehe und spiele auf den Bühnen des Lebens. Ich bin wachsam, ich bin aufmerksam. Ich bin da.
Alles ist so wie es sein soll. Alles ist in perfekter Ordnung.
Dankbarkeit ist eng mit positiven Emotionen verbunden. Indem wir Dankbarkeit kultivieren, können wir unser allgemeines Wohlbefinden steigern und positivere Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Gelassenheit erleben.
Zu diesem Beitrag habe ich mich von Christian Bischoff mit seinem tollen Video zu Dankbarkeitsmeditation inspirieren lassen. Das Video findet ihr hier.
Meine Familie stammt aus Kroatien. Dort ist es mehr oder minder üblich das man zur katholischen Religion gehört und sonntags in die Kirche geht. Meine Schwester und ich sind in Deutschland geboren. Ich wurde getauft und ging von der ersten bis zur dritten Klasse in den Kommunionsunterricht. Ich mochte die Geschichten und Lieder. Dort wo der Unterricht stattfand gab es auch eine Bibliothek mit Hörspielkassetten, die mochte ich sehr gerne. Zur ersten Beichte bin ich aber nicht gegangen, da hatte ich irgendwie keine Lust drauf.
Wir sind in der Familie hin und wieder in die Kirche gegangen, aber meistens zu Weihnachten und Ostern. Glaube spielte damals nicht so die große Rolle, auch wenn meine Mutter im Prinzip schon an Gott glaubte. Mein Vater erklärte mir Gott nur so: „Was die Menschen nicht verstehen, das schieben sie in die Schublade Gott“. Das war als religiöse Aufklärung etwas dürftig.
Mein Relilehrer auf dem Gymnasium taugte nichts. Er spulte sein Programm ab und wir Schüler konnten machen was wir wollten, also haben wir meistens währen dem Unterricht Magic Karten gespielt. Von Zeit zu Zeit bin ich zur evangelischen Klasse gewechselt – die hatten eine gute, engagierte Lehrerin und eigentlich fand ich das Thema Gott doch recht spannend. Auch die Atmosphäre von Kirchen und Kathedralen fand ich schon immer toll.
Mit etwa 15 Jahren entdeckte ich harte Rockmusik, insbesondere Rammstein. Ein Mitschüler versorgte mich dann später mit Heavy Metal CDs, wie beispielsweise von Hammerfall oder Blind Guardian. Wir ließen uns lange Haare wachsen und gingen auf unsere ersten Konzerte. Wir waren begeistert von dieser Musik und wurden Teil der Metal Subkultur mit ihren typischen, schwarzen Band T-Shirts. Später hörten wir auch härtere Sachen: Death und Black Metal wie Dimmu Borgir oder Cradle of Filth und viele andere.
Was irgendwie zu dieser Gemeinschaft dazugehörte war eine Ablehnung, ja fast schon Hass auf organisierte Religionen. Lange Zeit bezeichnete ich mich als Agnostiker. D.h. ich habe nicht ausgeschlossen das es eine höhere Macht gibt aber ich vertrat den Standpunkt man könne es nicht mit Sicherheit wissen.
Einmal druckten mein Mitschüler und ich uns T-Shirts mit der Aufschrift „Atheists rule – I don’t believe“. Damit gingen wir auf den Stuttgarter Kirchentag um die Christen zu provozieren und uns über sie lustig zu machen. Ich lehnte die Bibel und den Glauben komplett ab. Ich ging sogar noch einen Schritt weiter und interessierte mich für den philosophischen Satanismus. Die Idee war „Werde dein eigener Gott“. Es gab da ein satanistisches Internetforum wo sich die Diskussionsteilnehmer lang und breit über alle möglichen philosophischen Themen unterhielten. Das fand ich sehr spannend. Ich hatte damals für mein erstes Auto ein Kennzeichen, das lautete S:IN 666.
Was es auch gab war Firechat, eine Audio Diskussionsplattform. Hier lauschte ich wie Gläubige sich mit Atheisten die Köpfe einschlugen und wild diskutierten, wer denn nun recht habe. Auch da beteiligte ich mich und stellte mich auf die Seite der Atheisten. Das Philosophieren machte mir Spaß.
