Meine Taufe (Bekenntnis zu Jesus)

Heute hat meine erneute Taufe stattgefunden auf der Bärenwiese in Ludwigsburg mit der ICF Kirche. Ich bin zwar als Kind in der katholischen Kirche schon getauft worden, wie bei uns Kroaten üblich, aber seit längerer Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt mich erneut taufen zu lassen und in aller Öffentlichkeit, vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt zu bezeugen dass ich zu Jesus gehöre.

Diese Entscheidung war hart umkämpft und ich hatte die letzten Tage große Zweifel und Ängste ob ich mich richtig entscheide. Ich hatte große Angst, aufs „falsche Pferd“ zu setzen und in der Hölle zu landen. Dann habe ich mir klargemacht dass ich aus Freude glauben will und nicht aus Angst. Ich dachte an den Lobpreis, die Gebete, die Gottesdienste, die Abendmahle, meine Auftritte mit der Kirchenband und die Kraft unserer Gemeinschaft. Ich dachte daran wie die Menschen aus meiner Gemeinde immer an mich geglaubt haben, für mich gebetet haben und mich im Krankenhaus besuchten wenn es mir schlecht ging. Das alles fühlt sich einfach richtig an und KANN nicht alles gelogen sein! Ich musste daran denken wie viele verzweifelte Situationen ich in meinem Leben bereits gemeistert habe und dachte daran dass ich die ganze schwierige Zeit behütet und geborgen und in Sicherheit war.

Ich habe sehr mit mir gerungen und oft daran gedacht die Taufe abzusagen. Oder ich hatte Angst dass es mir zuviel wird und ich abbrechen oder ins Krankenhaus muss.

Heute morgen jedoch erlebte ich eine tiefe Gelassenheit und Freude die sich in mir breitmachte. Ich nahm allen Mut zusammen, schnappte meine Tasche mit Wechselklamotten und machte mich auf den Weg zur Bärenwiese. Ich freute mich auf die Taufe, auf meinen großen Tag der Entscheidung die ich solange hinausgezögert habe. Folgenden Text habe ich vor der Taufe vorgetragen (nicht ganz, ich war sehr nervös)

Lieber Herr Jesus Christus,

heute bekenne ich mich zu dir. Dir will ich nachfolgen und mein Leben und meine Ewigkeit mit dir verbringen wenn ich einmal sterbe. 

Du machst mir mein Leben nicht einfach und ich habe viele Lasten zu tragen. Aber, durch all mein Leid, die Psychosen und Klinikaufenthalte warst du zu jeder Zeit an meiner Seite.Du hast mich behütet und beschützt und hast mir geholfen es bis zu diesem Punkt heute zu schaffen. Ich habe schon sehr viel erreicht, mit dir an meiner Seite.

Früher wollte ich nichts mit dir zu tun haben, das hat dich traurig gemacht, doch dann wendete sich das Blatt und du hast mich zu dir gerufen. Der verlorene Sohn kommt nach hause und du freust dich! Du nimmst mich an so wie ich bin. Als kleinen, verlorenen Sünder. Ich bin DEIN geliebtes Kind und keine Macht der Welt kann mich deiner liebenden Hand entreißen. Das wird mir jetzt klar.

Herr, durch meine Krisen hast du mir gezeigt, welcher der richtige Weg für mich ist. Deswegen danke ich dir heute für die schwierigen Zeiten, die du mir geschickt hast. Sie waren notwendig, damit ich zu DIR finde und meine Berufung entdecke. Du hast mir geholfen, mein Schreibtalent zu entdecken. Du hast mir den Blog und mein Buch ins Herz gelegt, damit ich mithelfen kann, das Leid auf der Welt zu lindern. Ich will DEIN Werkzeug der Liebe sein! Ich schaffe das nicht aus eigener Kraft. Die Inspiration zu meiner Arbeit kommt nur durch DICH! Lass mich nicht stolz, sondern demütig und bescheiden bleiben.

Herr, du machst mich gesund. DU bist der große Heiler und Herrscher meines Herzens. ich will allen meinen Klienten und Lesern von dir erzählen und mit ihnen zu dir beten, in deinem Namen Jesus Christus.Mit dir will ich nach vorne gehen.

Ab heute gehe ich meinen Weg nur mit DIR und Ängste und Zweifel werden verschwinden. 

Danke Herr, dass du diese Welt so schön und perfekt gemacht hast und ich darin leben und mich entfalten darf. Ich bin jung, gesund und gesegnet, dafür danke ich dir. Herr Jesus Christus, mein Heiland und Retter. Nur auf dich will ich vertrauen und mein Leben und meine Ewigkeit in DEINE Hände legen. Amen.

Zunächst wurde gesungen, Lieder die ich mag und gut kenne und Jürgen der Pastor hielt eine starke Predigt über den verlorenen Sohn. Meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel. Dann versammelten sich alle Täuflinge vor dem Becken und jeder sagte ein paar Sätze warum er/sie sich taufen lässt. Ich stand in der Gruppe und mein Herz schlug wie wild und als ich dran war zitterte meine Hand mit meinem Text darin, den ich mit zitternder Stimme vortrug. Jetzt gab es kein zurück mehr. Ich stieg mit unserem Pastor und meiner Taufpatin Jasmin ins Becken. Es war kühl. Ich stand darin und nun wurde es ernst. Ich bekam meinen Taufvers und Jürgen fragte mich ob ich glaube das Jesus Christus für meine Sünden gestorben ist von den Toten auferstanden ist. Ein Moment der Klarheit in meinem Kopf. Mit ganzem Herzen und völlig aufrichtig antwortete ich mit „JA!“. Ich wurde rücklings untergetaucht und war 2 Sekunden unter Wasser. Als neuer Mensch tauchte ich auf.

Ich habe mich entschieden. Für Jesus! Ich umarmte Jürgen und Jasmin, die mich bei diesem wichtigen Schritt begleitet haben. Dann trocknete ich mich ab und einige Menschen aus der Gemeinde beteten mit mir. Viele andere Menschen auf dem Taufgottesdienst beglückwünschten mich zu meiner Entscheidung. Die Paranoia ist verschwunden. Ich zog mich um und fühlte eine tiefe Gelassenheit, Entspannung und Frieden. Wir gingen noch auf ein paar Häppchen in die ICF und dann ging ich bald nach hause.

Ich lief glücklich nach hause und den Rest des Tages breitete sich ein tiefer innerer Frieden in mir aus. Genug gekämpft mit Gedanken, jetzt ist Ruhe da oben – der Frieden kommt in mein Leben, meinen Geist, in meine Seele. Die Seele will gesund werden.

Ich erwarte nicht, dass ab jetzt alles perfekt in meinem Kopf läuft, es wird immer noch Schatten und Zweifel und Rückschläge geben, aber, ich bin in meinem geistlichen Leben (und meiner mentalen Gesundheit) einen Riesenschritt vorwärts gegangen. Es ist die Gewissheit dass ich einen himmlischen Papa an meiner Seite habe der mich liebt und nur das Beste für mich will. Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen, auf Jesus will ich vertrauen und mich von Teufel und Hölle verabschieden. Ich brauche diese Gedanken nicht mehr. Ich habe beschlossen meine Zeit auf der Erde (und in der Ewigkeit) mit Christus zu gehen. ER macht mich gesund und ich will allen Menschen erzählen was er für mich getan hat und bis heute tut.

Den Schalter umlegen (In die Aktivität kommen)

Kennen Sie das? Sie liegen mal wieder auf der Couch rum und sind kraft und Lustlos. „Eigentlich“ wäre jetzt Zeit für eine Runde joggen oder ein Bild anzufangen oder zum Musikinstrument zu greifen. „Hm, das würde mir gut tun, aber ich kann nicht, ich fühl mich nicht gut, ich habe keine Lust. Ich muss mich ausruhen“. So ging es mir mal wieder am Samstag letzte Woche und letzen Endes lag ich den halben Tag nur rum und habe aus dem Fenster gestarrt. Ich hatte einfach „keine Kraft und keine Lust“. Ich hatte den Gedanken, „ok, wenn ich jetzt spazieren gehe oder singe, was ist wenn ich mich unwohl fühle und abbreche? Dann geht es mir NOCH schlechter“.

Mir wurde klar wie dumm es ist so zu denken!

Es reifte in mir der Entschluss dass es so nicht weitergehen kann. Das ist nicht das Leben dass ich mir wünsche! Natürlich sind Pausen wichtig und notwendig und es darf auch mal Faulenztage geben, aber insgesamt ist zu viel liegen und grübeln einfach nicht gut für mich und ich verpasse das Leben!

Mein Vater war 25 Jahre im Heim und lag den ganzen Tag im Bett und sprach kaum ein Wort. Er hat aufgegeben, sich in die Krankheit geflüchtet und er hat einen hohen Preis dafür bezahlt, er hat sein Leben nicht auf die Reihe bekommen und hatte eine schlimme Zeit in jahrzehntelanger Depression und Einsamkeit bis er irgendwann starb. Da habe ich gesehen was es bedeutet aufzugeben und „liegen zu bleiben“, das will ich für mein Leben auf keinen Fall! Er wollte sich „ausruhen“ und es war ihm alles „zu anstrengend“. Dieses Spiel kann man jahrzehntelang so weiter spielen und sich vom Leben und der Gesundheit verabschieden.

Und das ist der Grund warum ich mir jeden Tag aufs neue die größte Mühe gebe gesund zu werden! Es ist MEIN Leben und MEINE Zukunft in Gesundheit, niemand kann mir es wegnehmen!

Ok, es gibt psychische Situationen, da kann man wirklich nichts machen. Dann ist es so wie mit dem berühmten 100 Meter Lauf mit dem gebrochenen Bein, was unmöglich ist. Wenn es in unserem Kopf so richtig rund geht, dann sind wir in unserer schwarzen Kiste und müssen die Gedanken aushalten und notfalls Bedarfsmedikation nehmen und abwarten. Aber seien wir ehrlich, es ist nicht „immer“ ganz schlecht, manchmal fühlen wir uns auch normal oder zumindest neutral, oder zumindest ein bisschen weniger schlecht. Und dann wird es Zeit den Spielraum zu nutzen und in die Aktivität zu kommen!

Das hier habe ich gestern in mein Tagebuch geschrieben:

Es wird höchste Eisenbahn den Schalter umzulegen und in die Aktivität zu kommen. Es ist DEINE Entscheidung, Niko! Tu das was dir gut tut und trete dir in den Arsch! Du schaffst das!

Ok, es ist entschieden. Heute trete ich mir in den Hintern und mach was! Es ist meine Entscheidung! Ich will gesund werden.

Niko, willst du wirklich gesund werden?

JA

Tust du auch alles dafür?

JA


Sehr gut, dann ist es HEUTE an der Zeit sich zu verändern. Krieg dein Leben auf die Reihe und du wirst ein glückliches Leben leben dass deinen Werten entspricht! Du hast Zeit, du hast alle Ressourcen die du brauchst, du hast Mut, Kraft und die richtige Einstellung, dein Leben wird gelingen! Eine glückliche, erfolgreiche Zukunft erwartet dich!

