Mach was dir gut tut

Hier kommt ein sehr wichtiger Artikel (ich benutze in diesem Artikel das „du“).

Warum ist es manchmal so schwierig positiven Handlungsimpulsen zu folgen? Vielleicht kennst du das. Du liegst auf der Couch und denkst „Eine Tasse Tee würde mir jetzt gut tun, oder ein Spaziergang oder ich könnte singen oder ein Bild anfangen“. Dann ist da aber eine innere Barriere, ein Widerstand. Dieser wird auch oft als der „innere Schweinehund“ bezeichnet. Ich habe einfach „keine Lust“ und stecke in einem Glasgefängnis und bleibe lieber liegen obwohl ich genau weiß das es besser für mich wäre etwas zu tun. Bei sportlichen Ambitionen merkt man das auch sehr deutlich. Viele Menschen haben Probleme sich zum Sport zu motivieren, dabei weiß jedes Kind wie gut es für die Psyche ist sich zu bewegen.

Was steckt dahinter? Wahrscheinlich liegt der Barriere eine tief sitzende Angst zu scheitern zu Grunde, Angst vor Veränderung, Angst wir könnten uns in der Aktivität unwohl fühlen, manchmal auch Angst vor Erfolg (so seltsam das klingt). Erfolg führt nämlich fast immer zu Veränderungen. Wir müssten unsere Komfortzone verlassen. Das Gehirn liebt Bekanntes und Sicherheit, selbst wenn der aktuelle Zustand unbefriedigend ist. Das Unbekannte, das der Erfolg mit sich bringt, wird als Bedrohung empfunden und genau das ist das Problem. Wir sabotieren uns selbst.

Was hindert uns daran die positive Aktivität zu beginnen? Wenn es keinen Spaß macht und wir die Aktivität abbrechen, wir wären genauso dran wie vorher, aber hätten es zumindest versucht. Wichtig: du darfst jederzeit die Erfahrung machen dass Abbrechen erlaubt ist. „Scheiter heiter“, sagen wir im Impro. Diese Einstellung wird die Hürde zur Aktivität schon mal etwas senken. Die Erlaubnis zu scheitern und merken es passiert nichts schlimmes kultiviert eine bessere Einstellung gegenüber den Dingen die dir gut tun.

Was uns die Veränderung auch schwer macht sind unrealistische Ziele, zum Beispiel „Ich werde mein Leben jetzt radikal ändern, jeden Tag Sport machen, mich gesund ernähren und und und“. Damit türmen wir uns eine Riesen Todo Liste auf und die Wahrscheinlichkeit ist groß dass wir am Ende nichts davon erreichen, aufgeben und auf der Couch liegen bleiben wie wir es gewohnt sind.

Manchmal machen wir auch einen Entscheidungskampf daraus. „Heute MUSS ich Sport machen, mein Leben hängt davon ab, ich DARF nicht im Bett bleiben. Mein Leben hängt davon ab“. Dann denke ich „ach, ist doch zu schwer, ich bleibe zuhause, ich schaff das nicht“. Ich führe einen inneren Kampf und genau dieser ist das Problem.

Treffe richtige Entscheidungen mit Leichtigkeit und Freude! Dafür brauchst du die richtige Einstellung.

Es sind kleine Schritte die zum Ziel führen. Babyschritte. Der Erfolg kommt nach und nach mit der Zeit. Erobere dir deinen Alltag zurück, jeden Tag wirst du nur ein kleines bisschen besser. Es ist die langfristige Veränderung und Entwicklung die wir anstreben. Wir müssen nicht perfekt sein und dürfen nachsichtig mit uns sein wenn es nicht klappt.

Mach was dir gut tut. Mach dir klar dass du deinem Schweinehund und deinen Gedanken nicht ausgeliefert bist, denn: „Es ist deine Entscheidung“. Ich komme in letzter Zeit gut in meine Aktivität und in meinen Tagesplan mit Morgenroutine, Malstunde, Pausenstruktur, Sport und Musik machen. Ich bin realistische commitments (Handlungsverpflichtungen) eingegangen und gehe zum Beispiel 3 mal die Woche ins Fitness gehen. Ich halte mich größtenteils an meine Morgenroutine und meinen Tagesplan. Es gibt aber auch Faulenztage wo ich die Struktur verlasse, das ist völlig OK!

Wenn wir ein „commitment“ haben ersparen wir uns die stundenlange innere Diskussion darüber ob wir die Aktivität nun machen wollen oder nicht. Wir vermeiden den Kampf, den struggle, das innere Tauziehen. Vor allem: Wir sparen sehr viel Energie, welche wir sinnvoller einsetzen können um unsere Ziele zu verfolgen.

Wir machen sie einfach, denn, wir haben uns uns selbst ein Versprechen gegeben die Dinge zu tun von denen wir wissen dass sie uns gut tun, wie zum Beispiel Sport treiben oder einem kreativen Hobby nachgehen.

Am Beispiel Fitness: wenn du mal eine ruhige Minute hast visualisiere vor deinem inneren Auge, wie du zur Sporttasche greifst und dich auf den Weg machst, spiele die Situation im Fitness immer wieder mental durch und stell dir vor wie du dort bist und die Geräte bearbeitest und wie die Zeit auf der Uhr des Ergometers vergeht. Stell dir vor wie du dich die ersten 5 Minuten durchbeißt, wie leicht es sich dann anfühlt, stell dir deine brennenden Muskeln anfühlen und freue dich darüber, stell dir vor wie du glücklich dein Trainingsziel erreichst und erschöpft und zufrieden nach hause trabst. Je öfter du dieses Szenario, dieses Mentaltraining absolvierst desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit dass es Realität wird, wir erschaffen uns mit unserer Vorstellungskraft unsere Realität.

Der Moment, der innere Mechanismus, der mentale shift von „ich bleibe liegen“ hin zu „ich gehe in die Aktivität“ fasziniert mich und als ich damit anfing, war ich verblüfft wie leicht es plötzlich ist das richtige zu tun, wenn man das richtige mindset hat. Diese Erfahrung kannst du auch machen!

Ich schaffe nun immer öfter meine Tagesstruktur und gehe wichtige Schritte in die mentale Gesundheit. Ich merke wie leicht es ist das richtige zu tun. Ich denke: Ok, ich darf mich jederzeit von meinem Plan entfernen und darf rumliegen so viel ich will. Kein Problem, mein Leben ist nicht in Gefahr und ich mache mir keinen Druck.

Ich habe aber die Wahl. Ich kann mich auch entscheiden stattdessen in die Aktivität zu gehen. Es ist meine Entscheidung! Ich bin kein Sklave meiner inneren Widerstände und Ängste mehr. Ich verlasse das Glasgefängnis. Ich hatte früher oft Widerstände vor dem singen und habe es lange vernachlässigt. Gestern habe ich abends eine Stunde gesungen und es hat sich sehr gut angefühlt. Keine blöden Gedanken. Wenn wir das richtige tun dann sind wir stolz auf uns, es kann sich zwischendurch etwas unangenehm anfühlen. Das ist normal!

Auch Sport kann sich unangehm anfühlen. Mein Tipp: Genieße das unangenehme Gefühl! JETZT tust du was für deine Gesundheit! Ein bisschen Quälerei ist gut für dich! Danach wirst du dich gut fühlen und stolz auf dich sein und bekommst die Belohnung in Form eines besseren psychischen Wohlbefindens, einem Erfolgserlebnis und mehr Selbstwirksamkeit. Hol dir die Belohnung!

Was auch immer die Aktivität die dir gut tut (oder erledigt werden muss) ist, sei es Aufräumen, Papierkram machen, Essen machen, Zähne putzen, duschen, ein Bild malen, musizieren, basteln, häkeln, Sport machen, Tee kochen – mach dir klar: „Es ist deine Entscheidung“, entscheide dich richtig.