Nach der Schulzeit blieb ich dem Metal treu, lernte selber das Gitarre spielen und singen. Ich hatte eigene Auftritte und war auf über 100 Konzerten und Festivals. Metal blieb weiterhin meine bevorzugte Musikrichtung, als Zuhörer und als Amateurmusiker. Auch die Leute die ich im Studium kennenlernte und meine damalige Freundin, wir alle hörten metal. Aber dann kam die Wendung.
In einer Krankheitsphase, ich glaube es war 2016 war ich stationär im Zentrum für seelische Gesundheit in Stuttgart Bad Cannstatt. Wer schon mal in einer Psychiatrie war, weiß es ist ein trostloser Ort an dem viel Krankheit und Elend herrscht. Inmitten dieser Trostlosigkeit gab es ein kleines Licht und das war das Singen. Wir hatten dort einen katholischen Pfarrer der einmal die Woche mit seiner Gitarre und ein paar ausgedruckten Texten vorbeikam und wer Lust hatte konnte mitsingen. Da ich zu dieser Zeit schon Amateursänger war und sowieso nichts besseres zu un hatte, konnte ich sehr gut und laut mitsingen – der Pfarrer lobte mich immer, das gefiel mir. Hier kam ich zum ersten mal in Berührung mit christlicher Musik. Wir sangen „Deine Hand ist über mir“, „Meine Zeit steht in deinen Händen“, „kleines Senfkorn Hoffnung“ und viele andere. Diese halbe Stunde in der Woche wurde zu meinem Anker und meinem Zufluchtsort – eine Oase inmitten des Elends. Ich mochte den Pfarrer sehr und wir trafen uns manchmal in der Kantine und unterhielten uns. Irgendwann ging ich dann zum Klinikgottesdienst und er betete mit mir. Er verfügte über sehr großes Charisma und was er über den Glauben sagte leuchtete mir irgendwie ein und wirkte authentisch auf mich. Nicht so aufgesetzt und von oben herab wie ich es von anderen Christen kannte.
Eine ganze Weile hatte ich mich dann nicht mehr mit dem Glauben beschäftigt. 2021 hatte ich eine weitere psychotische Episode hinter mir und war auf der Suche nach einer Rehaklinik. Da entschied ich mich für die de’ignis Klinik, welche christliche Ansätze in ihrem Behandlungskonzept vorsah. Ich war neugierig und bekam dort einen Platz. Ich war dort etwa 5 Wochen und es wurde sehr viel gebetet und Lobpreis gesungen. Einmal war meine Gruppe dran einen Abend mit Programm zu gestalten, wir hatten einen hervorragenden Gitarristen und Violinisten in der Gruppe und wir haben den Abend musikalisch gestaltet. Ich freute mich über die Auftrittsmöglichkeit und ich sang unter anderem „Ich weiß das mein Erlöser lebt“. Der Abend war ein Erfolg und wir hockten uns mit der Gruppe nach dem Event hin um gemeinsam zu beten. Wie ich da noch etwas unbeholfen mitbetete spürte ich diese Energie beim Beten. Es war ein Gefühl intensiver Gemeinschaft mit den Mitpatienten und fühlte sich irgendwie seltsam und neu an. Aber auch irgendwie „richtig“, als hätte ein Teil von mir Heimat im christlichen Glauben gefunden. Insgesamt hat sich mein Glaube in der de’ignis Klinik sehr vertieft und der Aufenthalt war ein Erfolg.
Spiritualität wurde mir zunehmend wichtiger. Nach der Klinik ging ich ein paar mal in die Urban Life Church, aber das war mir vom Konzept her etwas zu amerikanisch. Ich fing an Lobpreislieder auf youtube zu schauen und übte beim Singen regelmäßig meine liebsten christlichen Lieder und besorgte mir eine Bibel.