Mir ist klar geworden: Es ist meine Entscheidung! Raus aus dem Kopf, rein ins Leben! Raus aus dem Sumpf, rein in die Zukunft, Scheiße raus, Liebe rein!

Ihr Gehirn muss lernen dass es in der Aktivität viel weniger Energie verbraucht als mit Grübeln im Bett. Tun Sie sich das nicht länger an. Sie müssen den Schalter umlegen und sich ganz bewusst entscheiden: „Ich kriege mein Leben auf die Reihe. Ich komme in die Aktivität. Ich werde gesund. Die Seele will gesund werden“.

Gestern hat es geklappt. Ich habe gemerkt wie leicht es ist was anzufangen, auch wenn man sich anfangs dabei etwas unwohl fühlen könnte. Das ist normal! Bleiben Sie dran, es wird jetzt sehr bald sehr viel leichter in Ihrem Leben. Ich habe gestern meine Morgenroutine geschafft (nicht denken, abspulen) und war im Gottesdienst, dann hatte ich Freude am kochen, am lesen, hab mit einem Freund telefoniert, hatte Besuch und am abend bin ich gejoggt und habe ich mit einem Freund Schach gespielt. Am Abend habe ich Serie geschaut. Ich war den ganzen Tag aktiv und habe meine festen Pausenzeiten eingehalten und am abend beim schlafen gehen war ich stolz auf mich!

Also, Schluss mit dem Sumpf und dem Glasgefängnis. Sie brauchen den berühmt berüchtigten „Arschtritt“. Greifen Sie zur Gitarre, zum Blatt Papier, zum Tagebuch, zur Serie, zum PC Spiel, zum Buch, zu den Laufschuhen, was immer es ist. Hauptsache: Sie „machen“ was! Welche eine Sache die Ihnen gut tut könnten Sie heute schaffen?

Ich habe gemerkt, wie leicht es ist das richtige zu tun wenn man den „ersten“ Schritt wagt. Wenn man erst einmal anfängt merkt man wie gut es eigentlich tut, besser als man gedacht hätte. Ich will Ihnen Mut machen: Wagen Sie diesen ersten Schritt und kommen Sie in die Aktivität. Es gilt, das unangenehme Gefühl im Vorfeld der Aktivität auszuhalten und es trotzdem zu machen. Manchmal müssen Sie sich „zwingen“.

Eine neue Woche beginnt. Ich bin top motiviert und energiegeladen. Ich freue mich darauf, dass ich mein Leben auf die Reihe bekomme und ich tue alles dafür gesund zu werden. Ich bin auf der Reise. Schatten werden kommen und gehen, ich bin vorbereitet.

Tun Sie etwas für Ihre mentale Gesundheit, leben Sie das Leben Ihrer Träume! (wie das aussehen kann, siehe 10-Satz Methode). Es ist viel leichter als sie denken! Sie schaffen das!

Fangen Sie mit Babyschritten an, möglichst kleine, erreichbare Ziele: 10 Minuten Gitarre, 15 Minuten joggen, 20 Minuten malen und so weiter, das schafft schnell Erfolgserlebnisse und dann werden Sie mehr davon haben wollen. Gehen Sie über die Hemmschwelle, mit einer bewussten Entscheidung für „Ihre“ mentale Gesundheit und Zukunft.

Wenn Sie Sport machen darf sich das ruhig auch anstrengend und unangenehm anfühlen, das ist normal! Quälen Sie sich ein bisschen, es ist gut für Sie! Danach werden Sie stolz auf sich sein! Visualisieren Sie in einer ruhigen Minute und malen sich aus wie Sie zu den Laufschuhen greifen und denken „JA! Sehr gut“, wie Sie loslaufen, sich durchbeißen und wie gut Sie sich fühlen werden wenn die Strecke geschafft ist.

Was können Sie heute tun um gesund zu werden? Es ist ihre Entscheidung! Entscheiden Sie sich richtig!

Wenn es heute nicht klappt und Sie wieder im Bett landen, seien Sie nicht böse mit sich, vielleicht klappt es morgen. Sie haben Zeit. Zeit gesund zu werden, langfristig. Die Seele will gesund werden. Sie haben jeden Tag eine neue Chance die Sie nutzen können! Seien Sie geduldig und nachsichtig mit sich. Es kommt alles in Ordnung.

Wie werden Sie sich entscheiden?

Biblische Meditation

In früheren Zeiten habe ich mich sehr für Zen interessiert und die Meditationspraxis „Zazen“ ausgeführt, welches ein zentrales Element des Zenweges ist. Zen stammt ursprünglich aus der buddhistischen Praxis und hat sich über China bis nach Japan ausgebreitet. Es geht darum einfach zu sitzen und den Geist zu leeren, im hier und jetzt zu sein.

Zen will das Ego auflösen, um in die leere, formlose Wirklichkeit einzutauchen.

Zen geht sehr in die Tiefe und alles hier auszuführen würde den Rahmen sprengen.

Mittlerweile bin ich überzeugter Christ und sehe fernöstliche Meditation etwas kritisch. Aber Meditation und Kontemplation kann auch ein wertvoller Bestandteil des Christseins sein. Das christliche Pendant zum Zazen ist die biblische Meditation.

Dafür habe ich ein Übungsprogramm zusammengestellt welches ich jeden morgen als Teil meiner Morgenroutine ausführe. Es dauert etwa 30 Minuten.

Hier zeige ich Ihnen wie es geht.

1) Vorbereitung

Ich benutze eine Klangschale, ein Zafu (Meditationskissen) und ein Bodenkissen. Finden Sie alles bei Amazon. Stöbern Sie auf dem chatbot vom Bibelserver und suchen Sich einen Bibelvers aus und drucken Sie ihn sich aus. Sie können nach Stichworten wie „Gnade“ oder „Vergebung“ suchen oder den chatbot fragen: „Zeige mir 10 Bibelverse die sich für biblische Meditation eignen“, dann suchen Sie sich den aus der Ihnen am Besten gefällt.

2) Beginn

Machen Sie es sich auf dem Kissen bequem, ich stelle es immer seitwärts und nehme im Kniesitz darauf Platz. Läuten Sie die Klangschale 2 mal und stellen sich mental darauf ein dass es jetzt Zeit ist Gott zu begegnen und zu meditieren. Es ist egal was davor war oder was danach kommt. Falten Sie die Hände zum Gebet und sagen laut „Jesus Christus“.

Falten Sie die Hände im Schoß. Atmen Sie 10 mal tief ein und lange aus. Spüren Sie in sich hinein. Nehmen Sie nacheinander die Kontaktflächen mit der Unterlage wahr. Füße, Schienbeine, Knie und Hände und Arme auf den Schoß. Kommen Sie an auf Ihrem Platz.

3) Anfangsgebet

Beten Sie ein mal das Vater Unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

4) Bibelstelle reflektieren

Nehmen Sie sich Ihren Bibelvers den Sie ausgesucht haben zur Hand und lesen Sie ihn (gerne auch laut) so oft durch bis Sie ihn auswändig können (wenn Sie es noch nicht tun) Hier ist ein Beispiel

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. 

Matthäus 11,28

Wiederholen und reflektieren Sie den Text für ca. 5 – 10 Minuten und schließen Sie mit einem „Amen“

5) Herzgebet

Als nächstes kommt das Herzgebet.

Das Herzgebet (auch Jesusgebet genannt) ist eine uralte christliche Gebetsform, die besonders in der östlich-orthodoxen Kirche verbreitet ist. Es gehört zur mystischen Tradition des Christentums und hat das Ziel, den Beter in eine tiefe, innige Verbindung mit Gott zu führen

dazu sprechen Sie in Gedanken (oder laut) immer wieder die Zeile: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner“. Immer wieder, für 5 bis 10 Minuten. Schließen Sie mit einem „Amen“.

  • Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner
  • Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner
  • Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner

6) Kontemplation/Zeit der Stille

Setzen Sie sich einen Timer von 15 bis 20 Minuten.

Als nächstes kommt die Zeit der Stille und der Kontemplation (Gottesschau). Kontemplation ist eine Form des inneren, stillen Gebets oder der Betrachtung, bei der es nicht um Worte, Gedanken oder Bitten geht, sondern um das verweilende Sein in der Gegenwart Gottes. Sie ist ein Weg der liebenden Aufmerksamkeit – einfach da sein, vor Gott, ohne etwas zu tun oder leisten zu müssen.

Kontemplation ist gedankenfrei und wortlos. Sie lässt das Denken los, um sich ganz Gott hinzugeben. In einer Welt voller Reizüberflutung hilft Kontemplation, den Lärm der Gedanken und die Unruhe des Ichs zu beruhigen. Sie führt in eine heilsame innere Stille. Strecken Sie Ihre Antennen nach Gott aus und seien Sie auf Empfang.

Lassen Sie Bilder und Worte auftauchen und nehmen Sie interessiert wahr. Das können Bilder aus der Natur oder Tiere sein. Oder positive Gedanken und Eingebungen wie „Gott liebt dich“ oder „Du bist mein geliebtes Kind“. Was es auch ist lassen Sie locker und lassen die Worte und Bilder kommen und gehen. Wie Wolken am Himmel. Dabei können Sie immer wieder zur Empfindung des Atems zurückkehren. Wenn der Timer klingelt schließen Sie mit einem „Amen“.

7) Übergang

Beugen Sie sich vor so dass sie die Stirn auf das Kissen als Unterlage legen und beten ein Vater Unser.

8) Aktives Gebet

Nun beten Sie zu Jesus Christus wie Sie es gewohnt sind. Beten Sie Ihn an, bedanken Sie sich für das was alles gut läuft und bitten Sie um Hilfe für Probleme, Sorgen und Herausforderungen, leisten Sie Fürbitte für andere Menschen. Beten Sie so lange wie es sich richtig anfühlt.

Hier ist ein Beispiel:

Herr, Jesus Christus komm in mein Herz und mach mich gesund, ich vertraue dir, du machst das mein Leben gelingt. DU bist der große Heiler und Herrscher in meinem Herzen. Du hast diese Welt perfekt und schön gemacht und ich darf darin leben und mich entfalten, dank dir! Danke dass DU für mich ans Kreuz gegangen bist damit ich mit Gott wieder in Gemeinschaft sein darf. Danke dass du mir guten Schlaf schenkst und mir jeden Tag neuen Mut und neue Kraft gibst! Danke für Essen und Trinken, mein Zuhause, Wohlstand, Gesundheit, Freiheit und Sicherheit. Segne alle meine Familie und Freunde und Gemeinde. Du bist mein Herr, mein Gott, ich bete dich an und will dir nachfolgen. Amen.

9) Abschluss

Läuten Sie 2 mal Ihre Klangschale. Die biblische Meditation ist damit abgeschlossen und Sie sind geistlich gestärkt für den Tag. Viel Erfolg und Freude mit diesem Übungsprogramm.