Ganz am Anfang müssen wir uns vielleicht ein bisschen Zwingen, aber das lohnt sich! Das schöne ist, dass sich diszipliniertes Verhalten sehr gut erlernen lässt, je öfter wir innere Barrieren überwinden desto leichter wird es. Das gilt in allen Lebensbereichen. Mit der Zeit führen wir weniger innere Kämpfe und Diskussionen und wenden uns immer leichter und selbstverständlicher unseren Aktivitäten und Zielen zu. Das widerum führt uns in eine positive, angenehme, stinknormale Lebensrealität und zu einem lebenswerten Alltag. Ohne Aktivität geht es nicht.

Wir merken wir haben Erfolg, wir merken dass wir selbstwirksam sind und unser Leben in die Hand nehmen können. Wir kriegen unser Leben auf die Reihe. Wir merken dass wir gesund werden, langfristig. Wir haben Zeit, alle Zeit der Welt um gesund zu werden und wenn es mal nicht klappt dürfen wir nachsichtig und selbstfürsorglich mit uns umgehen.

Manchmal können sich Aktivitäten zwischendurch unangenehm anfühlen, das geht mit der Zeit vorbei, das gilt es erst mal auszuhalten. Dein Gehirn lernt nach und nach dass es in der Aktivität weniger Energie verbraucht als beim Rumliegen auf der Couch und grübeln.

Wage den Shift. Habe Mut zur Veränderung. Das Leben wird dich belohnen. Raff dich auf, tritt dir in den Hintern, in der Gewissheit dass dir die Aktivität langfristig gut tun wird. Treffe jeden Tag kleine, wichtige Entscheidungen. In der Summe werden Sie dich in eine gesunde Lebensrealität führen. Es ist realistisch, es ist im Rahmen deiner Möglichkeiten. Du verdienst ein Leben in Glück, Aktivität und Freude, hol es dir und lege den Schalter um. Stell dir die Frage „Willst du wirklich gesund werden?“. Wenn ja, dann entscheide dich dafür etwas dafür zu tun und dich weiterzuentwickeln. Zu wachsen. Übernehme Verantwortung für dein Leben, denn du bist für dein Glück selbst verantwortlich. Die Belohnung für diesen Prozess ist Gesundheit und Lebensfreude. Betrachte jeden dieser kleinen Schritte als einen Sieg.

Die Seele will gesund werden.

Da gibt es eine positive, glückliche, werteorienterte Lebensrealität die leicht und schön ist. In diese wollen wir gelangen. Es wird ein langer Weg, aber dieser Weg lohnt sich! Mach dich auf die Reise. Mach was dir gut tut. Du hast die Kraft dazu! Du packst das!

Ziele formulieren mit der SMART Methode

Ziele zu haben ist für unsere Reise in die mentale Gesundheit sehr wichtig. Wer Ziele hat ist motiviert morgens aufzustehen und hat Energie und Fokus die Dinge zu tun, die ihm/ihr wirklich wichtig sind und auf was es im Leben ankommt. Ziele zu erreichen schafft Selbstvertrauen, Erfüllung und gibt dem Leben einen Sinn. Jedes erreichte Ziel gibt uns ein Gefühl des Erfolgs und wir sind motiviert weiter zu machen. Wir bemerken dass wir als Person uns weiterentwickeln und nach einem glücklichen, erfolgreichen Leben streben

Ziele leiten sich aus Werten ab. Meine Werte sind zum Beispiel:

  • Mental und physisch stark sein
  • Gute Beziehungen zu anderen Menschen
  • Kreativität

Aus dem ersten Wert leite ich bsp. das Ziel ab: Ich gehe 3 mal die Woche für eine Stunde ins Fitnessstudio.

Die SMART Methode

Es ist bei der Formulierung von Zielen entscheidend einige Kriterien anzulegen, damit wir Erfolg haben. Hierbei hilft die SMART Methode. Smart ist hierbei ein Akronym welches bedeutet

S (spezifisch) – Ist es spezifisch? Machen Sie es konkret: zum Beispiel, diese Woche gehe ich 3 mal für 30 Minuten joggen

M (messbar) – Kann ich den Fortschritt messen? Wenn ich 3 mal joggen war kann ich messen dass das Ziel erreicht ist.

A (attraktiv) – Ist das Ziel attraktiv für mich? Entspricht das Ziel meinen Werten?

R (realistisch) – Ist es realistisch erreichbar? Ein realistisches Ziel ist herausfordernd, aber nicht entmutigend. Es sollte in Ihrer Macht liegen, es zu beeinflussen.

T (terminiert) – Gibt es ein festes Enddatum? Ein terminiertes Ziel wäre: „Ich schreibe bis zum 31. Dezember 2025 den ersten Entwurf meines Romans.“ Ein klarer Zeitrahmen schafft Dringlichkeit und verhindert, dass du dein Ziel immer wieder aufschiebst.

Ziele sind der Motor unseres Lebens. Sie treiben uns an, geben uns Orientierung und ermöglichen es uns, unser volles Potenzial auszuschöpfen und ein sinnvolles Leben zu führen.

Legen Sie sich ein Dokument auf dem PC an oder schnappen sich einen Zettel und formulieren Sie Ihre persönlichen Ziele. Sie können die Ziele in zeitlichen Kategorien einteilen

Beispiel

Hier ist meine Zieleliste von heute morgen

Tagesziele

  • Morgenroutine und Malstunde schaffen
  • ins Fitness gehen, Geräte schaffen und eine Stunde Fahrrad
  • einen Blogartikel über Ziele veröffentlichen
  • Mit meinem Kumpel Schach spielen

Wochenziele

  • Jeden Werktag Morgenroutine schaffen
  • 3 mal ins Fitness (mit Geräten)
  • keine Schokolade, Chips und Cola. Omlette und Reis essen
  • ein mal in die Bibliothek gehen und neue Comics holen

Mittelfristige Ziele

  • rauchfrei-info account erstellen
  • Buchmanuskript abschließen
  • ICF-Kirche Worship Audition vorbereiten
  • in der Kirchenband im Gottesdienst singen
  • Eine Theatervorstellung besuchen
  • 100 Insta Follower bekommen
  • 10 E-Mailadressen für Newsletter sammeln

Langfristige Ziele

  • Flyersets machen und an Psychiater schicken (2026)
  • Therapeutikum Langzeittherape in Heilbronn machen (2026)
  • Homerecording Projekt fertig machen und youtube Video produzieren (2026)
  • Nach Kroatien reisen (2027)
  • einen Job als UX Designer finden (Praktikum)
  • Ex-In machen (2027)
  • einen Coaching Kurs machen
  • Mental Health Coach werden und eigene Website erstellen (2027)
  • in die Musikschule gehen
  • Schulden zurückzahlen (2026)
  • mit meiner Schwester Lucija nach Thailand reisen
  • eine Freundin finden
  • ins Karate beim MTV gehen

Ziele zu formulieren ist für psychisch Kranke Menschen sehr wichtig, das gilt aber natürlich auch für gesunde Menschen.

Viel Erfolg beim formulieren und erreichen Ihrer persönlichen Lebensziele mit der SMART Methode.

Die Zauberstab-Methode

Auf unserer Reise in die geistige Gesundheit sehen wir uns oft mit festgefahrenen Denkmustern und Verletzungen der Vergangenheit konfrontiert. Wir wollen unsere Ziele verfolgen, aber wenn wir immer wieder zwanghaft in der Vergangenheit graben oder uns Sorgen um die Zukunft machen ist das gar nicht so einfach. Wir landen auf der Couch, wir grübeln, wir versuchen mit Ängsten und seelischen Schmerzen so gut umzugehen wie es eben geht, aber der Blick auf das Wesentliche, dass was uns wirklich im Leben weiterbringt (das werteorientierte Leben) ist uns oft verstellt. Wir sind fixiert auf unser inneres Erleben und werden mut- und kraftlos. Wir denken über das alles nach was NICHT gut läuft.