Irgendwann überzeugte mich meine Nachbarin doch mal mit zur Liebenzeller Gemeinde in Oßweil zu kommen. Ich ging irgendwann regelmäßig und es machte mir Freude obwohl mir alles immernoch etwas neu und fremd war. Ein paar mal ging ich zur Bibelstunde, tat mich mit diesem Buch aber doch noch etwas schwer. Irgendwann sprach ich die Musiker an ob ich mich musikalisch am Gottesdienst beteiligen kann. Wir trafen uns zur Probe und ich übte einige Songs ein. Am Tag des Auftritts war ich furchtbar aufgeregt wie vor jedem meiner zahlreichen Auftritte – aber es war ein Erfolg.
Und so passierte was ich als Jugendlicher mit dem Hang zum Satanismus mir nie hätte träumen lassen. Jetzt bin ich selbst einer von diesen Jesus Freaks 🙂
Die jahrzehnte lange Prägung durch finstere Rockmusik hat ihre Spuren hinterlassen und ich tue mich oft noch mit dem Christsein schwer und habe mit Zweifeln zu kämpfen. Es gibt Zeiten, insbesondere an schlechten Tagen da fühle ich mich von Gott getrennt und verlassen. Manchmal denke ich meine Sünden wiegen so schwer dass ich es nicht verdiene in Gottes Reich zu kommen. Aber heute weiß ich dass das ein Irrtum ist. Ich fühle mich wie in der Geschichte vom verlorenen Sohn (meine Lieblingsgeschichte aus dem Kommunionsunterricht). Ich bin heimgekommen und Gott freut sich um so mehr je verirrter das verlorene Schäfchen war wenn es dann doch den Weg zurück in die Herde geschafft hat. Er ist ein wunderbarer Hirt und ich möchte ohne Jesus Christus in meinem Leben nicht mehr sein. Ohne den Glauben hätte ich schon längst resigniert und aufgegeben.
Nicht jeder aus meinem Umfeld war begeistert von meinem Wandel. Ich geriet mit einem (früheren) Freund, denn ich sehr gut kenne in die Haare weil ich plötzlich christliche Ansichten an den Tag legte. Er war regelrecht schockiert und hat mir mehr oder minder die Freundschaft gekündigt indem er mir die nächste Psychose an den Hals wünschte damit ich wieder „zur Vernunft“ komme und er könne mich nicht „da rausholen“. Und sehr viel weitere verletzende Gedanken hat er geäußert.
Musikalisch höre ich immernoch manchmal Metal, aber vorzugsweise „White Metal“ Das ist eine Art von Metal die sich musikalisch nicht groß von normalen Metal unterscheidet, jedoch christliche Botschaften und Texte enthält. Hier kann man geteilter Meinung sein, aber ich für mich verstehe Gott so dass er möchte das ich singe – auch Rockmusik. Ich habe ein Homerecording Projekt zu einem White Metal Song den ich geschrieben habe gestartet. Ich glaube eine Aufgabe die Gott mir gegeben hat ist dass ich mit dieser Art christlicher Rockmusik Menschen erreichen und vom Glauben erzählen kann.
Hier ist der Text:
No Place in Heaven?
I walk the ways of faith
searching for deliverance
eternal life to gain
I suffered hunger, death and pain
What’s beyond this life
Only He knows
we deal with our daily strife
getting nowhere alone
you claim to know what lies beyond
behind the curtain
but I need to know NOW!!!
Is there no place in heaven?
If there is why do I feel these doubts
If there is a place behind the shrouds
maybe you’ll find it up there
in the clouds
I look for truth
beyond the voices
some are gentle some are rough
We make our choices
I try my best
you do the rest
I seek humility
It’s more than fantasy
We’re not drifting through space all alone
we build our kingdom
craving the wisdom
in this strange world we are all thrown
we are doomed to freedom
yes doomed to freedom
Is there no place in heaven?
If there’s not why do I see these signs
If there is grace and spirit proud
I will seek it up there in the clouds
Dei o gracias
Dei o gracias
spiritus sanctus
spiritus sanctus
I never give up
don’t tell me to stop
We re not forsaken
angels awaken
Is there no place in heaven?
Is it there also for the likes of us?