Was ist JETZT? (Realitätsanpassungstraining)

Der schizophrene Mensch neigt dazu, insbesondere in einer psychotischen Episode mental in ein eigenes Gedankengebäude abzudriften, die private Realität. Plakate und Radiosendungen werden als Botschaften interpretiert, inner Druck in sozialen Situationen entsteht, Menschen und Reize scheinen überintensiv und manchmal fühlen wir uns einfach unwohl, als würde eine dunkle Macht uns bedrohen. Manchmal neigen wir zum Wahn und haben Beziehungsideen, d.h. wir interpretieren was wir hören und sehen so, als hätten sie was mit uns und unserer Situation zu tun.

Bis letzte Woche war ich in der psychiatrischen Tagesklinik in Ludwigsburg. Es war eine herausfordernde Zeit. Ich saß im Gruppenraum oder in der Kunsttherapie und alles fühlte sich seltsam uns surreal an, Gesichter und Menschen waren überintensiv und ich war absolut auf mich und mein Seelenleben fixiert. Ich hatte psychotische Ängste ich falle in einen Abgrund, muss ins Krankenhaus und komme nie wieder raus. Assoziationen und Erinnerungen aus Träumen, Filmen und Psychosen quälten mich.

Auch bei meinen häufigen Spaziergängen, grüble und grüble ich über mich und mein Seelenleben, ich bemerke manchmal gar nicht die Natur und den schönen Tag, die Bäume, Blumen, Vögel und das schöne Wetter.

Im Verlaufe der 6 Wochen Tagesklinik wurde es besser. Ich habe fast jeden Tag geschafft und super Fortschritte gemacht und meine Lebensqualität steigerte sich deutlich. Wie habe ich das gemacht? Mit Realitätsanpassungstraining, ein wichtiger Baustein zur Genesung von einer Psychose. Wenn ich in einer Situation in der Tagesklinik mich unwohl fühlte, dachte ich immer „Ah ok, da ist ein ungutes Gefühl, hallo Gefühl, das ist eine gute Gelegenheit Realität zu trainieren! Was ist jetzt?“ Fürchten Sie sich nicht vor diesen Zuständen, Sie sind nicht in Gefahr! Ja, Realität kann (und muss) man trainieren!

Wir müssen unsere Software umprogrammieren und uns immer wieder gebetsmühlenartig fragen: „Was ist JETZT?“ „Was ist real?“ „Was ist gesund?“ „Was ist normal, stinknormal?“ „Was kann ich sehen und anfassen?“ „Hallo Baum, hallo Eichhörnchen“ „Hallo Miezekatze“ „Hallo Spaziergänger mit Hund“. Oder auch wenn wir in einer sozialen Situation sind und merken dass wir wieder in unserem Denktunnel sind und Angst haben: „Was ist JETZT?“, zurück in die Realität!“ „Raus aus dem Kopf, rein ins wunderbare Leben!“

Wenn wir nur in unserem Kopf sind, verpassen wir den Moment, das worin sich das ganze Leben entfaltet. Wir verpassen die Schönheit und Perfektion dieser Welt!

Vergangenheit und Zukunft sind nicht real. Nur der Moment ist real!

Die Realität ist wie sie ist und warum sie so ist, das weiß keiner so ganz genau. Das IST einfach so und wir brauchen uns nicht darüber zu wunder. Lassen wir sie uns einfach genießen!

Werfen Sie immer wieder den Anker und verankern Sie sich im hier und jetzt! Ihr Leben wird dadurch angenehmer, leichter und schöner. Mit der Zeit automatisieren sich diese „Was ist JETZT“ Gedanken und eine tragfähige, gesunde Lebensrealität in unseren Gedanken entsteht so dass wir gelassen und zufrieden durch dieses wunderbare Leben gehen können und unsere Ziele verfolgen können. Ein Leben zu leben dass unseren Werten und unserer Bestimmung entspricht, darauf kommt es an.

Hier ein Tipp: Basteln Sie oder kaufen Sie sich ein Armband, welches Sie immer an den Satz „Was ist JETZT“ erinnert, immer wenn Sie das Armband bemerken denken Sie diesen Satz. Denken Sie ihn so oft wie möglich. Es braucht etwas Geduld und Arbeit und Beharrlichkeit, aber mit der Zeit wird sich ihre Gedankenwelt in der Sie früher gefangen waren verändern.

Bleiben Sie dran, es lohnt sich!

Brief an Gott

Lieber Gott,

ich wurde in ein christliches Umfeld hineingeboren und als Kind ging ich gerne in den Kommunionsunterricht. Ich mochte die schönen Kirchen in denen du wohnst und die schönen Geschichten. Am Liebsten mochte ich die vom „verlorenen Sohn“.

Als Jugendlicher wollte ich nichts mit dir zu tun haben und habe rebelliert mit meinem Metal, meinen düsteren T-Shirts, Plakaten und sogar Satanismus fand ich spannend und interessant. Die Bibel habe ich abgelehnt und mich lustig über die Christen gemacht. Das muss dich sehr traurig gemacht haben.

Bestimmt hast du mich gesehen, wie einsam ich war und wie die Mitschüler mich jahrelang gemobbt haben. Du hast gesehen wie ich zum Cannabis, zum Alkohol und zu den Videospielen gegriffen habe um diese innere Leere und den Schmerz in mir zu überdecken. Es schmerzte dich, ich war getrennt von dir, einsam und alleine. Du hast auf mich gewartet und ich ging meinen eigenen Weg.

I’ve Been A Drifter For So Many Years
I’m Running Around In Endless Circles
Confusion And Despair
Oh, It’s Always There
Oh, Lord Please Take It Away

I Am So Alone
I’m Longing Back For Home
When I Hear The Sound In The Air
In The Air

Far Away, Far Away
I Hear The Distant Call
Far Away, Far Away
It Is The Father’s Call
Oh Father, Oh Father
Lost Son Is Coming Home
Oh Father, Oh Father
I’m Coming Back To Stay

I Should Have Listened To Your Words
I Closed The Door And Went My Own Way
So Cold, So Empty
It’s Driving Me Insane
Oh Lord, Please Take It Away

Narnia, the lost son

Ich hatte einen Hunger in mir und wusste damals nicht dass es ein Seelenhunger war, den nur DU stillen kannst, diese Gedanken kamen erst sehr viel später. Ich begann mein Studium und ich wurde psychisch krank. In Ulm wo ich studierte gab es auch schöne Zeiten und du hast viele tolle Menschen in mein Leben geschickt. Aber die Leere war immer noch da. Ich zog mir grausamen Mist im Internet rein, welcher mich seelisch verletzt hat und ich schämte mich.

Ich begann abzudriften und kam zum ersten mal ins Krankenhaus. Meine Psychokarriere in den Kliniken begann. Finstere Zeiten und Hoffnungslosigkeit. Stundenlange Spaziergänge bei nacht und ich driftete immer weiter ab. Du warst bei mir, ich habe dich nicht gesehen, aber heute weiß ich dass du mich die ganze Zeit beschützt hast und darauf gewartet hast dass ich zu dir zurück komme.

Viel später, war ich wieder mal im Krankenhaus, ein Ort düsterer Verwzweiflung. Dann hast DU den Pfarrer Herrn Liebhart in mein Leben geschickt. Er kam einmal die Woche mit seiner Gitarre auf die Station und wir haben 30 Min christliche Lobpreis Musik gesungen. Singen mochte ich so gerne und der Pfarrer hat mich für meine Stimme gelobt.

Eine Insel der Freude in mitten des Schmerzes und des Elends. Das war der Wendepunkt und ich begann mich wieder für DICH zu interessieren. Ich unterhielt mich mit Herrn Liebhart und begann in die Klinik Gottesdienste zu gehen. Er sagte „Gott strahlt Liebe aus wie die Sonne, er kann nicht anders“, das fand ich interessant. Es begann eine tiefe Veränderung in mir und neue Hoffnung keimte in mir auf. Bist DU die Antwort auf meine Fragen? Die Antwort auf diese tief sitzende, bohrende innere Leere in meinem Herzen?

Ich fing an die Kirche zu gehen und später in der Kirchenband zu singen, DIR zur Ehre. Oft ist es so, dass ich das Gefühl habe du, Jesus, bist in meinem Kopf aber noch nicht in meinem Herzen angekommen. Ich ging zum christlichen Musical, ging in eine christliche Reha und machte Glaubenskurse in der ICF Kirche, ich habe viele neue Christenfreunde kennengelernt in meiner Gemeinde und im Junge Erwachsene Treff. Ich begann in der Bibel zu lesen, zu beten und mich immer mehr mit DIR zu beschäftigen. Die Lobpreis Lieder die du in mein Leben geschickt hast sind wie treue Freunde die mich in meinen Gedanken und in schwierigen Zeiten begleiten. Morgens nehme ich mir Zeit für biblische Meditation und Gebet und Zeit der Stille, wo ich dir begegne.

Der verlorene Sohn kommt nach hause und du jubelst!

„Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“– Lukas 15,20

Aber Herr, warum ist mein Leben so verdammt schwierig? Ich kämpfe seit 20 Jahren mit der Krankheit paranoide Schizophrenie, erleide immer wieder Rückschläge und manchmal verliere ich den Mut. Du hast mir jugendliches Aussehen, schöne blaue Augen, Gesundheit und viele Talente und Begabungen geschenkt. Du hast viele tolle Freunde und meine Mama in mein Leben geschickt, ich durfte tolle Auftritte hinlegen, mit Impro, Gitarre und Musik. Ich konnte mein Studium abschließen und arbeiten.

Du hast mir viele Jahre eine tolle Liebesbeziehung mit Susi geschenkt. Ich bin körperlich fit und gesund und habe ein schönes zuhause. In den letzten Jahren hast du mir ein Schreibtalent geschickt und inspirierst mich zu meinen Blog Artikeln und zu meinem Buch, dass, so hoffe ich, vielen Menschen in unserem Land helfen wird. Danke!

Ich erkenne, wie wunderbar du diese Welt und mich gemacht hast. Ich erkenne dass all das Leid was ich durchlebte notwendig war damit ich zu DIR finde. Wie wäre mein Leben ohne die Krisen verlaufen? Ohne sie hätte ich nicht zu DIR gefunden! Ich wäre nicht auf die Idee gekommen dass ich anderen Menschen mit Schizophrenie helfen will. Diesen Auftrag hast DU in mein Herz gelegt und gibst mir jeden Tag neue Kraft damit ich dieses Ziel erreiche, in deinem Namen! Die Welt schreit nach Linderung und ich kann meinen Teil dazu beitragen. Durch meine Krisen bin ich als Mensch stark gewachsen und habe eine neue Perspektive auf das Leben gewonnen.

Deswegen Herr, heute will ich mich bedanken für meine schwierigen Zeiten die ich immer noch erlebe. Es ist notwendig damit ich wachse und aufblühe. Ich denke manchmal, ich muss alles aus eigener Kraft schaffen. Aber das geht nicht! Ich schaffe es nicht alleine! Ich brauche Rettung! Ich brauche DICH!