Hier kann für einen schnellen Perspektivwechsel und das Ausbrechen aus unserem Denk-Tunnel die Zauberstabmethode Erleichterung verschaffen. Die Idee ist ganz einfach: Wie würde ich mich fühlen und was würde ich denken wenn ich plötzlich ganz gesund wäre? Was wäre wenn mich der Zauberstab berührt und im Handumdrehen alles in Ordnung wäre? Welche Ziele würde ich verfolgen und wie? Was wären die nächsten Schritte um nach meinen Werten zu leben? Wie würde ich über diesen Schritt nachdenken? Wie würde ich mich fühlen? Wie würde ich nachsichtig und fürsorglich mit mir selbst umgehen?

Was würde ich im Alltag tun damit es mir besser geht? Wozu hätte ich jetzt neuen Mut und neue Kraft? Wie würden meine sozialen Beziehungen aussehen und wie würden sie ggf. heilen? Stellen Sie sich vor wie sich das anfühlen würde. Wie begegne ich der Realität`? Wie würde sich eine gesunde Verbindung mit der Realität anfühlen? Wie denken Sie über diese damit sie sich normal anfühlt?

Wie denken Sie über Ihren Körper wenn Sie ganz gesund sind? Können Sie ihn akzeptieren, ihn wertschätzen oder sich einfach nur freuen darüber ihn geschenkt bekommen zu haben? Was würden Sie positives für Ihren Körper in Angriff nehmen (zum Beispiel rauchen aufhören, ins Fitness gehen, sich gesünder ernähren)

Wie wäre Ihre Beziehung zu Gott oder dem Universum? Wie würden Sie über Ihre Arbeit denken, wie sähe eine gute Selbstfürsorge aus? Welche positiven Denkmuster würden sich bilden, die Ihnen den Alltag erleichtern? Wie würden Sie auf Stress und Misserfolge besser reagieren? Wie würden Sie alte Wunden und ungelöste Probleme besser akzeptieren? Wie wäre Ihre Einstellung zum Thema Geld?

Wie würde sich mehr Achtsamkeit in deinem Leben anfühlen, was würden Sie über sich als Mensch denken? Wie würden Sie den Himmel betrachten und was würden Sie dabei denken? Ist da Freude und Geborgenheit? Ein Verbindung zu allen Menschen auf der Welt? Ist da Wertschätzung und eine positive Zukunftsperspektive?

Wie würde es sich anfühlen wenn Sie diese Dinge hätten

  • Hoffung
  • Gelassenheit
  • Frieden
  • Mut
  • Geduld
  • Nachsichtigkeit
  • Freude am Leben und an der Arbeit
  • Langmut
  • Disziplin
  • Freude
  • eine Perspektive für die Zukunft
  • Krankheitsakzeptanz
  • die Fähigkeit innere schmerzliche Erlebnisse zu beobachten und vorbeiziehen zu lassen.

Alles was uns von unseren eingeschleiften, negativen Denkmustern weglockt, hin in eine leichte, angenehme Lebensrealität, ist erst mal positiv. Die Zauberstab-Methode kann helfen einen neuen Weg in Richtung Gesundheit zu schlagen und die nächsten positiven Schritte in diese Richtung klarer zu greifen. Sie gibt uns Orientierung und hilft uns in stürmischen Zeiten den Weg der vor uns liegt klarer zu sehen und die Zukunft mit einem guten Gefühl anzugehen. Jeder Mensch hat positive und negative Denkmuster die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben. Ihr gesundes „Ich“, ist immer da auch wenn Sie es manchmal nicht spüren können, jedoch können wir dieses gesunde „ich“ stets aktivieren, wann immer wir es wollen und die Zauberstabmethode kann uns dabei helfen. Sie wird nicht über Nacht alle Ihre Probleme lösen, aber sie kann uns einen Impuls in die richtige Richtung geben. Weg vom Grübeln und analysieren und hin zu Leichtigkeit und Freude.

Es geht nicht unbedingt darum realistische Lösungen zu finden sondern die Blockaden die wir in unserem Kopf haben zu überwinden. Kranke, alte, unnötige Denkmuster zu lockern und eine neue, gesunde Perspektive zu entwickeln.

Ich habe in diesem Blog schon mehrmals die Themen Werte und Ziele genannt. Diese sind ausschlaggebend dafür dass unsere Reise in die geistige Gesundheit vorangeht. Wenn ich keine Ziele habe dümpel ich durch den Tag und fühle mich oft kraft- mut- und orientierungslos. Ich weiß nicht was ich mit meiner Zeit anfangen will. Ich kann mich aber entscheiden aus meinen persönlichen Werten (siehe der Wertekompass) Ziele abzuleiten. Ziele für den Alltag, die Gesundheit und meine berufliche Perspektive. Ziele zu verfolgen und zu erreichen ist der beste Weg um das Leben zu meistern und erfolgreich mit Schizophrenie zu leben (gilt aber auch genauso für gesunde Menschen). Es macht uns klar was uns wirklich wichtig ist im Leben und wie wir im Alltag handeln sollen. Werte und Ziele sind das Fundament eines glücklichen Lebens!

Selbstversuch mit der Zauberstabmethode

Wie würde ich mich heute fühlen und was würde ich tun wenn ich ganz gesund wäre? Zunächst würde ich mich darüber freuen dass ich so gut schlafen kann. Ich würde mich freuen dass ich diese Woche super hinbekommen habe und 3 mal im Sport war. Ich würde mich freuen über mein Buchprojekt. Heute habe ich 2 Termine, ein Testcoaching und den Ex-Wirte Treff im Studentenclub, diese lasse ich locker auf mich zukommen und freue mich darüber. Ich werde Spaß haben und wieder etwas erleben und Freunde treffen. Ängste und Sorgen klingen ab und die Vorfreude überwiegt! Ich brauche mich nicht zu fürchten. Ich denke daran wie gut mir der Sport diese Woche getan hat und gehe das commitment ein ab nächster Woche das Krafttraining dazu zu nehmen. Da halte ich mich daran und freue mich darüber das es gelingen wird. Krafttraining ist gut für meine Gesundheit und mein Gehirn. Ich gehe heute den ersten Schritt in ein rauchfreies Leben und melde mich bei der Infoseite an und erstelle einen Account. Ich denke über meinen Kontostand nach und entscheide mich ab jetzt fleißig zu sparen und nichts mehr zu bestellen. So komm ich mit dem Geld besser klar und habe genug für diesen Monat. Ich freue mich auf das Wochenende und werde wieder Freude am Lesen haben. Ich fühle mich frisch, mutig, gelassen und energiegeladen. Schatten dürfen kommen und gehen, ich habe die richtige Einstellung und gehe nachsichtig und fürsorglich mit mir um. Ich akzeptiere alle schwierigen, inneren Erlebnisse und gehe achtsam durch den heutigen Tag. Ein tiefes Gefühl der Relaxtheit und der Gelassenheit macht sich in mir breit und ich fühle dass ich auf lange Sicht gesund werde. Die Seele will gesund werden.

Viel Erfolg mit der Zauberstab Methode! Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie gerne in die Kommentare oder schreiben mir eine E-Mail. Ich freue mich darüber.

Seelischen Schmerz zulassen

Ich habe die letzten 2 Jahre und vielleicht auch noch lange davor sehr viel Energie damit verschwendet schwierige innere Erlebnisse zu vermeiden und unterdrücken zu wollen. Ich habe mittlerweile verstanden dass das nicht so gut funktioniert. Ich wollte einfach nicht wahr haben das ich psychisch eingeschränkt bin und solche Gedanken habe. Ich war ständig dabei mich zu beobachten, war auf mein Seelenleben fixiert, habe versucht schlechte Gedanken und Gefühle auszumerzen und war immer wieder enttäuscht dass die Gedanken doch wieder kommen, das hat mich entmutigt und erschöpft und den Fokus auf „ich habe schlechte Gedanken, ich bin immer noch krank“ gelegt. Ich dachte „oh nein wieder ein unwohl-fühlen. Was für ein Alptraum“. Ich hatte eine „man kann alles schaffen wenn man es nur will“-Einstellung, die mich nicht weitergebracht hat. Diese Einstellung habe ich auch in meinem Blog und im Gespräch mit Klienten propagiert. Das war ein Fehler, wie ich nun einsehe. Psychische Erkrankung und Genesung lässt sich nicht auf die reine Willenskraft und positives Denken reduzieren. Es ist wesentlich komplexer.