If there is a space beyond the gate
I will follow the Lords path
It’s never too late
Literaturempfehlung
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Eine Morgenroutine hilft dabei gut in den Tag zu starten und gibt Stabilität und Alltagsroutine. Sie müssen nicht darüber nachdenken was sie in welcher Reihenfolge tun sondern spulen ihr Programm ab, danach sind sie bereit für den neuen Tag an dem sie den Kopf erst mal frei haben. Meine Routine an die ich mich fast immer halte sieht so aus
6 Uhr: Der Wecker klingelt (Ich bin eine Lärche – wenn sie eine Eule sind wird ihr Wecker zu einem anderen Zeitpunkt klingeln)
Ich trinke ein großes Glas Wasser
ich mache mir Kaffe und rauche eine Zigarette auf dem Balkon (das mit der Zigarette sollten sie mir nicht nachmachen, aber das ist ein anderes Thema)
Ich setze mich mit einem weiteren Kaffee an den Computer und schaue mir auf youtube meine Lieblingslieder an die mir gut tun. Vieles davon ist christlich, aber bei Ihnen kann es etwas anderes sein. Die Hauptsache ist Sie füllen Ihren Kopf mit positiven Botschaften. Hier ist meine Liste:
Ich dusche und wenn mir danach ist singe ich dabei
ich nehme meine Medikamente
Ich stelle den Timer auf 10 Minuten und mache eine Morgengymnastik
Ich gehe auf mein Mediationskissen, schlage an die Klangschale und mache eine 30-minütige Meditation
Ich sinke mit dem Kopf auf das Kissen und bete 2 bis 3 Minuten. Ich bedanke mich dafür was alles gut läuft, was ich aufs Kreuz legen will und bete für meine Mitmenschen
Ich hole die Brotbeläge aus dem Kühlschrank und frühstücke
wenn ich nicht gerade arbeite und Zeit habe mache ich einen 45-minütigen achtsamen Spaziergang
Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor der Psychose? Sie sind vielleicht zur Schule gegangen, sind verreist haben einen Partner kennengelernt und waren im Kino oder auf einem Konzert. Sie haben keinen Gedanken an Paranoia verschwendet. Kommt dieses alte Leben wieder? So einfach ist es nicht. Die Psychose wird Sie verändern, allerdings langfristig gesehen nicht zum Negativen sondern es ist eine Möglichkeit zu wachsen. Sie werden nicht mehr der Alte sein sondern besser. In jeder Krise steckt eine Chance und Krisen gehören zum Menschsein nun mal dazu. Sie werden sich selbst besser kennen lernen, die Welt besser verstehen, wenn sie mögen zum Glauben finden, sie gewinnen einen tieferen Einblick in die Seele und die Natur. Sie machen schmerzhafte Erfahrungen aus denen sie lernen. Schmerz adelt die Seele.
Sie werden Weisheit gewinnen und positiv auf ihr Umfeld einwirken. Vielleicht ergreifen Sie einen anderen Beruf der besser zu Ihnen passt, oder finden eine neue Stelle die Ihnen viel mehr Spaß macht. Vielleicht entdecken sie ein Hobby wieder oder finden ein neues. Vielleicht entwickeln Sie gesunde Gewohnheiten, ernähren sich besser, vermeiden Süchte und treiben mehr Sport. Niemand hindert sie daran erfolgreich zu sein außer Sie selbst. Sie haben Gelegenheit Ihr Leben zu reflektieren, vielleicht finden Sie auch eine Berufung, vielleicht etwas das anderen Menschen hilft oder die Welt besser macht.
Bevor die Psychose kam hat etwas in Ihrem Leben nicht funktioniert. Ihre Einstellung, zu viel Stress, der falsche Beruf, ein Trauerfall, eine toxische Beziehungen, Mediensucht oder vielleicht Substanzmissbrauch. Ihr Körper zeigt ihnen das es so nicht weitergeht und zwingt Sie durch die Psychose zur Umkehr.