Ich habe einen Sinn in meinem Leben gefunden, einen Auftrag und das ist von allem was du mir geschenkt hast das aller wertvollste! Herr, ich danke dir!

Auf dich will ich mich konzentrieren und DICH in mein Herz lassen, so werde ich gesund und mein Leben gelingt. Du hast einen großen Plan für mich und möchtest dass ich so vielen Leuten wie möglich helfe. Mit dem Blog, dem Buch und irgendwann mit dem Coaching.

Herr, mein Leben, welches du mir geschenkt hast ist manchmal sehr mühsam. Vor allem die Geldsorgen nagen an mir und ich frage mich oft was morgen werden wird. Ich will auf DICH vertrauen, du versorgst mich! Du hast es in der Vergangenheit immer und immer wieder getan. Du sagst „Fürchte dich nicht!“

„Und es erhob sich ein großer Windsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich schon füllte. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen? Und er stand auf, bedrohte den Wind und sprach zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille.“
– Markus 4,37-39

Der Widersacher hatte mich jahrzehntelang fest im Griff und unternahm alles um mich zu zerstören. Ich war naiv und dachte Satan bedeutet Unabhängigkeit und Freiheit. Ich experentierte mit finsteren Mächten, die ich nicht verstand.

Herr es tut mir leid!

Die Metaltexte, die Videospiele, die Pornos, die Suchtmittel haben sich tief in meinen Geist eingeschliffen und verfolgen mich bis heute. Ich schleppe Tonnen von seelischem Müll mit mir rum. Herr befreie mich! Nimm mir die Last von den Schultern! Da sind Sorgen und Abgrundgefühle, ich tausche sie ein, bei dir am Kreuz, gegen Hoffnung, Mut und Gelassenheit!

Der Widersacher erzählt mir Lügen über mein Leben. Er lügt wie gedruckt! Er möchte mich von dir weg locken und mich kaputt machen, damit ich niemandem helfen kann.

Doch das schafft er nicht! Ich glaube an DICH und vergesse den Teufel, der tut mir nichts wenn ich ihn nicht lasse!

Oh You are with me
Father You’re for me
Oh fear will never conquer me
‚Cause I belong to Jesus
I’m never alone
I’m never abandoned
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus

I Belong To Jesus, Bethel Music

Let every heartbreak and every scar
Be a picture that reminds you who has carried you this far
‚Cause love sees farther than you ever could
In this moment heaven’s working, everything for your good

Tell your heart to beat again, Danny Gokey

Herr, bitte mach dass ich nun bald zur Ruhe komme. Nimm mir die Last von den Schultern und lass mich Frieden finden und lass mich aufhören einen Krieg mit mir selbst zu führen. In meiner Schwäche bist du stark. Bitte versorge mich und mach mich frei! Du hast es doch versprochen. Wenn ich mit DIR gehe, machst DU dass mein Leben gelingt, auch wenn es schwierig wird. Wenn es mir schlecht geht, schick mir einen Engel der mich behütet und beschützt.

Herr, in allen meinen schwierigen Zeiten und all dem Leid was ich durchmachen musste warst du in jeder Sekunde an meiner Seite. Du hast deine siegreiche Hand über mir ausgestreckt. Du hast mit mir gelitten und mein Schmerz war dir nicht verborgen. Ich war nie in Gefahr und ich fiel niemals tiefer als in deine Hand. Du hast mich durch das Feuer begleitet, du hast mich gerettet. Herr vergib mir meine Sünden und was ich mir alles angetan habe. Wie grausam ich zu mir selbst war und wie lieblos. Ich bin OK! Du liebst mich! Nichts und niemand kann mich deiner liebenden Hand entreißen, ich falle nicht auf die Lügen herein. Nichts und niemand kann mich von meiner Gemeinschaft mit DIR im Himmel trennen. Nichts kann mich aufhalten deinen Plan für mich zu erfüllen. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum Vater als durch dich! Herr Jesus, erbarme dich meiner und schenke mir Gelassenheit und Frieden.

Herr, mein Gott, ich klage die Menschen die mir unrecht getan haben nicht an. Ich schreibe einen Schuldschein und komme zu dir in den Thronsaal und bringe ihn vor deinen Thron. Du kümmerst dich drum. Ja es wurde mir schlimmes angetan, aber ich will vergeben und die Schuldkette loslassen.

Gott, du hast diese Welt so schön und perfekt gemacht. Ich darf darin leben und mich entfalten! Danke, für die vielen tollen Menschen in meinem Leben die mich früher begleitet haben und die auch heute in meinem Leben sind, danke! Danke für die Klinik, die Tagesklinik und dass bald das Therapeutikum in mein Leben kommt. Da bekomme ich Hilfe. Bald will ich wieder in der Kirchen Band singen, DIR zur Ehre. DICH will ich preisen und anbeten. Ich vertraue dir. Ich übergebe dir mein Leben. Komm in mein Herz und mach mich gesund!

Herr bleib immer weiter an meiner Seite und führe mich in eine gesunde, fröhliche Zukunft. In deinem Namen, Jesus Christus. Du lässt mich nie im Stich. Danke, Herr!

Amen.

Krankheit akzeptieren

Die letzten Jahre bin ich berufsmäßig immer wieder in die Überforderung gerannt und wollte die Berufsfähigkeit mit Gewalt erzwingen. Ohne Erfolg. Die letzten 4 Jobs bin ich jedes mal in der Probezeit rausgeflogen, obwohl ich mir größte Mühe gegeben habe. Aber wofür? Im Grunde habe ich mich nur sinnlos gequält. Ich wollte einfach nicht einsehen dass ich die geforderte Leistung die die Arbeitswelt einem abverlangt nicht mehr bringen kann. Auch mit Privatprojekten und großen Plänen habe ich mich überfordert.

Sobald es mir besser geht fange ich an Pläne zu schmieden was ich alles tolles tun könnte und renne immer wieder gegen die Wand.

Seit 3 Jahren ist es so dass ich regelmäßig psychische Zusammenbrüche mit heftigen Zwangsgedanken habe. Auch heute noch. In Notfällen hilft mir mein Notfallmedikament Diazepam. Aber lange Zeit habe wollte ich diese Zustände einfach nicht wahrhaben und habe hartnäckig verdrängt dass ich eine schwerwiegende psychische Beeinträchtigung habe. Wenn es mir besser ging (nach einem schlimmen kommt immer ein guter Tag) dachte ich immer JETZT bin ich ganz gesund! Ich habe es geschafft! Der Alptraum ist vorbei.

Leider geht es in der Praxis nicht so schnell wie wir es gerne hätten. Im Leben mit Schizophrenie gehören psychische Krisen und Rückschläge leider dazu und das müssen wir berücksichtigen. Wir brauchen Krankheitsakzeptanz.

Ich weiß ja schon und ich habe es in diesem Blog mehrmals erwähnt wie wichtig Geduld ist. Engelsgeduld mit uns selbst und liebevolle, nachsichtige Selbstfürsorge.

Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Ich „akzeptiere“ das Rückschläge auf dem Weg der Genesung leider dazugehören. Egal wie unangenehm sie sich auch anfühlen, ich weiß „Ich bin nicht in Gefahr“. Es fällt mir zwar schwer aber ich „darf“ mich auch mal schlecht fühlen, es ist nicht „immer“ schlecht und es gibt auch gute Phasen. In diesen gilt es, den Spielraum zu nutzen und schönen Aktivitäten nachzugehen, von denen wir wissen dass sie uns gut tun. Joggen, musizieren, Spazieren gehen und vieles mehr.

Ich gehe durch eine harte Lebensschule, ich bin auf der Reise und Schatten werden kommen und gehen, ich weiß sie gehen vorbei, es ist nur in meinem Kopf, ich bin in Sicherheit.

Die Welt ist schön und perfekt und wir dürfen uns darin entfalten, ist das nicht wunderbar? Alter, Krankheit und Tod sind ein ganz natürlicher Teil des Lebens. Das will ich akzeptieren und ich WILL mein Leben meistern und all die schönen Dinge erleben die da noch auf mich warten. Auch die Krankheit Schizophrenie ist Teil meines Lebens und meiner Geschichte.

Ich muss nun einsehen dass ich nicht alles das leisten kann was ich gerne würde. Ich muss kleinere Brötchen backen, in Zukunft weniger arbeiten und bei meinen persönlichen Projekten deutlich auf die Bremse treten, so werde ich langfristig gesund, daran habe ich keinen Zweifel.

Auch wenn die Krisen kommen und gehen, das Leben mit Schizophrenie ist immer noch schön und lebenswert, mit der richtigen Einstellung und den richtigen Tools, und gut eingestellter Medikamente. Es sind oft die kleinen Dinge, welche den Unterschied machen. Zum Beispiel eine Kanne grüner Tee, ein alkoholfreies Bier oder ein Spaziergang bei schönem Wetter, ein gutes Gespräch mit einem Freund.

Und wir können üben dankbar zu sein darüber was wir alles schönes in unserem Leben haben! Leckeres Essen und Trinken, Sicherheit, Wohlstand, Freiheit, Freunde, Familie und Gemeinde. Und noch vieles mehr. Kultivieren Sie diese Dankbarkeit und gehen Sie fürsorglich und geduldig mit Ihren Symptomen um, sie sind ein Teil Ihres Lebens und Ihrer Existenz. Und das ist OK.

Sich mit Erfolg langweilen

Kennen Sie das? Alle 30 Sekunden schauen wir aufs Handy um zu sehen ob eine Chatnachricht oder eine E-Mail gekommen ist, machen mehrere Sachen gleichzeitig, haben 15 Browsertabs offen, hören beim Putzen Musik, wühlen in unseren To-DO-Listen und füllen jede freie Sekunde mit youtube und Tik-Tok Videos, Nachrichten und Social Media. Es herrscht Zeitnot, Betrieb und Freizeitstress. Partner und Kinder wollen unsere Aufmerksamkeit und wir sind ständig beschäftigt und unter Strom.

Abends suchten wir unsere Netflixserien und Werbung und Medien nehmen uns in Beschlag und bombardieren uns mit Botschaften. Oder wir liegen im Bett und liefern uns dem Grübeln und den Gedanken aus. Langeweile ist ein Zustand, in dem das Gehirn nach Reizen sucht, aber keine findet, die es fesseln oder herausfordern. Das kann aber auch eine positive Seite haben!

Halten Sie doch mal einen Moment inne, unterbrechen Sie die Dauerberieselung und Informationsflut, nehmen Sie sich ´2 bis 3 mal am Tag etwas Zeit und langweilen sich ganz bewusst ein bisschen für 15 Minuten!

Nichts zu tun, keine Leistung erbringen müssen, keine Informationen konsumieren, abschalten, den Gedanken freien Lauf lassen.