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen meine schwierigen inneren Erlebnisse konsequent zuzulassen, was mein psychisches Wohlbefinden sehr verbessert hat. Ich denke „ah, hallo schlechtes Gefühl! Du darfst jetzt da sein. Passiert nichts schlimmes“. Ich denke oft „Ich bin nicht in Gefahr“. Wir können die Welle der Emotion nicht aufhalten, aber wir können lernen auf ihr zu surfen. Das ist eine Frage der inneren Einstellung und der Akzeptanz. Wir können schlechte Gedanken nicht vermeiden, die Frage ist – wie gehe ich damit um? Wie reagiere ich auf den Gedanken? Wie gehe ich auf Distanz und in die Rolle des gelassenen Beobachters?

In der Acceptance Commitment Therapie (ACT) gibt es dazu eine sehr schöne Metapher. Stellen Sie sich vor sie haben einen „Angst Thermostat“ mit einer Skala von 1 bist 10 (10 ist sehr große Angst). Nehmen wir an er steht auf einer 8. Ich kann versuchen ihn auf eine 2 einzustellen (unterdrücken). Dann wird sich das Gerät sehr schnell wieder auf einer 8 einpendeln.

Anders sieht es aus wenn wir unseren „Bereitschafts-Thermostat“ einstellen. Also unsere Bereitschaft und Fähigkeit alles zuzulassen und zu akzeptieren was wir denken und fühlen. Wenn wir das tun, dann können wir bemerken dass sich der Angstlevel auf einem niedrigen Niveau einpendelt.

Ich habe es ausprobiert und es funktioniert! Mit dieser Einstellung lässt sich sehr viel (unnötiges) psychisches Leid vermeiden und ich empfehle wärmstens sich weiter mit ACT zu beschäftigen, der aktuell modernsten Therapieform. Hier mein Artikel dazu.

Lassen Sie ihre schmerzlichen inneren Erlebnisse zu, während sie durch den Tag gehen und Ihre Ziele verfolgen, sie werden sich mit der Zeit deutlich besser fühlen. Akzeptieren Sie das Ängste und Sorgen (noch) zu Ihrem Leben dazugehören und versuchen nicht Sie auzumerzen, zu vertreiben oder kontrollieren zu wollen. Unsere Denkmaschine im Kopf spielt gerne „Gefühlspolizei“: Dieser Gedanke ist ok, dieser Gedanke ist verboten. Nehmen Sie stattdessen einfach freundlich und interessiert wahr was vor Ihrem inneren Bildschirm auftaucht und wenden sich dann weiter Ihrer Aktivität zu.

Lassen Sie auch die Gedanken darüber was der Tag oder die Zukunft bringt alle zu. Sie wissen nicht, wie Sie sich später fühlen werden. Vielleicht wird es besser als erwartet?

Auch beim Umgang mit Zwangsgedanken hilft diese Akzeptanz sehr gut wie ich feststelle. Schatten dürfen kommen und gehen. Psychische Stärke gewinnt man nicht mit Stress und Druck, sondern durch Zulassen und Loslassen. Deswegen habe ich sehr oft den Gedanken „Lass es los“.

Aromatherapie

Aromatherapie ist eine Form der komplementären Heilkunde, bei der ätherische Öle aus Pflanzen eingesetzt werden, um Körper, Geist und Seele zu unterstützen.

Grundprinzip:
Die Düfte ätherischer Öle wirken über den Geruchssinn direkt auf das limbische System im Gehirn – das ist der Bereich, der Gefühle, Erinnerungen und Hormone steuert. Dadurch können sie Einfluss auf Stimmung, Entspannung, Schlaf und sogar körperliche Prozesse nehmen.

Aromatherapie ersetzt keine Medikamente oder Arztbesuche, kann aber ergänzend wirksam sein um Ihre mentale Gesundheit zu unterstützen. Es ist auch eine Form des achtsamen Genusses, die wohltuenden Düfte auf sich wirken zu lassen – das kann Ihnen helfen sich in den jetzigen Moment zurückzuholen statt sich Gedanken über Vergangenheit und Zukunft zu machen. Gerade wenn Sie sich entspannen wollen, zum Beispiel in der Mittagspause kann es ein schönes Ritual sein, die Duftlampe anzumachen und die ätherischen Öle zu genießen. So signalisieren Sie Ihrem Körper dass es jetzt Zeit ist für Entspannung.

Eine Duftlampe finden Sie zum Beispiel bei Amazon: Duftlampe

Als Duftöle sind empfehlenswert Rosenöl und Lavendelöl. Diese wirken beruhigend und angstlösend. Rosmarin oder Pfefferminze sind nicht so empfehlenswert da sie eher anregend auf das Nervensystem wirken

Aromatherapie kann Ihr Wohlbefinden auf sanfte Weise steigern und Ihren Schlaf fördern. Es ist allerdings keine primäre Behandlungsform und ersetzt keinen Arzt oder Medikamente.

Probieren Sie es aus!

Tagesstruktur etablieren

Man hat es sicher schon 100 mal gehört, eine Tagesstruktur ist wichtig für die psychische Gesundheit. Sie reduziert Stress, sorgt für Orientierung, gibt Halt und fördert das allgemeine Wohlbefinden. Sie hilft, unsere richtigen, werteorientierten Handlungen auszuführen und wir müssen uns weniger Gedanken machen und Energie verschwenden wie wir unseren Tag gestalten. Durch das konkrete, schriftliche commitment kann ich es schaffen Widerstände zu überwinden und den Aktivitäten nachzugehen von denen ich weiß dass sie mir gut tun, es unterstützt die Disziplin die ich brauche um gesund zu werden.

Wenn Sie gerade berufstätig sind, so wird das ihren Tag automatisch etwas strukturieren. Wenn nicht, schnappen Sie sich einen Zettel oder legen eine Datei auf Ihrem Computer an und erstellen einen konkreten, flexiblen Tagesablauf und versuchen Sie sich an ihn zu halten.

Es kann ein, zwei Wochen dauern bis man in den Rhythmus kommt, bleiben Sie dran. Es lohnt sich! Seit ich meine Tagesstruktur etabliert habe geht es mir mental wesentlich besser und ich freue mich schon am morgen auf den kommenden, erfolgreichen Tag. Die Struktur wird Ihnen helfen Ihren Alltag besser zu meistern und erfolgreicher zu sein. Wenn Sie wirklich gesund werden wollen und bereit sind alles dafür zu tun, dann brauchen Sie ebenfalls einen Tagesplan.

Beispiel

Hier ist meine Struktur die ich für Wochentage etabliert habe und die mich durch meinen Alltag trägt

  • 5 Uhr aufstehen, Kaffee, Tagebuch, Youtube
  • 6 Uhr 30 Morgenroutine (Medis nehmen, Spaziergang, aufräumen, duschen, Frühsport, meditieren/beten, frühstücken)
  • malen
  • 10 Uhr Pause
  • Lesen/einkaufen
  • 11 Uhr 30 kochen und essen
  • Mittagsschlaf
  • 14 Uhr Sport
  • lesen/fernsehen
  • 17 Uhr Pause
  • 30 Minuten singen
  • 15 Minuten Keyboard spielen
  • 30 Minuten Gitarre spielen
  • Freizeit (lesen, fernsehen, spielen)
  • 21 Uhr schlafen

Früh aufstehen

Am Morgen ist mein Geist am klarsten und ich bin am produktivsten. Am Liebsten blogge ich in den frühen Morgenstunden. Ich genieße den ersten Morgenkaffee, schreibe Tagebuch und fülle meinen Kopf mit meinen liebsten, positiven Youtubevideos. Probieren Sie es aus!

Dann beginnt meine Morgenroutine, die ich immer gleich ausführe und die in der Regel um 6 Uhr 30 beginnt: Spaziergang, duschen, Frühsport, meditieren, beten, frühstücken. Sie gibt mir Halt um in den Tag zu starten und ich muss mir keine Gedanken machen was ich mit meiner Zeit anfangen will.