In seinem Buch “Angst und Panikattacken loswerden” beschreibt Klaus Bernhard die Angststörung als Liebesdienst der Psyche. Der Gedanke ist etwas radikal aber sehr interessant. Er schreibt, man solle sich eine Mutter vorstellen dessen Kind auf dem Gehweg mit einem Ball spielt. Die Mutter ruft und ermahnt das Kind zuerst freundlich das es sich von der Straße fernhalten soll. Das Kind geht aber trotzdem auf die Straße. Die Mutter erschreckt sich und ruft lauter, keine Reaktion. Die Mutter rennt zur Straße und packt das Kind um es auf den Gehweg weg von der Gefahr zu ziehen. Das Kind wird überrascht sein und erschrecken. Es versteht nicht warum die Mutter es gepackt hat und beginnt zu weinen. Das Kind versteht nicht dass es nur zu seinem Besten ist. So ist es mit der Angststörung oder auch Psychose. Bevor sie auftrat gab es eine innere Stimme die gemahnt hat das etwas in unserem Leben nicht stimmt und wir uns verändern müssen damit wir nicht in Gefahr geraten. Aber wir wollten nicht hören und machten genau so weiter.
So kenne ich es zum Beispiel aus meinem Studium. Ich war überfordert aber glaubte ich muss mich irgendwie durchbeißen und ignorierte alle Signale die mir mitteilten das es mir schlecht ging aber ich wollte nicht hören. Dann kam die Krise und ich war gezwungen meine Situation zu verändern und erst mal eine Auszeit zu nehmen. Später ging ich dann zurück nach Stuttgart um dort weiterzustudieren – was sich als hervorragende Entscheidung erwies, da mir das Studium dort viel besser gefiel und ich viele neue Leute kennen lernte und im Hochschultheater aufblühte. Das wäre vielleicht ohne die Krise nie passiert. Ähnlich geht es Menschen die jahrelang unzufrieden oder überlastet in ihrem Beruf sind und einen Burnout erleben, der auch sehr viel mit Ängsten zusammenhängen kann. Diese Menschen sind gezwungen etwas in Ihrem Leben zu verändern, was widerum sehr positiv sein kann.
Bestimmt kennen Sie den Spruch “In jeder Krise steckt eine Chance”. Ich habe die Erfahrung gemacht das da viel Wahrheit dran ist.
Literaturempfehlung
Einige Inhalte dieses Artikels entspannen dem folgenden, hervorragenden Buch:
Tagebuch zu führen wird immer wieder von Therapeuten empfohlen. Es dient dazu den Tag zu reflektieren und Gedanken zu sortieren und zu ordnen. Insbesondere abends vor dem Schlafengehen ist es ein simple und angenehme Tätigkeit um den Tag noch mal Revue passieren zu lassen. Gedanken werden externalisiert, das heißt wir bekommen sie raus aus dem Kopf und können sie besser loslassen. Das fördert auch den Schlaf. Es gibt verschiedene Arten von Tagebüchern. Das allgemeine Tagebuch, das Traumtagebuch und das Erfolgstagebuch. Ich habe immer wieder Phasen in denen ich sehr intensiv Tagebuch schreibe und es in anderen Phasen wochenlang bleiben lasse. Ich habe schon sehr viel mit Tagebüchern gearbeitet und dabei einige Tricks aufgeschnappt und weiterentwickelt.
Das Allgemeine Tagebuch
Schnappen Sie sich ein Papiertagebuch und einen Stift. Oder legen Sie ein Dokument auf Ihrem Computer an. Beschreiben Sie was sie an diesem Tag oder gestern erlebt haben. Was war gut, was war schlecht, was haben sie gemacht, wen haben sie getroffen, was hat Spaß gemacht und was war unangenehm, was haben sie aus dieser oder jener Situation gelernt?
Hier ist ein Beispiel aus meinem Tagebuch
6.8.2023
Heute habe ich mit meinen neuen Kopfhörern in der Tagesklinik Musik gehört und gut entspannt. Wir haben gegrillt. Ich habe auch ein bisschen das neue Tower Defense gespielt. Zuhause habe ich lange ein gutes Gespräch mit Mama geführt und danach war ich Joggen. Hab danach wieder meinen KYA Schrei gemacht. Zuhause habe ich geduscht. Heute will ich noch singen und lesen. Die Tür zum Käfig steht weit offen, ich muss nur den ersten Schritt nach draußen tun und endlich frei sein. Es ist meine Entscheidung. Ich bin verantwortlich.