Langeweile hat einen schlechten Ruf und wir wollen sie unbedingt vermeiden. Sie gilt als Zeitverschwendung und Inaktivität. Sie hat aber ein paar Vorteile:

  1. Steigerung der Kreativität: Studien zeigen, dass unser Gehirn in Phasen der Langeweile kreative Lösungen entwickelt. In der Ruhe entstehen neue Ideen, weil das Gehirn nicht mit externen Reizen überflutet wird.
  2. Mentale Erholung: Wer sich bewusst langweilt, erlaubt seinem Geist, sich zu regenerieren. Stress reduziert sich, die Konzentration steigt.
  3. Selbsterkenntnis: Wenn wir nichts tun, werden wir mit unseren eigenen Gedanken konfrontiert. Das kann unangenehm sein, ist aber ein wichtiger Schritt zu tieferem Selbstverständnis.
  4. Förderung der Geduld: In einer Welt der Sofort-Belohnungen stärkt Langeweile die Fähigkeit, auf Ergebnisse zu warten und langfristig zu denken.

Wie kann man sich erfolgreich langweilen?

  • Ohne Ablenkung spazieren gehen – Ohne Musik oder Handy können sich Gedanken frei entfalten.
  • Einfach nur sitzen und nichts tun – Die Kunst der Muße bewusst üben.
  • Langweilige Tätigkeiten ohne Multitasking erledigen – Warten an der Kasse, Zugfahrten oder Haushaltstätigkeiten bewusst erleben, ohne sofort nach Unterhaltung zu suchen.

Versuchen Sie sich im Sitzen oder beim Spazierengehen zu langweilen und nicht im Bett zu liegen, das fördert eher das Grübeln was etwas anderes ist als sich zu langweilen. Machen Sie sich einen Tee und trinken ihn ganz langsam und bewusst und genießen Sie für ein paar Minuten absolute Inaktivität, beobachten Sie Ihre Gedanken. Nehmen Sie Ihre Umgebung wahr und kommen Sie auf neue Gedanken.

Fazit

Sich erfolgreich zu langweilen bedeutet nicht, passiv oder antriebslos zu sein. Es bedeutet, bewusste Pausen in den Alltag zu integrieren, um Klarheit, Kreativität und innere Ruhe zu fördern. Wer sich traut, Langeweile zuzulassen, wird feststellen, dass gerade in diesen Momenten die besten Ideen entstehen – und das ist vielleicht der größte Erfolg von allen.

Hoffnung in schwierigen Zeiten

Die letzten Wochen und Monate waren eine große Herausforderung. Ich kämpfe mit einer ausgeprägten Negativsymptomatik die sich darin äußert dass ich viel auf der Couch liege und meinen Arsch nicht hochbekomme um etwas zu machen. (ist in den letzten Tagen etwas besser geworden). Zudem habe ich immer noch alle 3 bis 4 Tage einen Denkanfall – heftige Attacken von Zwangsgedanken mit den schockierendsten Gedanken die sich mein Gehirn nur ausdenken kann, liege stundenlang wie festgenagelt im Bett, kann nichts machen und bete dass es diesmal nicht so schlimm wird. Zum Glück hilft mir in solchen Situationen mein Notfallmedikament Diazepam und das Schreiben im Krisentagebuch. Das funktioniert etwas besser als früher und ich kann so das gröbste an Krisenmomenten abfangen.

Oft habe ich aber Gedanken die ich „Abgrundgedanken“ nenne, ein Unwohlsein, ein Gefühl von Bedrohung als würde mir etwas Schlimmes passieren. Manchmal ist es kaum auszuhalten, ich verliere den Mut und denke „Ich kann nicht mehr. Wann hat dieser Alptraum ein Ende? Muss ich ins Krankenhaus?“

Aber das Leben geht weiter! Die Welt dreht sich weiter, diese Welt ist schön und perfekt und wir dürfen darin leben und unsere Träume und Ziele verfolgen. Wir können sie erreichen! Die Zeit geht vorbei, selbst wenn es uns nicht gut geht und selbst der schlimmste Tag hat nur 24 Stunden.

Ja, das Leben mit Schizophrenie kann sehr schwierig sein und mein Leben ist manchmal ein Kampf. Aber den kämpfe ich gerne! Es ist mein Leben und niemand kann es mir wegnehmen.

God gives his hardest battles to his strongest soldiers.

Ich habe diese Bürde, diese Aufgabe, dieses Joch in meinem Leben damit ich daran wachse, mich entfalte, lerne damit umzugehen und anderen Menschen zu helfen. Das ist mein Auftrag. Das Leben prüft mich hart. Das kann ich akzeptieren und mutig vorangehen. Was bleibt mir anderes übrig? Aufgeben ist keine Option!

Matthäus 11,29-30,“Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“

Ich würde mit niemandem tauschen wollen trotz der großen Probleme. Ich bin auf dem Weg. Ich bin auf der Reise. Ich bin frei und kann tun und lassen was ich will. Ich bin jung, gesund und gesegnet. Dafür bin ich dankbar. Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich muss nicht in den Krieg ziehen, ich lebe in Wohlstand und Frieden, werde nicht verfolgt, gefoltert, ich muss nicht flüchten, ich bin von Naturkatastrophen verschont. Ich habe Freunde, Familie, Bekannte und Gemeinde. Ich habe Technik, die zuverlässig funktioniert. Ich habe genug Geld. Ich freue mich an kleinen Dingen wie den ersten Morgenkaffee, ein leckeres Frühstück oder über ein Spaziergang bei schönem Wetter. Ich habe meinen Glauben der mir hilft durchzuhalten. Ich weiß dass keine Macht der Welt mich Gottes Liebe entreißen kann, denn ich bin ein geliebtes Kind Gottes und ER sorgt für mich und macht dass mein Leben gelingt.

Trotz allem, ich habe das wichtigste überhaupt: Hoffnung. Ich weiß einfach tief in meinem Herzen dass ich gesund werde und auf dem richtigen Weg bin. Ich bin so fest davon überzeugt das ich alle Schatten ertragen kann, weil ich weiß:“Es wird besser“ und „es geht vorbei“.

Das Leben und die Seele wollen wachsen und sich entwickeln. Die Seele will gesund werden.

Es ist nicht immer alles schlecht. Ich habe Phasen in denen ich in die Aktivität und den Flow komme und fühle mich gesund. In solchen Momenten freue ich mich und denke „genieße die Normalität“ oder „Jetzt beginnt der Genuss“. Vor allem habe ich in letzter Zeit viel Freude am kochen, lesen, malen, Videospielen. Zudem gelingt mir meine tägliche Morgenroutine und ich habe mein Leben im großen und ganzen im Griff, ich bin jung, gesund und gesegnet, das ist doch die Hauptsache.

Es gibt also auch Lichtblicke, an diese sollten wir uns erinnern wenn es mal wieder schlechter wird. Diese wertvollen Momente zusammen mit einem positiven Selbstgespräch tragen uns durch die schwierigen Zeiten und Schatten.

Ich will Ihnen Mut machen durchzuhalten, es lohnt sich! Freuen Sie sich über kleine Erfolge wie einen Spaziergang, eine Dusche, eine Sporteinheit oder Zeit für kreatives Schaffen. Die Schatten werden vorbeigehen. Lassen Sie sich von meiner Hoffnung und Motivation anstecken. An diesen mangelt es mir nicht. Ich weiß ich werde (langfristig gesehen) gesund, daran habe ich keinen Zweifel. Ich ertrage die schlechten Gedanken geduldig und bin in der Beobachter Rolle und reagiere nicht. Ein weiteres wichtiges Element in der Krise ist die Akzeptanz. Also zu sagen: „Ok, es geht mir jetzt Scheiße. Aber das ist ok, ich DARF mich schlecht fühlen, das ist jetzt einfach so. Was kann ich dagegen tun? Welche Strategie könnte mir jetzt helfen? Welche eine Sache die mich Überwindung kostet kann ich heute noch erledigen bevor ich mich den Rest des Tages hinlege?

Römer 12,12: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ 

 Jakobus 1,12: „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben.“

Irgendwann werden Sie innehalten, zurückblicken und denken „Ich habe es geschafft. Ich bin angekommen. Ich habe durchgehalten. Es hatte alles seinen Sinn. Ich bin frei“. Bis dahin, seien Sie geduldig und zuversichtlich. Freuen Sie sich einfach über das Geschenk leben. Seien Sie zufrieden und fröhlich. Das Leben ist schön!

Wir sind auf der Reise. Wir sind auf dem Weg in eine glückliche Zukunft. Machen Sie sich klar was Ihre Werte, Ziele und Träume sind und geben Sie ihr Bestes sie zu erreichen. Jeden Tag aufs neue mit frischem Mut und Gelassenheit. Mit jeder richtigen Entscheidung, mit jedem kleinen Schritt. Es ist Ihre Entscheidung glücklich zu sein! Handeln Sie danach.

Krisen und schwierige Zeiten gehören zum Leben dazu. Es sind Grundbedingungen des Menschseins und alle Menschen müssen sie durchleben damit sie wachsen und sich entfalten. Daher, akzeptieren Sie diese Bürde und seien sie sogar dankbar dafür. Denn aus diesen schwierigen Zeiten werden sie gestärkt und mit einer neuen Perspektive herauskommen. Die Grundvoraussetzung dafür ist die Hoffnung. Halten Sie durch. Es wird besser, versprochen!

Durchhalten mit dem Krisentagebuch

Manchmal habe ich das Gefühl mein Leben ist ein Kampf. Seit bald einem Jahr ist es immer das selbe Schema. Ich habe einen Krisentag mit heftigen Zwangsgedanken, dann kommt ein guter, erfolgreicher Tag und dann kommen 3 Faulenztage an denen ich viel auf der Couch bin. Dann kommt die nächste Krise. Ich wurschtel mich „irgendwie“ durchs Leben und fühle mich manchmal hilflos und meinen Gedanken ausgeliefert, die auf mich einprasseln sobald ich morgens die Augen öffne. Ich stehe am Anfang des langen Tages und weiß nicht was er bringt.

Ich muss Ihnen, lieber Leser, etwas beichten. Ich habe auf diesem Blog sehr viele Ratschläge für ein erfolgreiches Leben mit Schizophrenie gegeben und bin nach wie vor überzeugt das jede Krise eine Chance ist. Leider schaffe ich es manchmal selbst nicht mich an meine eigenen Tipps zu halten. Es ist einfach so verdammt schwer sich zu verändern! Ich liege zur Zeit viel auf der Couch und folge meinen guten Impulsen nicht. Ich hatte das Gefühl dass meine Alltagsstrukturen zunehmend wegbrechen und mir mein Leben entgleitet. Ich mache seit einiger Zeit keine Morgenroutine, keinen Sport und kein Singen mehr. Nur das Lesen macht mir etwas Freude und lenkte mich ab.

Ich weiß ich könnte jetzt joggen gehen, ich weiß ich könnte jetzt singen, ich weiß ich sollte das Wohnzimmer putzen und den Abwasch machen, aber ich tue es nicht. Ich bleibe liegen und warte dass es „leichter“ wird und dass die Zeit irgendwie vorbei geht, hoffend dass ich irgendwann wieder glücklich sein werde und das Leben endlich beginnt.