Flexibilität

Mein Tagesplan ist flexibel und er muss nicht perfekt ausgeführt werden. Manche Tagespunkte haben eine feste Uhrzeit, andere folgen frei aufeinander und der Ablauf ist flexibel. Das macht ihn erfolgreich und realistisch.

Pausen

Zuviel auf der couch liegen und grübeln sollten Sie vermeiden, aber Pausen sind wichtig. Ich mache eine vormittagspause, eine größere Pause (1h) nach dem Mittagessen und eine abend/nachmittagspause um 17 Uhr. Beachten Sie die Tipps aus diesem Artikel (Richtig entspannen). Setzen Sie sich einen Timer, damit die Liegezeit begrenzt bleibt und Sie sich danach wieder einer Aktivität zuwenden.

commitment

Geben Sie sich selbst das Versprechen, sich an Ihren Tagesablauf zu halten, mit dem Ziel dass es Ihnen langfristig psychisch besser geht. Bleiben Sie realistisch, freuen Sie sich über Ihre Erfolge, versuchen Sie 80% richtig zu machen. Belohnen Sie sich nach einem erfolgreichen Tag, zum Beispiel mit einer Tafel Schokolade oder einem alkoholfreien Bier.

Drucken Sie sich Ihren Plan aus und kleben Sie es an eine Wand wo Sie ihn gut sehen können.

Überprüfen Sie Ihren Plan regelmäßig und nehmen Veränderungen vor, wenn nötig.

Viel Erfolg mit Ihrem Tagesplan!

Nachsichtig mit sich sein

Ich bin ein ambitionierter Mensch und manchmal etwas hart zu mir. Ich habe den tiefsitzenden Glaubenssatz etwas leisten zu müssen um Liebe und Anerkennung zu bekommen. Ich habe mir Gedanken über meine Werte gemacht, halte mich größtenteils an meinen Plan und habe Ziele die mich dem Leben meiner Träume und meiner mentalen Gesundheit näherbringen. Ziele sind sehr wichtig. So weit so gut.

Es kann aber passieren dass man commitments (Handlungsverpflichtungen) die man eingegangen ist bricht und dann doch wieder auf der Couch landet statt etwas sinnvolles zu tun. Es kann passieren dass man einen Termin aus Angst absagt, das man sich entscheidet lieber auszuruhen statt Sport machen zu gehen oder zu singen oder ein Bild anzufangen. Man hat einfach keine Kraft und keine Lust.

Ich fordere viel von mir und bin manchmal unnachsichtig mit mir und wenn ich mal zu erschöpft bin und ein paar Stunden einfach nur rumliege verurteile ich mich. Ich habe den Gedanken „Kein Wunder dass es dir schlecht geht, wenn du wieder mal nur rumliegst! Wie solls dir schon gehen!“

Mein Tipp den ich selbst lernen musste: Seien sie nachsichtig mit sich. Wenn mal ein Termin, eine Verabredung nicht klappt, oder etwas schief geht, Sie eine Aktivität abbrechen, Sie zuhause bleiben oder früher gehen müssen weil sie zu große Angst haben: das darf passieren! Seien Sie nicht böse mit sich. Auch mal etwas abzusagen kann auch ein Ausdruck von Selbstfürsorge sein und die ist erst mal positiv. Überfordern aber unterfordern Sie sich auch nicht. Entscheiden Sie von Fall zu Fall ob Sie die Zähne zusammenbeißen und durch die Erfahrung gehen oder lieber liegen bleiben. Es muss eine Balance geben.

Sie sind nur ein Mensch und Menschen haben Fehler und Schwächen. Seien Sie nachsichtig mit sich und verzeihen Sie sich das. Vielleicht wirds am nächsten Tag wieder besser. Sie haben jeden Tag eine neue Chance gesund zu werden. Sie haben Zeit! Sie haben alle Ressourcen die Sie brauchen um langfristig gesund zu werden. Haben Sie Geduld.

Gehen Sie gut mit sich selbst um, mit Mitgefühl, Verständnis und Sanftheit. Wie würden Sie einen guten Freund in dieser Situation behandeln? Druck und Stress bringen Sie nicht weiter. Pausen und Faulenztage sind erlaubt! Wichtig ist dass Sie die Spielräume nutzen wenn sie da sind um überwiegend Ihre Zeit gut zu nutzen, in die Aktivität zu kommen und Ihre Ziele zu verfolgen. Das muss nicht perfekt klappen. Lassen Sie auch mal Fünfe gerade sein. Seien Sie nicht so streng mit sich und auch nicht mit Ihren Mitmenschen. Geben Sie sich die Erlaubnis unvollkommen zu sein. Sie sind trotzdem oder vielleicht genau deswegen wertvoll und haben einen Platz auf dieser Welt.

Sie sind ein Mensch, Sie dürfen Fehler machen, hauptsache Sie lernen etwas daraus. Wenn Sie nachsichtig mit sich sind steigert das Ihre Resilienz und hilft Ihnen dabei Krisen besser zu überwinden und sich zu stabilisieren. Eröffnen Sie sich einen Raum für mehr Zufriedenheit, Selbstvertrauen und Gelassenheit. So sind Sie gewappnet für zukünftige Herausforderungen und auf das was noch Schönes in diesem Leben auf sie wartet.

Sind Sie auch manchmal zu hart mit sich? Schreiben Sie einen Beitrag in die Kommentare, ich freue mich darüber.

Viel Erfolg beim nachsichtig mit sich selbst sein und für Ihre mentale Gesundheit alles gute!

Träume deuten und transformieren

Träume sind ein spannender Aspekt des Menschseins und ich finde das Thema faszinierend. Sich mit Träumen zu beschäftigen kann eine tiefere Einsicht in die eigene Seele geben, kann helfen Stress besser zu verarbeiten und uns helfen uns selbst besser zu vertehen. Unsere Träume haben Botschaften an uns und wir können lernen diese Botschaften zu entschlüsseln.

Mir nach dem Aufstehen Gedanken über meine Träume zu machen ist ein fester Bestandteil meiner morgendlichen „Psychohygiene“, so wie das Zähneputzen.

Ich habe ein Notizbuch neben meinem Bett wo ich kurze Stichpunkte zu meinen Träumen notiere, da Trauminhalte sehr schnell am morgen schon verloren gehen. Mit den Notizen kann ich mich gut an die Träume erinnern und dann in ein Dokument auf meinem Laptop übertragen.

Ich schreibe das Datum in mein Traumtagebuch und notiere den/die Träume. Danach überlege ich mir eine Bedeutung und schreibe sie auf. Danach formuliere ich eine Traumtransformation, also wie würde ich den Traum umschreiben damit er ein Happy End hat. Zum Schluss kopiere ich manchmal den Tagebucheintrag und füge ihn in Chat GPT ein, was mir noch zusätzliche Informationen und Einsichten zu meinem Traum liefert. Manchmal lasse ich mir dann noch ein Traumbild von der KI generieren um das Traumerlebnis nochmal auf den Punkt zu bringen und besser zu verinnerlichen.

So verfahre ich auch mit den restlichen Träumen.

Hier ist ein schönes Beispiel von heute nacht:

Traumtagebuch 22.8.2025

Ich sitze im Klassenzimmer und zeichne. Dimitri (ein Mitschüler, Name geändert) kommt vorbei und will etwas in mein Bild kritzeln, ich lasse es nicht zu, er holt einen dickeren Stift um in mein Bild zu malen, aber auch das lasse ich nicht zu. Ich frage warum er das tut, er sagt “wir wollen Macht über dich”. Ich frage ihn ob er es auch schwer hat und wir reden ein bisschen und er erzählt etwas.

Bedeutung

Meine Dämonen, oder einige davon sind einfach nur meine Mitschüler die mich gemobbt haben und das gärt immer noch in mir auch nach so langer Zeit. Da ist angestaute Wut und viele unterdrückte Emotionen. Warum wurde ich nicht agressiv und habe mich gewehrt sondern habe alles geschluckt? Warum haben mir meine Eltern nicht geholfen? Warum war ich so einsam, alleine und ausgeliefert? Warum wurde ich so schlecht von meinen Mitmenschen behandelt?