Heute war ich wieder joggen und habe damit mein Wochenziel erreicht. Ich habe 2 Kapitel im Roman gelesen aber war sehr leicht abzulenken, was ich lese assoziiere ich ganz viel mit negativen Gedanken, Träumen und Erlebnissen. Am Abend habe ich mir den Fisch gemacht obwohl ich keine Lust hatte. Gut gemacht Niko. Ich frage mich warum ich manchmal ernsthaft Angst davor habe zu kochen, aufzuräumen oder zu frühstücken. Ich muss lernen dass das nur in meinem Kopf ist.
Tagebucheinträge in Krisenzeiten
Manchmal geht es in unserem Kopf so richtig rund und die Gedanken überwältigen uns. Statt auf der Couch zu liegen und in unserem eigenen Saft zu schmoren können wir versuchen die Gedanken mittels des Tagebuches zu externalisieren und so die Belastung unseres Geistes zu reduzieren. Schreiben Sie sich alles von der Seele, auch wenn es schockierende Inhalte sind. Ihr Tagebuch erträgt das geduldig. Danach versetzen sie sich in die Lage eines Freundes, eines Unterstützers, oder sogar eines Engels und halten dagegen.
Ich nutze gerne christliche Gedanken um mich wieder zu beruhigen aber es können auch neutrale Inhalte sein
Ein Beispiel dafür ist der folgende Eintrag (Triggerwarnung. Der Eintrag könnte etwas schockierend sein, wenn Sie sich gerade nicht wohl fühlen überspringen sie diesen Teil):
5.4.2023
Ich bin im Assoziationsmodus. Alles vermischt sich. Alles geht wild durcheinander. Sobald ich mich hinlege kommen die Gedanken. Ich kann nicht mehr. Wer kümmert sich um mich? Wer kann mich retten? Alles durcheinander. Alles steuert auf einen Punkt zu. Ich kann nicht mehr leben, ich habe keine Kraft mehr. Deutschland hat keine Kraft mehr. Meine Familie hat keine Kraft mehr. Alles wird finster um mich herum. Die Last. Die Qualen. Es hat alles keinen Sinn. Es gibt keinen Ausweg, keine Lösung, keinen Sinn. Das Schwarze Loch zieht uns rein. Loch. Vagina.Vergewaltigung TOD TOD TOD. Ich will sterben. Ich bin schwer psychisch krank. Jede Episode wird immer schlimmer. Ich sehe keinen Sinn. Keinen Ausweg. Ich habe seelische Schmerzen. Die alten Wunden reißen immer wieder auf. Sie werden mich foltern, bis in alle Ewigkeit. Rauchen zählt als Selbstmord. Ich muss gehen. Ich muss in die Hölle.
Jesus Christus. Komm zu mir. Bleib bei mir. Ich flehe dich an, du Jesus Christus – rette mich. Du bist meine einzige Hoffnung. Rette mich vor dem Feuer. Herr Jesus Christus, ich flehe dich an gib mir noch eine Chance.
Jesus ist immer bei dir Niko. Er liebt dich, er lässt dich nicht los. Jesus hat die Kraft zu heilen. Er heilt auch dich. Lass jetzt los. Hab Vertrauen ins Leben. Auch wenn es aussichtslos scheint, es führt ein Weg nach draußen. Gott gibt dir Kraft. Gott baut dich auf. Hab Vertrauen und lass los. Die Welt dreht sich weiter und du bist ein Teil davon. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Die Welt kann nicht auf dich verzichten. Du schaffst das! Vertraue auf Jesus, er wird dich retten. Du hast schon viel Schlimmeres durchgestanden. Alle glauben an dich. Dein Leben ist wertvoll. Es geht vorbei. Denk dran wie gut du dich gestern gefühlt hast. Heute kannst du gut schlafen und morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Du packst das!