Ich habe eine Depression, ich habe Negativsymptomatik und das Gehirn erholt sich vom Sturm der psychotischen Episode. Es sind Gewohnheiten die sich jahrelang eingeschliffen haben und ich fühle eine innere Barriere denen Dingen gegenüber von denen ich weiß dass sie mir gut tun würden. Ich bin gefangen.

Wie soll ich damit umgehen? Wie schaffe ich es mich zu verändern?

Ich glaube das ist normal. Viele Menschen haben das und es ist einfach so verdammt schwer den Schalter umzulegen, in die Aktivität zu kommen, sich zum Positiven zu verändern. Es ist ein Gefängnis aus Gewohnheiten und Gedanken die uns gefangen halten und in Ketten legen. Es hindert uns daran, das Leben zu führen das wir eigentlich führen wollen und zu dem wir bestimmt sind.

Ich lag diese Woche stundenlang auf der Couch und wenn die Krise wiederkam dachte ich ich müsse mich „ausruhen“ und betete dass es vielleicht diesmal nicht ganz zu schlimm wird. Leider funktioniert diese Strategie einfach nicht.

Gestern war wieder diese wohlbekannte Situation. Ich habe morgens gelesen, dann lag ich viel rum und um die Mittagszeit fühlte ich ganz genau wie sich wieder was zusammenbraut. Das habe ich schon über 100 mal erlebt. Ich antizipierte dass ich wieder auf der Couch liegen und mich schlecht fühlen werde. Ich legte mich hin um mich „auszuruhen“, zu irgendwas anderem hatte ich keine Kraft – und war innerlich sehr aufgebracht und die gewohnten schlechten Gedanken klopften an meine Tür. Ohje, es geht wieder los. Ich pack das nicht schon wieder, muss ich ins Krankenhaus?

Ich dachte: „Kein Ausweg, kein Entrinnen, es hat einfach keinen Sinn. Ich schaffe das nicht.“

Am Mittag hatte ich einen Termin in der psychiatrischen Institutsambulanz um meine Depot-Spritze zu bekommen und hatte starke Sorgen und Ängste. Ich hatte Angst dass ich in der PIA durchdrehe und weglaufe, dass die Ärzte merken wie schlecht es mir geht, das ich Panik bekomme und sie mich einfangen und in die geschlossene Abteilung stecken. Vor dem Termin nahm ich eine Diazepam um mich zu beruhigen.

Natürlich ist nichts von dem was ich mir da ausgemalt hatte passiert und die Spritze war schnell erledigt.

Ich lief nach hause und war immer noch überlastet und nahe am Wahnsinn. Das stundenlange Couch-liegen und Leiden wartete auf mich. Wieder sexuelle, blasphemische, aggressive Zwangsgedanken, wie soll ich das nur schaffen? Wieder stundenlanges Liegen und aushalten? Wie lang soll das noch gut gehen? Geht dass nun immer so weiter und geht nicht mehr weg?

Soll ich nicht doch lieber ins Krankenhaus? Sind das meine eigenen Gedanken, oder Gedanken vom Teufel? Wie gehe ich damit um? Wie komme ich nochmal davon? Ich würde am liebsten einfach einschlafen und nichts mehr vom Tag wissen wollen, aber es war erst 13 Uhr, was soll ich nur tun? Ich war gelähmt und blockiert.

Dann dachte ich, ok, ich versuche es diesmal anders zu machen und mit einem Krisentagebuch zu arbeiten. Das ist eine Taktik die früher schon einmal erfolgreich war und ich beschloss es nochmal zu versuchen. Ich setzte mich an den PC und fing an zu schreiben. Seite um Seite füllten sich und ich ließ alles raus was mir durch den Kopf ging, hier ist ein Auszug (Triggerwarnung, es könnten schockierende Inhalte sein):

Heute ist wieder ein schlechter Tag. Ich weiß nicht was ich tun soll. Der Teufelskreis ist da. Teufel. Es entgleitet mir alles. Ich hatte gestern die Chance in die Aktivität zu kommen, aber war den halben Tag auf der Couch. Ich habe keine Struktur, keinen Rythmus, alles vermischt sich. Das kleine Ich, tief in meinem Inneren ist immernoch da und will nicht aufgeben. Ich weiß das es vorbeigeht. Ich habe Angst dass ich in der PIA heute durchdrehe und sie mich in die geschlossene stecken. Dort gehen mir die Zigaretten aus und ich drehe durch. Ich komme in die Geschlossene, die Rechnungen werden nicht bezahlt, die Kündigung kommt, alles entgleitet, Gleitmittel, Sex, einschießende Gedanken. Mordgedanken, ich brauche ein Sexopfer. Hatte das schon 100 mal, wurde jedes mal besser. Was kann ich heute noch tun damit es weniger schlimm wird. SATAN KOMMT IN DEINEN ARSCH. Agressive Gedanken, verlorene Gedanken, unterdrücken funktioniert nicht mehr, Gedanken werden immer stärker, Ende der Fahnenstange, du hast versagt, du schaffst es nicht, Gott hasst dich. LÜGEN! Deine Mutter ist in der Hölle und bald wirst du auch dort sein, du hast dich missbraucht, immer wieder hast du deine Seele verletzt, deine Seel ist schon längst tot Niko Es wird Zeit. Zeit, Ewigkeit. Wir fliegen hier unten. Highway to hell. Ende. Kein Ausweg. Kein Sinn. Verlorene, einsame Zeilen. Rammstein. Ein Kind stirbt. Kinder werden vergewaltigt. Mach mit mir was du willst. Ordentlich durchficken. Du hast es ihr nicht besorgt und jetzt musst du sterben. Du musst VERZWEIFELN, DU MUSST DU MUSST DU MUSST … Sterben!

Alles entgleitet dir, gleite Penis in mein Arschloch. Du hast mich vergewaltigt und vergessen. Sei still und halte es aus. Immer wieder Penetration des Gehirns, immer mehr, trink immer mehr vom Salzwasser, rauch eine, Selbstmord auf Raten. Alles finster, pure Verzweiflung. Alles ist schwarz, alles ist schlecht. JESUS RETTE MICH.

Woher weiß ich dass der Islam nicht die einzig wahre Religion ist! Habe ich eine religiöse Psychose? Was ist die Wahrheit?

Bin ich besessen oder ist das die Psychose? Ich kann mich nicht entscheiden was die Wahrheit ist. Eins oder Null. Leben oder sterben. Mein Verstand funktioniert aber die Emotionen sind tot. Die Seele ist tot. Ich will nichts mehr fühlen. Ich will einfach nur sterben. Kommt bald der Krebs, damit ich endlich sterben kann?

Der Religionsquatsch hat dir nur Unglück gebracht. Du kannst die Spaltung nicht überwinden. Es hat keinen Sinn, Niko. Es wird nie wieder gut.


So schrieb ich eine halbe Stunde lang und ließ alles raus was mir in den Sinn kam, egal wie schockierend und verstörend die Gedanken waren. Ich merkte wie sich die Gedanken langsam sortierten. Ich begann positiv zu schreiben:

Herr Jesus Christus, bist du da? Hörst du mich? Siehst du mein Elend? Kannst du mir helfen? Ich habe ein geteiltes Herz. Die beiden Teile bekämpfen sich, habe ich eine gespaltene Identität? Herr Jesus Christus, ich flehe dich an wie nie zuvor, bitte rette meine Seele, ich will an dich glauben!

Du bist ein guter Mensch, Niko, du hast Zeit. Ja, du hast es schwer, aber du kannst lernen damit umzugehen. Es scheint nur dramatisch. Es gibt einen Weg in eine glückliche Zukunft und den Weg will ich gehen. Du schaffst das, Niko. Alle glauben an dich. Ja, ich habe es sehr, sehr schwer. Aber anderen geht es noch schlechter. Ich bin gesegnet. Ich bin begabt. Ich kann meine Probleme lösen. Ich bin nicht allein.

Es ist nie zu spät Niko. Glaub nicht den Lügen. Hab Vertrauen ins Leben. Mama beschützt dich. Mama ist im Himmel, sie sieht wie du kämpfst. Mama, ich kämpfe. Mama du bist immernoch da. Mama verlass mich nicht. Ich habe Angst und fühle mich ganz allein. Bitte Mama und Jesus Christus bitte helft mir.

An diesem Punkt war ich schon 100 mal und es ging jedes mal weiter. Ich gestalte den Tag so gut ich kann. Zur Not habe ich Diazepam. Wenn das auch nicht hilft, kann ich jederzeit ins Krankenhaus. Um 13 Uhr habe ich PIA und bekomme die Spritze. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt etwas an der Medikation zu ändern. Ich muss mich erst mal stabilisieren. Ich akzeptiere die Schatten. Ich gebe zu dass ich es schwer habe und manchmal alles aussichtslos scheint. Aber das ist der Knackpunkt: Es SCHEINT nur so.

Ich bin ein guter Mensch und gebe mein Bestes. Ich will kämpfen, ich will weitermachen, ich will gesund werden. Die Website wird fertig, ich mache Praktikum oder RPK. Ich steck in der Klemme aber es geht vorbei. Es ist nur Software, für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Wie komme ich da wieder raus? Schreib dir alles von der Seele Niko, rede mit jemandem. Du darfst jederzeit ins Krankenhaus, aber vielleicht gibt es noch einen anderen Weg. Ich war schon so oft an diesem Punkt. Ich kann meine Probleme lösen.

Du hast wichtige Aufgaben Niko, du kannst deine Probleme lösen. Es geht weiter. Die Welt dreht sich weiter und du bist ein Teil davon. Du bist das Universum dass sich selbst erkennt. Das Leben ist schön, Niko! Dein Leben ist wunderbar. Es sind nur Gedanken niko, sie sind nicht real. Komm zur Vernunft, du brauchst das Spaltungsthema und das Geldthema heute nicht lösen. Du bist aufgebracht, komm zur Ruhe. Es führt ein Weg hier raus. Es ist kein leichter Weg, aber ich gehe ihn gerne. Es ist mein Leben, niemand kann es mir wegnehmen. Egal wie schwierig es scheint. Ich gebe nicht auf. Es scheint nur dramatisch und vielleicht kann ich morgen wieder eine neue Chance bekommen und mein Leben auf die Reihe bekommen. Ich darf jederzeit ins KH. Vielleicht geht es auch ohne.

Ok, die Welt ist wie sie ist und sie hat mir noch so viel zu bieten! Ich werde auftreten, ich werde ins Fitness gehen, ich werde Praktikum machen oder die RPK. Ich habe eine Perspektive. Ich bin jung, gesund und gesegnet.


So schrieb ich Seite um Seite und war wie in einem Rausch. Einem positiven Rausch. Und was soll ich sagen, es hat funktioniert. Mir ging es danach wesentlich besser, nicht perfekt – aber besser. Ich konnte sogar noch einkaufen und mir etwas zu essen machen.