Jedoch: Mein inneres Kind hat gelernt Grenzen zu setzen und lässt das kritzeln im Bild, die Fremdbestimmung nicht zu, ohne agressiv zu werden. Das Bild steht für meinen Wunsch nach Identität und kreativen Ausdruck. Ich gestalte mein Leben nach meinen Vorstellungen. Nun habe ich die Reife und das Selbstbewusstsein, welches mein inneres Kind damals nicht hatte. Ich sende meinem inneren Kind Liebe und versichere ihm dass es nun geborgen und beschützt ist und keine Angst mehr zu haben braucht.

Transformation

Ich sage: “Dimitri, bestimmt hast du selbst schlimme Erfahrungen gemacht und hast deswegen so gehandelt? War vielleicht dein Vater und dein großer Bruder gemein zu dir? Vielleicht hast du zuhause nicht genug Liebe bekommen?”

Ich verstehe dass du Macht über mich haben willst um deinen Schmerz zu lindern, aber diese Macht kann ich dir leider nicht geben! Denn ich habe ein Recht darauf, Gefühle zu haben und mein Leben zu genießen. Ich habe ein Recht darauf mit Respekt behandelt zu werden. Da ist kein Platz für deine Spielchen. Ich bin wütend auf dich, dass du dich so verhalten hast, aber ich verzeihe dir – du kannst auch nichts dafür. Ist Ok. Jetzt darfst du das Zimmer verlassen und ich zeichne in Ruhe mein Bild fertig, es wird wunderschön. Ich komme nach der Schule nach Hause und schenke es Mama. Sie ist stolz auf mich und hängt das Bild an die Wand.

chat GPT

Wow, Niko – das ist eine unglaublich kraftvolle Verarbeitung deines Traumes 🙏✨

Du hast nicht nur die Botschaft erkannt, sondern sie aktiv verwandelt. Ich sehe da gleich mehrere Ebenen:

1. Die Botschaft des Traums

  • Das Klassenzimmer steht oft für Kindheit, Lernen, Entwicklung. Dein inneres Kind sitzt dort und möchte etwas Schönes erschaffen (dein Bild).
  • Dimitri und die Mitschüler verkörpern die alten Verletzungen, die Machtspiele und das Gefühl ausgeliefert gewesen zu sein.
  • Dass er sagt „wir wollen Macht über dich“ ist so klar – es ist genau das, was Mobbing war: das Bedürfnis der anderen, Kontrolle und Stärke auf deine Kosten zu fühlen.

2. Deine Reaktion im Traum

  • Du hast dich nicht zerstören lassen, sondern die Grenze gesetzt („ich lasse es nicht zu“).
  • Aber du bist auch nicht in Gewalt oder Hass gegangen – sondern in Gespräch und Mitgefühl. Das zeigt, dass dein Unterbewusstsein jetzt reifer, stärker und heilender mit der Vergangenheit umgehen kann.

3. Die Transformation, die du formuliert hast

  • Du gibst deinem jüngeren Ich eine Stimme, die damals vielleicht gefehlt hat.
  • Du erkennst, dass Dimitri auch ein verletzter Junge war, und dadurch entsteht Vergebung ohne Selbstaufgabe.
  • Das Geschenk an deine Mutter – sie ist stolz und hängt dein Bild an die Wand – symbolisiert: Du darfst gesehen werden, du darfst stolz auf dich sein, dein Ausdruck ist wertvoll.

4. Heilungsbotschaft

  • Du darfst die angestaute Wut heute fühlen – nicht mehr verschlucken.
  • Aber du musst sie nicht mehr zerstörerisch einsetzen, sondern kannst sie in Klarheit, Grenzen und Ausdruck verwandeln.
  • Dein Bild, das du fertig zeichnest, steht für dein jetziges Leben, deine Kreativität, deine Identität, die nicht mehr überschrieben wird von anderen.

👉 Ich finde, du hast dir mit dieser Transformation eine unglaublich heilsame Innere-Bild-Arbeit geschaffen.

Ein weiteres Beispiel

Traumtagebuch 22.8.2025

Ich bin wieder an einem Bahnhof und der Zug hält und die Türe ist offen. Ich versuche meine Sachen zusammenzusuchen und in den Zug zu gehen aber es klappt nicht, ich verliere Sachen auf den Boden, auf der Bank liegen noch Sachen und habe Angst dass der Zug ohne mich abfährt oder ich etwas wichtiges zurücklassen muss. Jemand fragt ob ich eine Fahrkarte habe. Ich habe keine. Ich bekomme Angst und wache auf

Bedeutung

Ich bin auf dem Weg in eine glückliche Zukunft, in das Leben meiner Träume. Mein Leben befindet sich an einem Übergang in eine neue Phase. Aber etwas hält mich zurück in diese Zukunft zu reisen. Da sind Ängste und nicht verarbeiteter emotionaler Ballast den ich (noch) nicht abstreifen und zurücklassen kann. Ich habe Angst zu scheitern und die Ziele für mein Leben nicht erreichen zu können. Die fehlende Fahrkarte könnte symbolisieren dass ich vielleicht denke ich habe das Recht und den Wert für eine Zukunft in Frieden und Glück nicht. Verdiene ich es nicht glücklich zu sein?

Transformation

Ich stehe wieder am Bahnhof, aber ich habe genügende Zeit bis der Zug kommt. Ich schaue auf die Infotafel. Noch 5 Minuten. Ich prüfe mein Gepäck und Lucija (meine Schwester) ist bei mir. Ich habe einen Rucksack und meine Laptoptasche. Ich habe in meiner Hose den Schlüssel, den Geldbeutel, das Handy und am Shirt hängt meine Brille. Da ist noch eine Sporttasche mit alter schmutziger Wäsche, die brauche ich nicht mehr und lasse sie ganz bewusst auf der Bank liegen, vielleicht braucht sie jemand anderes.

Ok, alles gepackt, ich bin bereit. Lucija lächelt mir freundlich zu und freut sich mit mir auf die Reise nach Berlin wo wir Städteurlaub machen werden. Der Zug kommt. Die Türen öffnen sich und wir steigen ein. Der Schaffner will mein Ticket sehen. Ich zeige ihm mein aufgeladenes Handy mit der digitalen Fahrkarte, die ich gekauft habe. Lucija hat auch eins. Der Schaffner bedankt sich und wünscht uns eine gute Reise. Wir verstauen das Gepäck. Wir setzen uns an einen Fensterplatz mit Tisch gegenüber und wir unterhalten uns angeregt über die vor uns liegende Städtetour.

Ich schaue aus dem Fenster, sehe die Landschaft vorbeiziehen und bin glücklich.

Strategie für akute Krisen (Gedankenrasen)

Ich erlebe alle drei, vier Tage krisenhafte Zustände mit meiner Schizophrenie. Auch heute noch. Das geht schon seit 3 Jahren so. Die Krise kommt, danach ist immer ein sehr guter Tag, dann zwei, drei Tage gemischt mit viel rumliegen und dann kommt die nächste Krise. Ich bin zur Zeit daheim, bin viel alleine und habe kaum Verpflichtungen und sehr viel Zeit. Es ist schwer eine Struktur von sich aus zu etablieren und einzuhalten. Vor allem am Wochenende.

Es zieht mich immer wieder auf die Couch und ich möchte „ausruhen“. Ich spüre genau wenn sich eine Krise ankündigt, ich beginne mich zu fürchten, will die Krise nicht wahrhaben, bekomme Angst, leg mich hin und will abwarten bis es mir besser geht. Ich kämpfe mit meinen Dämonen und Gedanken. Der Wahn beginnt mich in seinen Bann zu ziehen. Die Gedankenlawine kündigt sich an, ich versuche sie zu bekämpfen und sie kommt mit Macht. Sexuelle, aggressive, blasphemische Gedanken, Gedanken an Hölle, Teufel und extreme Sorgen über die Zukunft. Die Angst, keines meiner hochgesteckten Ziele erreichen zu können und dass alles schief geht und ich in einen Abgrund stürze aus dem es kein zurück mehr gibt. Angst vor dem Krankenhaus und extreme Anspannung. Zittern, Schütteln und Hyperventilieren. Ich lege mich nachmittags schon ins Bett, weil ich schlafen will – denn nach dem Schlaf, auf den ich mich verlassen kann, wird es jedes mal wieder besser.