Lesen sie sich die positive Komponente ein paar mal durch und lassen sie sie auf sich wirken
Traumtagebücher
Träume sind ein Mysterium und es überrascht mich immer wieder wie wenig die Wissenschaft von diesem Thema weiß – fest steht: Es ist ein sehr komplexes und individuelles Phänomen. Alpträume kennt jeder von uns, aber Menschen mit Psychosen können teilweise sehr bizarre und beunruhigende Träume haben. Es existiert die Theorie dass Alpträume sogar gesund für unsere Psyche sind, da in ihnen ungelöste Traumata, Gefühle und Konflikte verarbeitet werden. Das ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen, aber für mich ergibt es sehr viel Sinn. C.G. Jung hat sehr viel zu diesem Thema zu sagen und ich empfehle das Buch Gedanken, Träume, Erinnerungen. Es kann eine lohnende Erfahrung sein sich seine Träume aufzuschreiben und so einen tieferen Blick für Ihre Seele zu entwickeln.
Trauminhalte verschwinden schon sehr schnell nach dem Aufwachen, es kann hilfreich sein einen Notizblock für Stichworte neben das Bett zu legen und den Traum später in ein zentrales Dokument zu übertragen.
Ihre Träume im Directors Cut
Wenn Sie einen beunruhigenden Traum haben und aufwachen, machen Sie das Licht an und schnappen Sie sich Ihr Notizbuch. Notieren Sie stichwortartig Ihren Traum und überlegen Sie wie man das Ende positiv umschreiben könnte so das es ein Happy End gibt. Machen Sie sich zum Regisseur Ihrer Träume und transformieren Sie sie. Wenn Ihnen eine Bedeutung des Traumes einfällt, so können Sie diese auch notieren.
Hier sind einige Beispiele für Einträge in meinem Traumtagebuch
1.02.2023
Ich bin an einem Bahnhofsschalter und sage “Einmal mit dem Regionalexpress nach Stuttgart, bitte”. Ich gehe zum Ausgang und ein kleines dunkles Männchen versperrt mir den Weg. Ich komme nicht zum Zug, bekomme Angst und wache auf
Transformation:
Ich sage dem Männchen ich bin nun bereit den Heimweg anzutreten. Das Männchen nickt und sagt: “Pass auf dich auf – gute Reise”. Ich erwische den Zug nach Stuttgart, steige in die S-Bahn nach Ludwigsburg und komme bald zuhause an. Dort mache ich mir erst einmal meinen Kaffee und rufe Mama an, um ihr zu sagen das ich gut angekommen bin
März 2023
Ich träume von einem Gebäudekomplex wo Figuren hin und her rennen. Ich habe den Gedanken das das Persönichkeitsfragmente sind die vom Teufel verfolgt und eingefangen werden so das in meinem bewussten Verstand Unsicherheit und Verzweiflung herrschen.
Irgendwas mit Atomkrieg. Ich denke an das Kinderspiel “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?” “Niemand” “Soll er kommen? “Ja” dann versuchen die Kinder sich gegenseitig einzufangen. Ich habe den Gedanken das der schwarze Mann Satan ist.
Transformation
Die Figuren kommen langsam zur Ruhe. In den Gebäudekomplex kommt ein Raum mit christlicher Gemeinschaft und gemeinsamen Gebet. Die Figuren gehen in diesen Raum und feiern Gottesdienst. Sie sind in Sicherheit. Jesus ist da und gibt ihnen Brot und Wein.
7.2.2023
Ich bin an einer großen Haltestelle und finde meinen Zug nicht. Ich sehe Mama in der Küche, sie ist abweisend und raucht. Ich sage ihr das ich mein Gepäck verloren habe.
Transformation
Der Zug fährt nach Vaihingen. Von dort komme ich mit der S-Bahn nach hause. Mama drückt die Zigarette aus und sagst “Tut mir leid, ich tu es nie wieder”. “Dein Gepäck kommt mit der Post!”
1.3.2023
Ein Bus mit dem ich ins Ferienlager fahren wollte fährt ohne mich ab. Ich renne hinterher und ich kann doch noch mitfahren. Etwas später habe ich Angst das mein Gepäck nicht dabei ist. Ich sehe einen kaputten kleinen Koffer im Bus der leer ist. Ich bitte den Fahrer kurz zu halten damit ich im Lagerraum checken kann ob mein Koffer dabei ist.