Ich habe erlebt wie kraftvoll therapeutisches Schreiben und wie gut es für die Psyche ist. Mit dieser Taktik kann man sehr gut mit schwierigen, inneren Erlebnissen umgehen. Wichtig dabei ist es im ersten Schritt alles rauszulassen. Egal wie verstörend und schockierend, seien Sie schonungslos und externalisieren alles was in ihrem Kopf herumspukt. Dann fangen Sie an sich „positiv“ reinzusteigern, bis sich die Gedanken sortiert und beruhigt haben. Machen Sie sich schriftlich immer wieder klar dass es vorbei geht, dass Sie gesund werden, dass sie geborgen und beschützt sind. Wenn Sie mögen, bitten Sie Jesus Christus Ihnen zu helfen. Der positive Teil des Tagebucheintrages sollte am Ende deutlich überwiegen, wenn er das noch nicht tut lassen Sie weiteren negativen Gedanken freien Lauf und setzen immer wieder neu an und formulieren positiv. Nehmen Sie sich viel Zeit für Ihr Krisentagebuch, in der Gewissheit dass es Ihnen helfen wird.

So wie ich es gestern erlebt habe, möchte ich Ihnen mit dieser Strategie folgendes ans Herz legen. Egal wie schlimm und auswegslos manche Situationen „scheinen“, es sind nur Trugbilder! Es sind nur Gedanken, sie sind nicht real!

Halten Sie durch! Es geht vorbei und es wird besser!

Es ist so das wir Menschen notorisch schlecht darin sind unsere zukünftigen Gemütszustände zu antizipieren. Das heißt, wir wissen nicht wie wir uns zu einem späteren Zeitpunkt fühlen werden. Wenn es mal wieder so richtig rund geht im Kopf und die Schatten uns gefangen nehmen, wir in der „schwarzen Kiste“ sind, dann „glauben“ wir, es wird nie wieder besser und es „scheint“ dramatisch und aussichtslos, aber das ist es nicht! Fallen Sie nicht auf die Lügen herein und gehen ihren Weg mutig weiter. Schatten werden kommen und gehen.

Mit dem Krisentagebuch dass ich Ihnen in diesem Artikel gezeigt habe, haben Sie ein wirksames Werkzeug kennengelernt, etwas gegen schlechte Gedanken und Gefühle zu unternehmen. Probieren Sie es im nächsten Krisenmoment (und der wird sicher kommen) einfach aus, es funktioniert! Haben Sie es ausprobiert und gute Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie in die Kommentare oder schreiben Sie mir eine E-Mail was sie erlebt haben.

Zu Ihrer Inspiration und zur Veranschaulichung hier noch eine kleine Geschichte:

Es war einmal ein Gärtner, der einen Traum hatte: Er wollte einen prachtvollen Bambusgarten anlegen, der Menschen Trost und Inspiration schenken würde. Mit großer Hingabe bereitete er den Boden vor, pflanzte die zarten Bambussamen und begann, sie täglich zu gießen.

Die Zeit verging, doch zu seiner Überraschung geschah nichts. Kein einziges grünes Blatt, kein Spross brach durch die Erde. Trotzdem hörte der Gärtner nicht auf. Er kümmerte sich weiterhin um den Boden, goss die Samen und sorgte dafür, dass sie genug Licht und Wärme bekamen.

Ein Jahr verging. Die Nachbarn begannen, ihn auszulachen. „Warum verschwendest du deine Zeit mit diesen Samen? Sie sind tot!“ Doch der Gärtner lächelte nur und sagte: „Ich vertraue darauf, dass sie wachsen werden. Alles braucht seine Zeit.“

Noch ein Jahr verging, und wieder zeigte sich kein Zeichen von Wachstum. Der Gärtner hatte manchmal Zweifel, doch tief in seinem Herzen wusste er: Der Bambus arbeitet im Verborgenen.

Dann, im fünften Jahr, geschah das Wunder. Innerhalb weniger Wochen wuchsen die Bambuspflanzen meterhoch in den Himmel. Ihre Stärke und Anmut waren überwältigend. Die Nachbarn staunten und fragten: „Wie ist das möglich? So plötzlich und so schnell?“

Der Gärtner antwortete: „Es war nicht plötzlich. Fünf Jahre lang hat der Bambus im Verborgenen gearbeitet. Er hat starke Wurzeln gebildet, um die Höhe zu tragen, die ihr jetzt seht. Ohne diese unsichtbare Arbeit hätte er niemals so wachsen können.“

Die Lektion für die geistige Gesundheit

Wie der Bambus brauchen auch wir Zeit, um im Inneren Wurzeln zu schlagen. Manchmal sehen wir keine unmittelbaren Ergebnisse unserer Bemühungen – ob es Therapie, Medikamente oder Selbstfürsorge ist. Doch tief in uns geschieht Wachstum. Wir entwickeln Stärke, Resilienz und Stabilität.

Wenn die Zeit reif ist, werden wir aufblühen, unser Potenzial entfalten und unser Leben mit Freude und Gesundheit erfüllen. Bis dahin dürfen wir geduldig und liebevoll mit uns selbst sein – so wie der Gärtner mit seinem Bambus. 🌱


Passend dazu noch ein Song der mir schon oft durch schwierige Zeiten geholfen und mir Mut gemacht hat:

Hier ist der Text

When I feel the fear come, I won’t run away
Even in valleys, Your presence is enough
When I feel the shaking, oh I will stand my ground
Oh Your presence is enough

You are with me
Father You’re for me
Fear will never conquer me
Oh I belong to Jesus
I’m never alone
I’m never abandoned
Oh fear you’ll never conquer me
I belong to Jesus

When I feel the pressure, I won’t run away
Even in tension, Your presence is enough
When I’m in the mystery, oh I will stand my ground
My God You are enough

Oh You are with me
Father You’re for me
And fear will never conquer me
‚Cause I belong to Jesus
I’m never alone
I’m never abandoned
Oh fear you’ll never conquer me
I belong to Jesus

Oh I belong, I belong

When the rain fell, when the floods came
When the wind blew, I was ok
‚Cause You were right there, You’re in every step I take
When the night falls, when my heart aches
If I stumble, I will not break
You’ll be right there, You’re in every step I take
Come on, sing that again

When the rain fell, when the floods came
When the wind blew, I was ok
You were right there, You’re in every step I take
When the night falls, when my heart aches
If I stumble, I will not break
You’ll be right there, You’re in every step I take

You’re my shepherd, You’re my keeper
My provider, my protector
You surround me, You’re in every step I take, I believe
You’re the goodness, You’re the constant
You’re my first love, and my future
You surround me, You’re in every step I take

Oh You are with me
Father You’re for me
Oh fear will never conquer me
‚Cause I belong to Jesus
I’m never alone
I’m never abandoned
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus

You’re my shepherd, You’re my keeper
My provider, my protector
You surround me, You’re in every step I take
Oh sing it out, You are
You’re the goodness, You’re the constant
You’re my first love, my whole future
You surround me, You’re in every step I take

Oh You are with me
Father You’re for me, You are
Fear will never conquer me
‚Cause I belong to Jesus, hey
I’m never alone
I’m never abandoned
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus

Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus
Oh fear you’ll never conquer me
Yes I belong to Jesus
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong, come on, speak to that giant in front of you tonight (To Jesus)
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus, I know whose I am
Fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to, oh fear you won’t (Jesus)
Fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus
Oh fear you’ll never con- (Conquer me)
‚Cause I belong to Jesus

And even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil (Come on, sing it)
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil
Even though I walk through the valley
Of the shadow of death
I will fear no evil

You’re my shepherd, You’re my keeper
My provider, my protector
You surround me, You’re in every step I take
Oh You are the goodness
You’re the goodness, You’re the constant
You’re my first love, my whole future
You surround me, You’re in every step I take

Oh You are with me
Father You’re for me
And fear will never conquer me
I belong to Jesus
I’m never alone
I’m never abandoned
Oh fear you’ll never conquer me
‚Cause I belong to Jesus


Viel Erfolg mit Ihrer neuen Strategie, dem Krisentagebuch. Für Ihren weiteren Weg in die mentale Gesundheit, alles gute!


Konsensrealität (zurück ins hier und jetzt)

Was ist real?

Als schizophrene Menschen neigen wir dazu uns in Gedankengebäuden und Systemen zu verlieren und abzudriften. Wir verlieren manchmal die Bodenhaftung und den Bezug zu dem was man „Konsensrealität“ nennt. Das Wort „Konsens“ bedeutet „Übereinkunft“. Philosophen durch die Jahrtausende haben sich den Kopf darüber zerbrochen was die Natur der Realität sei und eine eindeutige, endgültige Antwort und Gewissheit wird es (vermutlich) niemals geben. In ihrem Lied „schön ist der morgen“ singt Nana Mouskuri an einer Stelle: „Kommen und gehen, können die Stunden, alles verstehen kann der Mensch nie.“.

Wir alle konstruieren uns unsere eigene Realität, in jedem Moment aufs Neue, unser Gehirn stützt sich auf die Informationen die es durch die Sinneseindrücke bekommt, diese werden von unseren grauen Zellen weiterverarbeitet. Das Gehirn sammelt und verarbeitet also sensorische Daten aus der Umwelt, kombiniert sie mit Erinnerungen, Emotionen und Kontext, um ein zusammenhängendes Bild der Wirklichkeit zu schaffen. Hinzu kommen Vorhersagemodelle und der Abgleich von Sinneseindrücken mit gespeicherten Erinnerungen.

Unterschiedliche Gehirne erzeugen unterschiedliche Wahrnehmungen derselben Umwelt. Dies zeigt, dass Realität eine Mischung aus externen Reizen und interner Verarbeitung ist.

Diese Verarbeitung kann in einer Psychose eine ungewollte Dynamik entwickeln so dass wir mental abdriften und in einer „persönlichen Realität“ gefangen sind in der eine Diskrepanz zur Konsensrealität herrscht. Wir sehen, fühlen, hören, denken Dinge die die Allgemeinheit nicht denkt oder empfindet. Symptome einer paranoiden Psychose, wie Wahn, Derealisation, Halluzinationen und Stimmen hören können entstehen. Das hat weitreichende Folgen und kann je nach dem was man sich „zusammenspinnt“ eine ernste Gefahr für die mentale Gesundheit, das eigene Leib und Leben oder das anderer Menschen sein. Denken Sie nur an die Amokläufe wie den auf der Insel Utøya in Norwegen im Jahr 2011 durch Anders Breivik, die leider immer mal wieder auf der Welt stattfinden.

Paranoia

Paranoide Wahnvorstellungen können sehr beängstigend sein und oft real wirken.