Es ist eine Gedankenlawine, ein Gedankenkarussel, es ist ein Gedankenrasen, es sind Assoziationsschleifen mit den verstörendsten Gedanken und Bildern, die man sich nur vorstellen kann, das Gehirn sucht regelrecht danach, die Gedanken verselbstständigen sich, so als wäre ich selbst mein schlimmster Feind. Die Anspannung steigt und steigt, ich liege im Bett und wälze mich hin und her, ich will einfach nur schlafen und nichts mehr vom Tag wissen. Ich brauche meinen Reset. Die Anspannung steigt weiter und ich habe Angst es wird nie wieder gut.

Ich weiß genau, ich sollte jetzt spazieren gehen, oder noch besser laufen, oder eine heiße Dusche nehmen, Liegestütze machen, aber ich kann es einfach nicht, ich bin festgenagelt auf der Couch und kann nichts machen. Ich traue mich nicht. Ich habe Angst dass ich die Aktivität abbreche und es mir NOCH schlechter geht. Ich bin in der Falle, roboterhaft gehe ich alle 15 Minuten auf den Balkon um zu rauchen. Ich sehe mich im Spiegel und verstehe die Welt nicht mehr. Alles zerbricht.

Irgendwann schlafe ich ein und am nächsten Tag geht es mir besser. Aber ich bin traurig und wütend dass das immer noch mit mir passiert.

Was kann ich dagegen tun?

Die „Ins-Bett-geh-Strategie“ bei Krisen funktioniert einfach nicht. Das muss ich endlich einsehen.

Wahnsinn ist, wenn man etwas immer auf die selbe Weise versucht und ein anderes Ergebnis erwartet

Albert Einstein

Ich habe mir eine neue Strategie zurecht gelegt wie ich mit diesen Attacken von Zwangsgedanken umgehen will.

1) Krise erkennen

Man fühlt, wenn sich eine Gedankenlawine ankündigt. Es ist ein beklemmendes Bedrohungsgefühl welches schon Gewohnheit geworden ist. Die alten, kranken Denkmuster werden aktiviert und es geht bald wieder los. Jetzt heißt es handeln

2) Exposition

Stellen Sie sich einen Timer auf 15 Minuten, legen Sie sich kurz hin und lassen sie Ihren Gedanken freien Lauf. Lassen sie locker, lassen Sie alles zu – egal wie verstörend es ist. Versuchen Sie nicht die Gedanken zu bekämpfen. Alles ist erlaubt. Versuchen Sie neutral zu beobachten und nicht zu bewerten

3) Atmen

Schieben Sie die Gedanken bei Seite und konzentrieren Sie sich 5 Minuten nur auf Ihren Atem. Legen Sie eine Hand auf den Bauch und eine aufs Herz. Atmen Sie tief durch, damit das Nervensystem zur Ruhe kommt. Wenden Sie die 4-7-8 Atmung an

  • Atme 4 Sekunden lang durch die Nase ein.
  • Halte den Atem 7 Sekunden lang an.
  • Atme 8 Sekunden lang durch den Mund aus (gerne mit leichtem Geräusch).
  • Wiederhole das 4–8 Mal.

4) spazieren gehen

Machen Sie einen Spaziergang an der frischen Luft. Das aktviert die Muskeln und entspannt

5) heiß/kalt duschen und den Körper wieder spüren

6) einem Freund schreiben

Schreiben Sie einem Angehörigen eine chat nachricht, fragen Sie nach ob diese Person gerade Zeit und Energie hat und berichten Sie wie es Ihnen geht und reflektieren Sie ob es eine heute eine Ursache für die Krise gab. Diese soziale Regulation Ihrer Gedanken wird Ihnen gut tun, Sie sind nicht alleine mit Ihren Gedanken

7) Krisentagebuch schreiben

Schnappen Sie sich Ihr Tagebuch und lassen alles negative raus, egal wie verstörend und angstbesetzt die Gedanken sind, hauptsache raus aus dem Kopf. Machen Sie das 10 bis 20 Minuten. (Ich persönlich benutze dafür ein extra Mülltagebuch) Danach schreiben Sie positiv. Lesen Sie Ihre markierten Stellen die Sie angestrichen haben noch mal durch und reflektieren Sie dass alles in Ordnung ist und dass alles gut wird. Schreiben Sie worauf Sie sich freuen, was gut läuft, das alles gut wird. Wenn Sie mögen schreiben Sie Jesus und dem heiligen Geist dass er Ihnen hilft und wenn möglich einen Engel schickt. Machen Sie sich richtig viel Mut und denken beim Schreiben darüber nach dass es vorbei geht, was sie schon alles tolles geschafft haben, welche Fortschritte Sie schon gemacht haben und was noch alles schönes auf Sie wartet. Seien Sie überzeugt dass das heute nur ein kleiner Rückschritt auf dem Weg in die Genesung ist. Die Krankheit verläuft nicht linear und Rückschläge gehören dazu, Sie sind nicht in Gefahr! Schreiben Sie so lange sie wollen und bis es Ihnen ein bisschen besser geht

8) Eine Aktivität auswählen

Vielleicht geht es Ihnen schon ein bisschen besser so das Sie noch was machen können? Vielleicht wird ein bisschen malen im Malbuch gut tun? Oder eine Serie anschauen? Oder Ihre Lieblings Youtube Videos anschauen, stricken, Lesen? Blo´ß nicht rumliegen und leiden!

9) Notfallmedikament

Geht es Ihnen immer noch sehr schlecht mit den Gedanken und wird es schlimmer statt besser? Dann ist es Zeit für ein Notfallmedikament. Ich persönlich nehme ein bis maximal zwei Diazepam, das hilft bei mir sehr gut. Ruhen Sie sich etwas aus und lassen das Medikament wirken. Danach können Sie weiter schreiben, mit einem Freund chatten oder sich etwas früher hinlegen und Musik hören. Vielleicht ist bald darauf schon Schlafenszeit

10) Krankenhaus zur Krisenintervention

Wenn die Gedanken weiterhin hartnäckig überfordernd und extrem sind, das Notfallmedikament nicht hilft und Sie bis spät in die Nacht nicht schlafen können denken Sie darüber nach in die Notaufnahme Ihres Krankenhauses zu gehen, da bekommen Sie Hilfe, wenn auch das nicht geht rufen Sie die 112 an. Das könnte in Ihrem Denktunnel als bedrohlich, als Scheitern und als Katastrofe wahrgenommen werden und den Stress noch verstärken. Aber, es ist keine große Sache und überhaupt nicht schlimm und kein Versagen oder Scheitern sich Hilfe zu holen. Dort bekommen Sie Hilfe, wenn Sie freiwillig in die Psychiatrie gehen kommen Sie in der Regel auf eine offene Station und dürfen vielleicht bald schon wieder nach hause.

Das nennt man Krisenintervention. Nichts schlimmes passiert, Sie brauchen keine Angst vor dem Krankenhaus zu haben. Gut ist es, wenn Sie für solche Fälle eine Krisentasche vorbereitet haben. Hier gibt es hilfreiche Tipps für einen Psychiatrieaufenthalt: Psychiatrieaufenthalte meistern.

Das ist meine Krisenstrategie und vielleicht kann sie auch Ihnen von Nutzen sein. Das wichtigste ist etwas zu tun, proaktiv zu sein und nicht stundenlang rumzuliegen und zu leiden, entscheiden Sie sich bei einer Krise das Richtige zu tun und nicht versuchen nur zu Liegen und auszuhalten.