Transformation
Ich denke kurz nach und dann vertraue ich darauf das der Koffer drin ist. Ich sage dem Fahrer wir können weiterfahren. Ich nehme mir einen gemütlichen Platz und höre Hörbuch. Ich freue mich aufs Ferienlager.
Bedeutung:
Den Bus erwischt zu haben ist schon mal ein guter Schritt. Das Thema Reise und Ferienlager hatte ich schon sehr oft. Ich denke die Reise steht für mein Leben und das Ferienlager ist das Leben meiner Träume. Was das Gepäck betrifft (emotional baggage), es könnte heißen das ich alte Ängste und Schuldgefühle nicht loslassen kann.
1.4.2023
Ich träume, ich steige mühsam aus dem Meer in eine Jacht. Dort bin ich in einer Kajüte und denke an meinen Schlüssel, mein Geldbeutel und mein Handy.
Transformation
Die Jacht fährt der Sonne entgegen die sich am Horizont niedersenkt. Ich stehe am Steuer der Jacht und erfreue mich an der herrlichen Weite des Meeres. Ich bin tief zufrieden.
Bedeutung
Jesus hat mir die Jacht geschickt damit ich nicht auf dem Meer vor mich hin treibe und untergehe.
2.4.2023
Ich träume von Counterstrike. Ich springe in den Tunnel von der Dust Karte und begegne einem Terroristen. Ich habe eine MP5 aber ich kann ihn nicht erschießen (Impotenz? Aggressionshemmung?)
Transformation
Der Terrorist und ich legen die Waffen nieder. Wir sehen ein dass das ewige Kämpfen keinen Sinn hat. Wir gehen in eine Kneipe und trinken ein Bier. Er erzählt mir wie er Terrorist wurde. Traurige Geschichte.
Bedeutung
Ich muss an den Film Identity denken. Da geht es darum dass im Unterbewusstsein eines Gefangenen sich die Persönlichkeitsfragmente in einem Abenteuer gegenseitig bekämpfen bis am Schluss nur eine Identität übrig bleibt. Hier kommt wieder der Gedanke das mein inneres Team sich gegenseitig bekämpft. Aber dafür gibt es keine Beweise. Wenn ich heute durch den Tag gehe, dann bin ich normal. Der Traum kann auch etwas anderes bedeuten. Er hindert mich nicht daran ein normales, produktives, erfolgreiches Leben zu führen.
6.8.2023
Ich bin in einer düsteren Kammer und ein Monster kommt die Treppe hinauf und will mich vernichten. Ich erschieße es in letzter Sekunde mit einer großen Waffe. Es gibt noch mehr Monster. Jemand schreit
Transformation
Die Monster verwandeln sich in Entenküken und das Licht geht in der Kammer an
Bedeutung
Verdrängte Ängste
7.8.2023
Ich bin in einem großen Hörsal oben auf einer großen Schiebetafel. Unten ist ein Kind. Die Tafel knallt herunter und ich habe Angst das das Kind sich verletzt. Das Kind kommt und will mich angreifen. Ich sage: „Hör auf, ich will dir nicht weh tun!“ Ich wache auf.
Bedeutung
Mein inneres Kind ist verletzt und braucht Heimat.
Transformation
Ich rede mit dem Kind: „Lieber kleiner Niko. Ich habe mich nicht um dich gekümmert. Ich habe zugelassen das die anderen dich mobben. Es tut mir leid. Ich habe nicht auf deine Bedürfnisse geachtet. Du brauchst nicht mehr böse zu sein, du brauchst keine Angst mehr haben. Ich bin für dich da. Wir sind ein unschlagbares Team“.
13.8.2023
Es ist dunkel. Ich gehe auf 3 gehüllte Personen zu. Sie umarmen mich und es wird dunkel
Transformation
Ich entzünde ein Feuer in meiner Hand und die Schatten flüchten in die Ferne. Ein Engel kommt zu mir und sagt: Du bist in Sicherheit Niko. Ich bin in einer hell erleuchteten Lagerhalle. Ich finde den Ausgang und gehe nach hause