Wahngebäude sind zudem sehr vielfältig. Es fällt aber auf das es ein paar Klassiker an Wahnvorstellungen gibt. Hier eine Auswahl:

  • Ich bin die Reinkarnation einer historischen Persönlichkeit
  • Ich bin der Messias
  • der Geheimdienst verfolgt mich
  • ich lebe in der Matrix
  • die Kollegen reden über mich
  • mein Nachbar will mich vergiften
  • jemand will mich umbringen
  • ich werde von einer höheren Macht bestraft
  • Eine dunkle Macht will mich vernichten
  • Getarnte Außerirdische leben unter uns
  • „Mein Handy wird abgehört.“
  • „Die Regierung hat einen Chip in meinen Körper implantiert.“
  • „Kameras in meiner Wohnung überwachen mich heimlich.“
  • „Ich bin Teil eines apokalyptischen Plans.“
  • „Engel oder Dämonen kommunizieren direkt mit mir.“
  • „Das Universum hat mich für eine besondere Mission ausgewählt.“
  • Dieses Lied im Radio hat etwas mit meinem Leben zu tun

Kommt ihnen das bekannt vor? Herzlichen Glückwunsch und willkommen im Club der Psychotiker!

Haben sie Angst verrückt zu werden? Keine Sorge, wenn sie denken sie seien verrückt ist das ein gesundes Zeichen für Selbstreflektion. Denn wenn sie wirklich in einen Wahn abdriften würden, es wäre ein unbewusster Prozess und Sie würden es nicht mitbekommen.

Natürlich sind diese Gedanken irrational und schädlich, aber sie haben eine starke mentale Sogwirkung und wir müssen uns dessen bewusst werden damit wir normal und gesund in dieser Welt agieren können. Denn der Wahn hindert uns daran das erfolgreiche und werteorientierte Leben zu führen dass wir eigentlich führen wollen. Wir verlieren wertvolle Zeit in der wir unseren Beruf verfolgen, einem Hobby nachgehen oder das Zusammensein mit unseren Liebsten genießen könnten.

Paranoia ist Zeitverschwendung und wir müssen uns von ihr lösen und lernen damit umzugehen.

Eine psychotische Episode aus meinem Leben.

2020 habe ich die Sommerferien mit ein paar Freunden in Kroatien am Meer im Haus meiner Mutter verbracht. Wir hatten eine schöne Zeit, sind an den Strand gegangen, haben Ausflüge gemacht, zusammen gegessen und getrunken und haben eine Bootstour auf dem Meer gemacht.

Leider begann ich zunehmend abzudriften und versank in meiner Gedankenwelt. Am Abend vor dem Rückflug nach Stuttgart driftete ich komplett in meine private Realität ab und schlief die ganze nacht nicht.

Am nächsten Tag befand ich mich in einer Traumwelt und alles war unheimlich, bedeutungsschwanger und fremdartig. Ich hatte eine schwere Psychose. Ich schaffte mit letzter Kraft den Flug und die Reise. Auf dem Weg vom Bahnhof nach hause wurde es zunehmend schlimmer. Ich war auf dem Heimweg und jedes Schild und jede Wahrnehmung hatte eine Botschaft an mich. Ich hatte den Gedanken ich müsse jetzt zu hause stundenlang Tai-Chi machen um wieder zu mir zu kommen. Ich versuchte es 5 Minuten dann war ich erschöpft und verlor mich in weiteren psychotischen Gedanken. Ich hängte den Fernseher ab, weil ich Angst hatte das google mich überwacht. Dann hatte ich den Gedanken ich sei Gott und das Äon sei zu Ende und ich muss das Universum neu erschaffen. Ich versuchte mit meinen Händen die Planeten des Sonnensystems zu formen um so ein neues Universum zu schaffen. Ich hatte den Gedanken ich sei mit negativer Energie aufgeladen und ich versuchte diese Energie gegen ein Auto zu lenken, dabei stand die Marke „Mercedes-Benz“ für eine finstere Macht die ich bekämpfen muss.

Ich hatte den Gedanken ich sei tot und ein Geist. Ich legte mich hin und hatte den Gedanken „so fühlt es sich an, wennn man in die Hölle kommt“. Dann hatte ich den Gedanken die einzige Möglichkeit meine Seele zu retten wenn ich eine Mission annehme. Die Aufgabe solle darin bestehen dass ich mich bei google als Informatiker einschleiche und dann eine große Enthüllung über digitale Überwachung mache die die Welt revolutioniert.

Das ging eine ganze Weile so und ich stürzte von einem instabilen Wahngebäude ins nächste. Um es abzukürzen: Zum Glück tat ich dann das einzig richtige und startete einen Chat mit einer Freundin, welche sofort erkannte dass ich eine schwere Psychose habe. Sie schrieb mir „Schau was real ist. Was kannst du anfassen?“. Später kamen meine Freunde die sie zusammengetrommelt hat und brachten mich ins Klinikum Ludwigsburg, wo ich dann langsam zur Ruhe kam. Irgendwann klang die Psychose ab und ich konnte wieder nach hause.

Eine solche Dramatik können psychotische Episoden entwickeln und es ist mir ein Herzensanliegen das es in der Lebenswelt anderer Menschen gar nicht erst zu solchen Auswüchsen kommt. Mit dem richtigen Wissen und der richtigen Einstellung.

Wahn erkennen

Als schizophrene Menschen brauchen wir einen eingebauten Warnblinker der aufleuchtet sobald wir paranoide Gedanken erkennen. Dieses Erkennen können wir lernen wenn wir es üben.

Das Erkennen („ah, hallo Wahngedanke“) ist der erste entscheidende Schritt. Dann kommt die Konsensrealität ins Spiel. Natürlich dürfen wir über uns und unsere Gefühlswelt nachdenken, aber es nicht übertreiben. Entscheidend ist es, dass wir uns immer wieder freundlich und gebetsmühlenartig ins hier und jetzt zurück holen. Was ist „Jetzt“, was ist „jetzt“ wichtig, was tue ich „jetzt“ gerade, was kann ich sehen, was kann ich anfassen, wie sehen die anderen Menschen im Bus oder im Büro aus, was ist real?

Was ist die Übereinkunft der Menschen über die Realität und wie komme ich dort hin? Realität ist wie bereits sehr beschrieben sehr subjektiv aber wir MÜSSEN uns immer wieder an der Konsensrealität orientieren wenn wir ein erfolgreiches Leben mit Schizophrenie leben und frei von psychotischen Ängsten sein wollen. Wir wollen glücklich sein und in dieser Welt „funktionieren“ und unsere Ziele verfolgen!

In der Konsensrealität gibt es kein Gefühl einer dunklen Bedrohung die uns schaden will weil der „Konsens“ ist: Wir sind nicht in Gefahr durch finstere Mächte. Es ist alles „stinknormal“.

Ich habe beispielsweise oft den Gedanken „irgendwas stimmt nicht“ oder „ist das eine Verführung des Satans?“ oder „hat dieses Plakat etwas mit mir zu tun“, oder „bin ich im Fegefeuer“, oder „ist das alles nur ein Test?“. Ich bin mir meiner Neigung zu Paranoia bewusst und deswegen hat sie keine Macht über mich denn ich beobachte interessiert und neutral meine Gedanken und hole mich immer wieder freundlich in die Konsensrealität zurück und das können Sie auch tun!

Es gilt sanft zu hinterfragen: „Welche Beweise habe ich dafür?“ oder „Könnte es auch eine andere Erklärung geben?“ Denken Sie: „Hallo Wahn, schön das du da bist. Danke aber dich brauche ich gerade nicht“, oder „Stopp, Psychose“, oder „danke, kenn ich schon“, oder „das kann man auch anders sehen“, oder „was würde mein Therapeut dazu sagen?“.

Es gibt für jedes Phänomen eine rationale Erklärung und eine Konsensrealität. Das muss uns jederzeit bewusst sein.

Wahngebäude überwinden

Mit der Zeit werden wir immer vertrauter mit unserem Wahn und lernen ihn zu erkennen als das was er ist: Private Realität der irrationalen, beängstigenden Gedanken. Sie sind nicht real!

Als wichtige Faustregel gilt: „Wenn es dir Angst macht, ignorier es!“. Fühlt sich dieser Gedanke wie eine dunkle Bedrohung an? Erkennen Sie die Qualität eines solchen Gedankens und Sie können lernen solche zu beobachten statt mit ihnen zu fusionieren (d.h. verschmolzen sein, siehe Artikel Acceptance Commitment Therapy)

Holen Sie sich immer wieder zurück in die Realität und wenden Sie sich SOFORT wieder dem zu was real ist, was JETZT wichtig ist, was Sie JETZT gerade tun. Es gibt eine Lebensrealität in der alles leicht und schön und einfach und gesund ist und wir müssen die erforderlichen Schritte gehen um in diese Realität zu gelangen.

Die gute Nachricht ist: Unser Gehirn ist plastisch und kann sich bis an unserer Lebensende neuronal neu vernetzen. Wir können unser Gehirn hin zur Konsensrealtät „erziehen“ und unsere „Software“ neu programmieren so dass wir besser in dieser aufregenden, spannenden Welt besser zurecht kommen und können anfangen das was das Leben uns bietet zu genießen.

Perspektive für die Gesellschaft

Ein Prozent aller Menschen auf der Welt haben mindestens eine psychotische Episode in ihrem Leben. Das sind 80 Millionen Menschen auf der Welt. 80-Millionen dramatische Einzelschicksale und (unnötiges) Leid in der Psychoseerfahrung.

Ich möchte das Bewusstsein dafür schärfen was eine Psychose ist und wie sie in das Leben von Menschen eingreift. Jeder Mensch sollte sich zumindest bewusst sein das es so etwas wie „Psychosen“ gibt, wie man sie erkennt und damit umgeht. So könnte man viel unnötiges Leid vermeiden. Schon in der Schule sollte jeder junge Mensch zumindest einmal davon gehört haben und vorgewarnt sein, dass so etwas auch in seinem oder ihren Leben passieren könnte und wie man Hilfe bekommt. Alles andere wäre grob fahrlässig!

Als ich 2006 meine erste Psychose an meinem Studienort in Ulm hatte, hat es ein Jahr gedauert bis ich professionelle Hilfe und eine Diagnose und Medikamente bekam. Denn: Ich wusste gar nicht was eine Psychose überhaupt ist (!) und so geht es auch vielen anderen neu erkrankten Menschen.

Psychosen werden zudem oft missverstanden und stigmatisiert, was die Betroffenen zusätzlich belastet. Ein häufiges Missverständnis besteht darin, das Schizophrenie mit „gespaltener Persönlichkeit“ in Verbindung gebracht wird, was ein völlig anderes Krankheitsbild ist.

Schizophrene Menschen werden nicht nur mit ihren Symptomen allein gelassen, sondern erfahren häufig auch soziale Ausgrenzung, Gewalt (in Psychiatrien) und Diskriminierung. Dieses mangelnde Verständnis führt dazu, dass viele Menschen erst spät oder gar keine Hilfe erhalten. Manchmal sogar mit tödlichen Folgen!

Wir alle können dazu beitragen, indem wir Vorurteile abbauen, offen darüber sprechen und die Betroffenen als Teil unserer Gemeinschaft anerkennen. Dazu möchte ich mit diesem Blog einen Beitrag leisten.