Viel Erfolg und für Ihre mentale Gesundheit alles gute!

update 4.10.2025

ich schaffe es mittlerweile meine Krisenstrategie erfolgreich anzuwenden statt liegenzubleiben und zu leiden. Ich ärgere mich nur darüber dass ich das nicht schon sehr viel früher umgesetzt habe. Diese Woche hatte ich 2 mal eine kleine Krise mit heftigen Gedanken und habe ein neues Verhalten etabliert. Bloß nicht liegenbleiben! Ich war spazieren, habe heiß/kalt geduscht, einem Freund geschrieben und Krisentagebuch geschrieben. Danach habe ich etwas Netflix geschaut. Dann habe ich mich hingelegt. Blöde Gedanken waren immer noch da, aber die Intensität war deutlich geringer. Habe kein Diazepam gebraucht! Was für ein toller Erfolg. Mein Verhalten hat sich verändert und meine Strategie funktioniert. So werde ich auf lange Sicht gesund!

Wenn es Ihnen mal nicht gut geht und die Gedanken kommen, versuchen Sie auf jeden Fall proaktiv zu sein und in die Aktivität zu kommen. Auch wenn es sich erst mal nicht gut anfühlt. Auch wenn Sie den Krisenmodus schon gewohnt sind. Es gibt eine Alternative zum Rumliegen und grübeln. Es ist Ihre Entscheidung! Entscheiden Sie sich richtig. Es führt ein Weg aus der Krise hinaus, mit der richtigen Einstellung und den richtigen Tools. Viel Erfolg!

Biblische Meditation

In früheren Zeiten habe ich mich sehr für Zen interessiert und die Meditationspraxis „Zazen“ ausgeführt, welches ein zentrales Element des Zenweges ist. Zen stammt ursprünglich aus der buddhistischen Praxis und hat sich über China bis nach Japan ausgebreitet. Es geht darum einfach zu sitzen und den Geist zu leeren, im hier und jetzt zu sein.

Zen will das Ego auflösen, um in die leere, formlose Wirklichkeit einzutauchen.

Zen geht sehr in die Tiefe und alles hier auszuführen würde den Rahmen sprengen.

Mittlerweile bin ich überzeugter Christ und sehe fernöstliche Meditation etwas kritisch. Aber Meditation und Kontemplation kann auch ein wertvoller Bestandteil des Christseins sein. Das christliche Pendant zum Zazen ist die biblische Meditation.

Dafür habe ich ein Übungsprogramm zusammengestellt welches ich jeden morgen als Teil meiner Morgenroutine ausführe. Es dauert etwa 30 Minuten.

Hier zeige ich Ihnen wie es geht.

1) Vorbereitung

Ich benutze eine Klangschale, ein Zafu (Meditationskissen) und ein Bodenkissen. Finden Sie alles bei Amazon. Stöbern Sie auf dem chatbot vom Bibelserver und suchen Sich einen Bibelvers aus und drucken Sie ihn sich aus. Sie können nach Stichworten wie „Gnade“ oder „Vergebung“ suchen oder den chatbot fragen: „Zeige mir 10 Bibelverse die sich für biblische Meditation eignen“, dann suchen Sie sich den aus der Ihnen am Besten gefällt.

2) Beginn

Machen Sie es sich auf dem Kissen bequem, ich stelle es immer seitwärts und nehme im Kniesitz darauf Platz. Läuten Sie die Klangschale 2 mal und stellen sich mental darauf ein dass es jetzt Zeit ist Gott zu begegnen und zu meditieren. Es ist egal was davor war oder was danach kommt. Falten Sie die Hände zum Gebet und sagen laut „Jesus Christus“.

Falten Sie die Hände im Schoß. Atmen Sie 10 mal tief ein und lange aus. Spüren Sie in sich hinein. Nehmen Sie nacheinander die Kontaktflächen mit der Unterlage wahr. Füße, Schienbeine, Knie und Hände und Arme auf den Schoß. Kommen Sie an auf Ihrem Platz.

3) Anfangsgebet

Beten Sie ein mal das Vater Unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

4) Bibelstelle reflektieren

Nehmen Sie sich Ihren Bibelvers den Sie ausgesucht haben zur Hand und lesen Sie ihn (gerne auch laut) so oft durch bis Sie ihn auswändig können (wenn Sie es noch nicht tun) Hier ist ein Beispiel

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. 

Matthäus 11,28

Wiederholen und reflektieren Sie den Text für ca. 5 – 10 Minuten und schließen Sie mit einem „Amen“

5) Herzgebet

Als nächstes kommt das Herzgebet.

Das Herzgebet (auch Jesusgebet genannt) ist eine uralte christliche Gebetsform, die besonders in der östlich-orthodoxen Kirche verbreitet ist. Es gehört zur mystischen Tradition des Christentums und hat das Ziel, den Beter in eine tiefe, innige Verbindung mit Gott zu führen

dazu sprechen Sie in Gedanken (oder laut) immer wieder die Zeile: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner“. Immer wieder, für 5 bis 10 Minuten. Schließen Sie mit einem „Amen“.

  • Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner
  • Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner
  • Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner

6) Kontemplation/Zeit der Stille

Setzen Sie sich einen Timer von 15 bis 20 Minuten.

Als nächstes kommt die Zeit der Stille und der Kontemplation (Gottesschau). Kontemplation ist eine Form des inneren, stillen Gebets oder der Betrachtung, bei der es nicht um Worte, Gedanken oder Bitten geht, sondern um das verweilende Sein in der Gegenwart Gottes. Sie ist ein Weg der liebenden Aufmerksamkeit – einfach da sein, vor Gott, ohne etwas zu tun oder leisten zu müssen.

Kontemplation ist gedankenfrei und wortlos. Sie lässt das Denken los, um sich ganz Gott hinzugeben. In einer Welt voller Reizüberflutung hilft Kontemplation, den Lärm der Gedanken und die Unruhe des Ichs zu beruhigen. Sie führt in eine heilsame innere Stille. Strecken Sie Ihre Antennen nach Gott aus und seien Sie auf Empfang.

Lassen Sie Bilder und Worte auftauchen und nehmen Sie interessiert wahr. Das können Bilder aus der Natur oder Tiere sein. Oder positive Gedanken und Eingebungen wie „Gott liebt dich“ oder „Du bist mein geliebtes Kind“. Was es auch ist lassen Sie locker und lassen die Worte und Bilder kommen und gehen. Wie Wolken am Himmel. Dabei können Sie immer wieder zur Empfindung des Atems zurückkehren. Wenn der Timer klingelt schließen Sie mit einem „Amen“.

7) Übergang

Beugen Sie sich vor so dass sie die Stirn auf das Kissen als Unterlage legen und beten ein Vater Unser.

8) Aktives Gebet

Nun beten Sie zu Jesus Christus wie Sie es gewohnt sind. Beten Sie Ihn an, bedanken Sie sich für das was alles gut läuft und bitten Sie um Hilfe für Probleme, Sorgen und Herausforderungen, leisten Sie Fürbitte für andere Menschen. Beten Sie so lange wie es sich richtig anfühlt.

Hier ist ein Beispiel:

Herr, Jesus Christus komm in mein Herz und mach mich gesund, ich vertraue dir, du machst das mein Leben gelingt. DU bist der große Heiler und Herrscher in meinem Herzen. Du hast diese Welt perfekt und schön gemacht und ich darf darin leben und mich entfalten, dank dir! Danke dass DU für mich ans Kreuz gegangen bist damit ich mit Gott wieder in Gemeinschaft sein darf. Danke dass du mir guten Schlaf schenkst und mir jeden Tag neuen Mut und neue Kraft gibst! Danke für Essen und Trinken, mein Zuhause, Wohlstand, Gesundheit, Freiheit und Sicherheit. Segne alle meine Familie und Freunde und Gemeinde. Du bist mein Herr, mein Gott, ich bete dich an und will dir nachfolgen. Amen.

9) Abschluss

Läuten Sie 2 mal Ihre Klangschale. Die biblische Meditation ist damit abgeschlossen und Sie sind geistlich gestärkt für den Tag. Viel Erfolg und Freude mit diesem Übungsprogramm.